Am 1. August 2025 präsentiert Marc Pircher sich unplugged wie vor 30 Jahren am Brandlhof in Radlbrunn. Dabei trifft Tirol auf Niederösterreich, denn mit dabei sind auch Hausverstond, sechs Musikanten aus Neustadtl im Mostviertel.
Die Wurzeln: Tirol, Volksmusik und Harmonika

Marc Pircher stammt aus dem Zillertal in Tirol, einer Region, die für gelebte Volksmusiktradition steht. Seit Jahrhunderten wird hier musiziert – an Feiertagen, bei kirchlichen Festen, beim Almabtrieb oder einfach im Kreis der Familie. Besonders prägend war das 19. Jahrhundert, als Zillertaler Sängerfamilien wie die Rainer-Sänger begannen, ihre Musik über die Grenzen hinauszutragen – sie tourten durch Europa und sogar bis nach Amerika.
Typisch für die Zillertaler Volksmusik sind die dreistimmigen Gesänge, das Spiel mit der Steirischen Harmonika, Gitarren, Harfen und Geigen – und ein Repertoire, das zwischen tiefgründigen Almliedern und lebensfrohen Tanzweisen pendelt. Diese Musik wurde nicht für die Bühne gemacht, sondern aus dem Leben heraus geboren.
Bis heute wird sie von Generation zu Generation weitergegeben, oft mündlich, oft intuitiv – ein lebendiges Kulturerbe, das Künstler wie Marc Pircher nicht nur bewahren, sondern mit Leidenschaft weiterentwickeln.
Schon als Kind begeisterte Marc sich dafür und wählte mit 11 Jahren ein Instrument, das zu seinem Markenzeichen werden sollte: die Steirische Harmonika.
Die „Steirische“ ist ein Symbol der alpenländischen Musiktradition. Entwickelt wurde sie im 19. Jahrhundert in der Steiermark, charakteristisch ist ihre diatonische Stimmung, die es ermöglicht, je nach Zug- oder Druckrichtung unterschiedliche Töne zu erzeugen – im Gegensatz zur chromatischen Akkordeonverwandten. Ihre Knopfbelegung, der sogenannte Gleichton und die typischen Helikon-Bässe, verleihen der Steirischen Harmonika einen unverkennbar vollen, warmen Klang.

Ursprünglich war sie ein Instrument der Bauern, Handwerker und Musikanten, die bei Festen, in Wirtshäusern oder auf Almen aufspielten. Heute ist sie ein Kulturgut. Seine ersten Auftritte mit der „Steirischen“ absolvierte Marc bei kleineren Veranstaltungen in seiner Heimatregion – bodenständig und nah an den Menschen.
Der Weg nach oben: Von Nachwuchspreis zum Grand Prix
1993 dann der Durchbruch: Beim „Grand Prix der Volksmusik“ – dem damals wichtigsten Wettbewerb der Szene – trat Marc Pircher erstmals auf internationaler Bühne auf.
1995 gewann er diesen Bewerb mit dem Titel „Hey Diandl spürst es so wie i“, gemeinsam mit der Gruppe „Die Ursprung Buam“ und Rita & Andreas. Der Sieg machte ihn schlagartig einem breiten Publikum bekannt. In den Folgejahren etablierte Marc Pircher sich als feste Größe in der deutschsprachigen Musiklandschaft. Zahlreiche Fernsehauftritte, unzählige Live-Konzerte und über 20 veröffentlichte Alben dokumentieren seine Vielseitigkeit als Musiker.
„Zurück zu den Wurzeln“ – was das bedeutet
Bei seinem Konzert am 1. August 2025 im Brandlhof und Kulturpavillon kehrt Marc Pircher zur handgemachten Volksmusik zurück. Einen Abend lang keine großen Arrangements, keine Effekte – nur Musik, so wie er sie vor 30 Jahren am Anfang seiner Karriere gespielt hat. Unplugged, ursprünglich.
Unterstützt wird Marc dabei von der Gruppe Hausverstond aus dem Mostviertel, die für ihre feinfühlige Interpretation traditioneller Melodien bekannt ist. Gemeinsam schlagen sie eine musikalische Brücke zwischen Tirol und Niederösterreich – und zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Der Name ist dabei Programm: „Hausverstand“ – also bodenständiges Denken und Handeln – wird hier bewusst im Dialekt geschrieben, als Bekenntnis zur Herkunft und zur kulturellen Identität. Die Musik von Hausverstond ist tief in der niederösterreichischen Volksmusik verwurzelt, schöpft aber mit Feingefühl und Kreativität aus verschiedensten stilistischen Quellen.
Gespielt wird auf klassischen Instrumenten wie Zither, Kontrabass, Geige, Harmonika oder Harfe – aber nie nach Schema F: Arrangements sind oft raffiniert, klanglich überraschend und voller Zwischentöne.
Wer Marc Pircher und Hausverstond live erleben will, sollte sich den 1. August im Brandlhof und Kulturpavillon in Radlbrunn nicht entgehen lassen. Hier kann man sich noch Karten sichern.

