
(c) Volkskultur Niederösterreich
Fragt man, was der Begriff Volkskultur für den Einzelnen bedeutet, so sind die Antworten sehr breit gefächert. Von verlässlich echten Erlebnissen über Ewiggestriges, vom Handlauf im Jahresreigen bis zu rein historischen Einordnungen, kann man hier vieles hören. Der Begriff Volkskultur wurde bei einem Symposium im Herbst 2025 durch ein hochkarätiges Podium definiert, aber auch hinterfragt.
Ein daraus resultierender Lehrgang, der sich der Zukunft der Volkskultur widmet, startet Ende März im Haus der Regionen in Krems-Stein. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien und seiner Leiterin Brigitta Schmidt-Lauber werden in fünf Modulen verschiedene Themenbereiche der Volkskultur beleuchtet: zum Beispiel (Volks)Musik, (Volks)Tanz, Kleidung und Tracht, aber auch die Wissenschaftsentwicklung in der Volkskunde und die Begriffsdefinitionen von Heimat, Brauch, Tradition und Kulturerbe im wissenschaftlichen sowie im alltäglichen Gebrauch sind Themen, die aufgegriffen werden.
Volkskultur oder auch Regionalkultur, bedeutet einen Mehrwert für die Regionen, die Gemeinden und vor allem für Menschen, die in ländlichen Regionen wohnen. Aber auch im städtischen Kontext trifft man immer öfter auf Veranstaltungen, die volkskulturelle Elemente bewusst aufgreifen beziehungsweise einbeziehen.
Generell ist in den letzten Jahrzehnten eine neue Sehnsucht nach Traditionellem spürbar. Entgegen dem Trend der Landflucht und der Abwanderung aus den Randregionen in die Städte, möchte man offenbar dennoch mit den ländlichen Gepflogenheiten verbunden bleiben und wenigstens in der Freizeit in diese vermeintliche Idylle eintauchen.

Maibaumaufstellen in Rührsdorf in der Wachau.
Der Volkskultur Niederösterreich ist es aber ein Anliegen, dass überlieferte Bräuche und Kulturtechniken nicht nur als oberflächliche Verzierung oder trügerische Idylle transportiert, sondern als essentieller Teil unserer kulturellen Entwicklung gesehen werden.
Dabei ist auch ein Blick in die Zukunft erlaubt. Hat sich doch der Alltag der Menschen und so auch die Alltagskultur in den letzten Jahrzehnten sehr stark verändert. Diesen Veränderungen Rechnung zu tragen und neue Entwicklungen zuzulassen und zu fördern, ist oberste Prämisse.

Trio Hupsala – Volksmusik neu interpretiert im Haus der Regionen.
So wie in früheren Zeiten die Volksmusik Einfluss auf die sogenannte Kunstmusik nahm, so wirken heute globale Einflüsse auf die Volksmusik, beziehungsweise sind die gut ausgebildeten Musikerinnen und Musiker oft in mehreren Genres zu Hause.

Duo Haertel Wascher
Beim Volkstanzen finden neben den Routiniers auch junge Menschen ein neues Zuhause, eine Gemeinschaft, die weit über die Proben und Aufführungen hinausgeht. Vor allem nach den Erlebnissen Jugendlicher in der Pandemie ist das heute ein wichtiger gesellschaftlicher Faktor.

Junge Menschen begeistern sich fürs Volkstanzen.
Immer öfter wird nach überlieferten Bräuchen gesucht, nach Traditionen, die sich vom globalen Einerlei abheben.
Die Bedeutung der Volkskultur im gesellschaftlichen Kontext ist es auch, die im Rahmen des Lehrgangs im Blickpunkt steht. In seiner Gesamtheit ist der Lehrgang eine Ausbildung in volkskulturellen Themen, Begriffen und kulturwissenschaftlichem Hintergrundwissen. Die Absolventinnen und Absolventen erwerben die Kompetenz, alltagskulturelle und volkskulturelle Phänomene in ihren sozialen, räumlichen, historischen und ökonomischen Bedeutungszusammenhängen zu erkennen und zu analysieren. Sie verfügen über die Kompetenz, Kulturbegriffe kritisch zu reflektieren, Fragestellungen zu entwickeln und gesellschaftliche Verhältnisse und deren Wandel aus gegenwartsorientierter kulturanalytischer Perspektive zu verstehen.
Information & Anmeldung:
Tel.: 02732 85015
weiterbildung@volkskulturnoe.at
Der Lehrgang umfasst insgesamt fünf Module, alle Module basieren auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und verknüpfen diese mit Anwendungsbeispielen und gesellschaftlicher Praxis.
Ihre Anmeldung zum Lehrgang „Volkskultur neu denken“ wird bis spätestens 21. März 2026 erbeten.
Veranstaltungsort:
Haus der Regionen
Steiner Donaulände 56, 3500 Krems-Stein
Anmeldung:
Tel.: 02732 85015
weiterbildung@volkskulturnoe.at
Bei erfolgreicher Absolvierung des Lehrgangs wird ein Zertifikat ausgestellt.
Kosten: EUR 280,00
In den Kosten enthalten: Seminarbetreuung, Kosten für Vortragende, Unterlagen.