Lehrgang „Volkskultur neu denken“

28. März bis 27. Juni 2026
5 Module
Haus der Regionen, Steiner Donaulände 56, 3500 Krems-Stein

Der Lehrgang richtet sich an Kulturschaffende, an Kulturverantwortliche, an Kulturinteressierte, an Multiplikatoren der Volkskultur und der Regionalkultur, an Pädagoginnen und Pädagogen, an
Vereinsfunktionärinnen und Vereinsfunktionäre.

Lehrgangsleitung: Univ.-Prof. Dr. Brigitta Schmidt-Lauber

Anmeldung:
Tel.: 02732 85015
weiterbildung@volkskulturnoe.at

Zur Anmeldung

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Der Lehrgang „Volkskultur neu denken“ wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien, vertreten durch Univ.-Prof. Dr. Brigitta Schmidt-Lauber, umgesetzt. Eingebettet ist der Lehrgang in die Akademie der Kultur.Region.Niederösterreich. Er ist Teil eines umfassenden strategischen Prozesses zur inhaltlichen Weiterentwicklung und Neuausrichtung der Volkskultur Niederösterreich. Ziel dieses Prozesses ist die zeitgemäße Positionierung der Volkskultur Niederösterreich im 21. Jahrhundert. Diese Positionierung versteht Volkskultur als kulturelles Phänomen, das sich durch Vielfalt, Offenheit und Interaktion auszeichnet. Traditionen zu leben und gleichzeitig neue Entwicklungen zuzulassen und zu fördern, ist ein
wesentlicher Grundsatz in diesem Verständnis.

Ziel des Lehrgangs

Im Dialog zwischen Kulturwissenschaft und kultureller Praxis soll der Lehrgang „Volkskultur neu denken“

• Bedarfe und Anregungen aus der volkskulturellen Praxis aufgreifen
• eine empirisch-kulturwissenschaftliche Grundausbildung vermitteln
• Impulse aus der aktuellen Arbeit der Volkskultur Niederösterreich einbringen

In seiner Gesamtheit ist der Lehrgang eine Ausbildung in volkskulturellen Themen, Begriffen und kulturwissenschaftlichem Hintergrundwissen. Die Absolventinnen und Absolventen erwerben die Kompetenz, alltagskulturelle und volkskulturelle Phänomene in ihren sozialen, räumlichen, historischen und ökonomischen Bedeutungszusammenhängen zu erkennen und zu analysieren.
Sie verfügen über die Kompetenz, Kulturbegriffe kritisch zu reflektieren, Fragestellungen zu entwickeln und gesellschaftliche Verhältnisse und deren Wandel aus gegenwartsorientierter kulturanalytischer Perspektive zu verstehen.

Lehrgangsleitung

Die Lehrgangsleitung liegt bei Univ.-Prof. Dr. Brigitta Schmidt-Lauber. Sie ist Professorin und Institutsvorständin am Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien. Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der ethnographischen Alltagskulturforschung sowie der relationalen Stadt-, Stadt/Land- bzw. Raumforschung. In ihren Forschungen konzentrierte sie sich zuletzt besonders auf Niederösterreich.

Modul 1  – Samstag, 28. März 2026, 10.00–18.00 Uhr
Von der Volkskunde zur Empirischen Kulturwissenschaft
Einblicke in Wissenschaftsgeschichte als Gesellschaftsgeschichte

Das Modul vermittelt Grundwissen über die Entstehungsgeschichte der Volkskunde als für Fragen der Volkskultur zuständige Disziplin im Zuge wachsenden Interesses am „Volk“ im 19. Jahrhundert sowie das heutige Fachverständnis. Besonderes Augenmerk wird auf den Kultur- und Volksbegriff sowie aktuelle Perspektiven der Kulturanalyse gelegt. Darüber können die Teilnehmenden volkskulturelles Engagement und Themen besser einordnen und lernen Kultur wissenschaftlich fundiert zu verstehen.

Brigitta Schmidt-Lauber, Institutsvorständin Institut für Europäische Ethnologie, Universität Wien

Jens Wietschorke, Ethnologe und Kulturwissenschaftler, Universität München

Modul 2 – Samstag, 11. April 2026, 10.00–18.00 Uhr
Heimat, Brauch, Tradition, Kulturerbe
Begriffe im gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Gebrauch

Dieses Modul soll den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dabei helfen, die behandelten Begriffe in ihrer Bedeutungsvielfalt und ihrem Wandel zu verstehen und bewusst zu verwenden, um damit ihre oft herausfordernde Brücken- und Vorbildfunktion in der Kulturvermittlung und im gesellschaftlichen Diskurs möglichst kompetent ausfüllen zu können.

Im Anschluss besteht die Möglichkeit, das Konzert von „Domo Emigrantes“ im Haus der Regionen zum ermäßigten Preis (10% Ermäßigung auf den Vorverkaufspreis) zu besuchen (Beginn: 19.30 Uhr).

Michael Greger, Ethnologe, Salzburger Landesinstituts für Volkskunde

Klaus Schönberger, Kulturanthropologe, Institut für Kulturanalyse an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt/Celovec

Modul 3  – Samstag, 30. Mai 2026, 10.00–18.00 Uhr
(Volks)Musik

Das Modul bietet eine kritische Einführung in die Begriffe Volksmusik, Volkslied, Volkstanz im österreichischen und europäischen Kontext sowie im internationalen, auch außereuropäischen Vergleich. Neben grundlegenden Einblicken in wissenschaftliche Diskurse zu Volksmusik, Begriffsdefinitionen und Begriffsalternativen sowie einer Reflexion des Forschens zu Volksmusik und seiner Geschichte behandelt er vor allem die wandelnde Bedeutung volksmusikalischer Praxis in Österreich heute. Es werden darüberhinaus Beispiele heutiger Volksmusikpraxis in Österreich – sowohl im alpenländischen Kontext als auch bei autochthonen Minderheiten oder migrantischen Communities – vorgestellt, um mögliche Bedeutungen, Kontexte und politische Implikationen von Volksmusik aufzuzeigen.

Im Anschluss besteht die Möglichkeit, das Konzert von „Faltenradio“ im Haus der Regionen zum ermäßigten Preis (10% Ermäßigung auf den Vorverkaufspreis) zu besuchen (Beginn: 19.30 Uhr).

Marko Kölbl, Vorstand Institut für Volksmusikforschung, mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Volker Gallasch, Musikvermittler, Musikpädagoge

Dieter Schickbichler, Musiker, mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Modul 4 – Samstag, 20. Juni 2026, 10.00–18.00 Uhr
(Volks)Tanz

In diesem Modul lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Kulturphänomen Volkstanz in Theorie und Praxis kennen. Es wird erklärt, was unter „Alpenländischem Volkstanz“ verstanden wird, und seine Beziehung zu anderen traditionellen Tanzformen aufgezeigt. Das Wechselspiel zwischen Volkstanz, höfischem Tanz und Standardtanz war eine wesentliche Komponente für die Entwicklung dieser Tanzformen. Besonderes Augenmerk wird auf die Entwicklung der Volkstanzszene in Niederösterreich gelegt. Neben den theoretischen Inhalten wird es auch Raum und Zeit geben, um eigene (erste) volkstänzerische Praxiserfahrungen zu sammeln.

Franz Steininger, Volkstänzer, Musikant, Tanzforum Niederösterreich

Eddy Franzen, Tanzlehrer und Betreiber einer Tanzschule in Wien

Simon Wascher, Musiker, Tänzer und professioneller Drehleierspieler

Modul 5 – Samstag, 27. Juni 2026, 10.00–18.00 Uhr
Kleidung und Tracht

Das Modul führt in die Geschichte des Begriffs „Tracht“ ein. In früheren Zeiten meinte „Tracht“ noch so ziemlich alles Tragbare und wurde lange Zeit auch nicht mit der „Mode“ kontrastiert. In der Moderne verengte sich der Begriff jedoch auf Vorstellungen einer vermeintlich vormodernen, vorwiegend ländlich-bäuerlichen, regionale Unterschiede anzeigenden Kleidung. Das Modul  behandelt die Geschichte der Trachtenbewegung in Niederösterreich und reflektiert die Bedeutung von Tracht in der Gegenwart. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren, wie die Wissenschaft „Tracht“ im Laufe der Zeit thematisierte und erhalten einen Einblick über neuere Forschungen.

Reinhard Bodner,  Kulturwissenschaftler, Kulturanthropologe, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt/Celovec

Nina Kainz, Kulturwissenschaftlerin und Dirndlschneiderin

Johanna Scherz, Schneidermeisterin

Information & Anmeldung:
Tel.: 02732 85015
weiterbildung@volkskulturnoe.at

Der Lehrgang umfasst insgesamt fünf Module, alle Module basieren auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und verknüpfen diese mit Anwendungsbeispielen und gesellschaftlicher Praxis.

Ihre Anmeldung zum Lehrgang „Volkskultur neu denken“ wird bis spätestens 21. März 2026 erbeten.

Veranstaltungsort:
Haus der Regionen
Steiner Donaulände 56, 3500 Krems-Stein

Bei erfolgreicher Absolvierung des Lehrgangs wird ein Zertifikat ausgestellt.
Kosten: EUR 280,00

In den Kosten enthalten: Seminarbetreuung, Kosten für Vortragende, Unterlagen.

Änderungen vorbehalten.