Kulturboden Niederösterreich

(c) Julia Dragosits

Kulturboden Niederösterreich

Langenlois, (c) WFranz

Niederösterreich gilt als Ort lebendiger regionaler Kultur. Hier entstehen kreative Netzwerke, die weit über die Landesgrenzen hinaus strahlen. Dieser fruchtbare Boden hat schon unzählige Kulturschaffende inspiriert und ihnen eine Plattform geboten.

Aus Niederösterreich stammt auch Marie Theres Müller, deren künstlerischer Weg eng mit ihrer Heimat verknüpft ist. „Meine ursprüngliche Heimat in der Wachau – wobei ich sowohl Weißenkirchen als auch Langenlois als Heimat und wichtigen Teil von mir betrachte – hat eine große Rolle für meinen Weg gespielt.“ so Müller. „Meine damalige Gesangslehrerin hat mich zu einem Musical-Casting des Projekts Wir sind Bühne Niederösterreich gebracht. Das war, wenn man so will, der Beginn meines gesamten künstlerischen Werdegangs. Später bin ich dann zur Bühne Weinviertel gekommen, wo ich meine ersten Erfahrungen im reinen Schauspiel – also abseits vom Musical – machen durfte.“

Von Niederösterreich in die Welt

(c) Julia Dragosits

Von 2019 bis 2022 absolvierte Müller eine Ausbildung an der Schauspielschule Krauss in Wien. Diese schloss sie mit Auszeichnung ab und kehrte gestärkt in die Theaterlandschaft zurück. „Man hat als heranwachsende Künstlerin nicht immer das Privileg, sich seine Rollen auszusuchen.“ so Müller. „Wichtig ist, dass man Vieles ausprobiert und arbeitet! Schön ist es immer, wenn man aus seiner Comfortzone rauskommen muss und mit Figuren besetzt wird, die nicht seinem ‚eigentlichen Spieltypen’ entsprechen. Ich freue mich immer über tiefgründige, komplexe Charaktere, die mich über neue Aspekte in mir selbst zum Nachdenken bringen.“

Im Sommer 2022 folgte der große Schritt ins internationale Rampenlicht. Für Paulus Mankers Inszenierung „Alma – A Show Biz ans Ende“ übernahm sie in der Belgienhalle Berlin die Rolle der jungen Alma Mahler-Werfel. Gleichzeitig spielte sie im Ensemble von „Die letzten Tage der Menschheit“, ebenfalls unter Mankers Regie in Berlin.

„Im Theater durchlebt man den Bogen der Rolle von Anfang bis Ende in jeder Vorstellung aufs Neue. Der direkte Kontakt mit dem Publikum macht jede Aufführung einzigartig – die Energie im Raum ist immer anders. Das kann sehr magisch sein, aber auch fordernd: Stücke können lang, körperlich oder stimmlich anstrengend sein, manche Rollen besonders komplex.“, so Müller.

Seit 2023 ist Marie Theres Müller auch in Film und Fernsehen zu sehen, so auch in der österreichisch-schweizerischen Fernsehserie „School of Champions“. Ihre Rolle der Solenn Eden entwickelte sich von einer Neben- zu einer Hauptfigur in der zweiten Staffel. Parallel dazu wirkte sie in Einzelepisoden von „SOKO Donau“ und „Fahndung Österreich“ mit. „Beim Film mag ich die Unmittelbarkeit: jeder Gedanke, jeder Impuls wird eingefangen, es entsteht eine große Authentizität. Gleichzeitig herrscht am Set ein strenger Zeitplan, es gibt viel Druck, und man dreht meist nicht chronologisch. Deshalb muss man seine Figur sehr genau kennen und immer wissen, an welchem Punkt der Geschichte man gerade steht. Eine Szene wird zudem oft aus verschiedenen Perspektiven mehrfach wiederholt – und dabei gilt es, durchlässig und fokussiert zu bleiben, ohne dass sich diese Wiederholung bemerkbar macht.“

Theaterlust

Brandlhof, (c) Volkmar Zeilinger

Geplante Aufführungen und die in Produktion befindliche dritte Staffel von „School of Champions“ versprechen neue Herausforderungen und Erfolge. Ihre Wurzeln in Langenlois und ihre Verbundenheit zur Wachau bleiben dabei stets spürbar – als Grundton in ihrem künstlerischen Wirken und als Inspiration für kommende Projekte. „Aktuell neigt sich eine wunderbare Sommertheatersaison am Semmering dem Ende zu.“ so Müller. „Über mein nächstes Projekt darf ich noch nicht allzu viel verraten – aber so viel kann ich sagen: Ich freue mich sehr darauf, schon bald wieder vor der Kamera zu stehen!“

Wer die Chance haben will, Marie Theres Müller live zu erleben, hat am 7. September im Brandlhof in Radlbrunn Gelegenheit dazu. Im Workshop „Theaterlust“ gibt Josef Newerkla, der Regisseur der Bühne Weinviertel, mit Christoph Stich und anderen bewährten Kräften des Ensembles Einblick in die Arbeit seiner Amateurtheatergruppe – und mit Marie Theres Müller konnte ein besonderer Stargast für die Veranstaltung gewonnen werden.

Sie wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern den Beruf der Schauspielerin näherbringen und den Gegensatz zwischen sinnvoller Freizeitgestaltung und beruflicher Anforderung sichtbar werden lassen. Gemeinsam laden sie Jung und Alt ein zum Kennenlernen, Mitspielen und Spaß haben beim gemeinsamen Tun.