Festivalauftakt

Bernhard Fibich
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Lieder und Musik für die Kleinsten zu machen, das ist die Lebensaufgabe, die sich Bernhard Fibich gestellt hat und die er auch exzellent erfüllt.

Bernhard Fibich wurde 1962 als Sohn des Jazzmusikers Heinz Fibich und seiner Frau Elisabeth Fibich-Stillfried geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Wien-Währing und in der Nähe von Geras im Waldviertel, wo er bereits mit acht Jahren Gitarrenunterricht erhielt. Die Verbundenheit mit dem Waldviertel wird gleich zu Beginn unseres Gesprächs mit Bernhard Fibich deutlich, als er erzählt, wie er als 8-Jähriger mit seiner Gitarre die Menschen im Ort unterhalten hat. Im Grunde, so Fibich, macht er seither dasselbe wie damals als Kind, nur die Bühnen sind mit der Zeit größer geworden.

Bereits als Jugendlicher spielte Fibich von 1978 bis etwa 1990 als E-Bassist im „Heinz-Fibich-Trio“ und sammelte Bühnenerfahrung bei Bällen, Hochzeiten und Galas. 1986 dann der Durchbruch: Fibich siegte im österreichischen Pop-Rock Nachwuchswettbewerb „Pop-odrom“ und veröffentlichte im selben Jahr seine erste Solo-LP „Vorläufige Lieder“, die im Wiener Konzerthaus präsentiert wurde.

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Während er weiter als Musiker tätig war, studierte Fibich Germanistik und unterrichtete zwischen 1985 und 1991 als AHS-Lehrer an verschiedenen Schulen in Niederösterreich. Auch in der Lehrerfortbildung war der Pädagoge in diesen Jahren engagiert, traf 1991 dann aber die Entscheidung, seine Lehrtätigkeit zu beenden und sich ausschließlich der Komposition und Aufführung von Kinderliedern zu widmen.

Als Liedermacher für Kinder, also Kinderliedermacher, komponiert und textet Fibich ausschließlich neue Lieder für Kinder im Alter von drei bis elf Jahren. Pro Jahr gibt er rund 250 Mitmach-Konzerte in ganz Österreich. Dabei begleitet er sich als Singer-Songwriter auf der Gitarre und bindet sein Publikum aktiv ein. Die Programme fördern Bewegung, Respekt und Integration und gestalten Konzerterlebnisse für die ganze Familie. Markant sind auch die Illustrationen seiner ersten Kassetten, späteren CDs und heutiger Streams, die mittlerweile von seiner Tochter, der niederösterreichischen Musikerin, Grafik-Designerin und Social-Media-Betreuerin Nelavie gestaltet werden.

Im Gespräch mit Bernhard Fibich zeigt sich, dass sein Motto als Pädagoge auch jenem als Liedermacher entspricht: „Die Kinder dort abholen, wo sie stehen.“ Fibichs Lieder beziehen Alltagssituationen der Kinder spielerisch mit ein, Lieder wie „Entschuldigung“ thematisieren aus der Sicht des Kinds die Erfahrung, von den Eltern gemaßregelt zu werden, spielerische Lieder wie der „Küchen-Tango“ zeigen die Eltern aus Sicht der Kinder. Sein umfangreiches Werk und die anhaltende Tournee machen Bernhard Fibich zu einer der prägendsten Persönlichkeiten der österreichischen Kinderliederszene.

2001 erreichte Fibichs CD „Muff, der kleine Teddybär“ Goldstatus, und ist mittlerweile mehreren Generationen von Kindern ein Begriff. Eine Frage, die er dabei von Eltern immer wieder hört, ist die, ob die Kinder von heute sich im Vergleich zu den Kindern vergangener Generationen verändert hätten. Immerhin liest man in den Medien oft von der dramatisch verkürzten Aufmerksamkeitsspanne heutiger Kindergarten- und Schulkinder durch Handy und TV-Konsum. Zeigt sich das auch in Fibichs Mitmach-Konzerten?

Bernhard Fibich kann das nicht bestätigen, im Gegenteil. Die Kinder heutiger Konzerte seien ein ebenso dankbares Publikum wie die Kinder der letzten und vorletzten Generation es waren, sie gehen aktiv mit und die Einbindung funktioniert unverändert. Durch diesen interaktiven Ansatz gelingt es nicht nur musikalische Bildung, sondern auch Respekt, Toleranz und Gemeinschaft zu vermitteln.

Über drei Jahrzehnte führt Fibich seine „Never-Ending-Tour“ bereits fort: Neben Live-Konzerten in Theatern und Kindergärten spielt er seit 2020 auch zahlreiche Live-Streams auf YouTube, Facebook und Zoom. 2018 veröffentlichte er die Android-App „Bernhard Fibich Radio“, 2023 folgte die iOS-Variante.

2022 konnte Kinderliedermacher Bernhard Fibich das „Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich“ entgegennehmen. Seine Mitmachkonzerte gelten als Fixpunkt in der österreichischen Kinderkulturszene.

Am Freitag, 29. August, eröffnet Bernhard Fibich um 17.00 Uhr das feinklang-Festival im Kulturpavillon Brandlhof in Radlbrunn. Das NÖ Liedermacherinnen- und Liedermacher-Festival legt an diesem Tag den Fokus auf ein familiengerechtes Musikprogramm. Weiter geht es am Samstag, 30. August mit dem Liedermacherinnen- und Liedermacherfestival feinklang im Kulturpavillon mit

Der Eintritt ist frei, kommen Sie vorbei!