
Heuer begehen 5/8erl in Ehr’n 20-jähriges Bestehen und für die Volkskultur Niederösterreich ist es Ehrensache, der Band zu diesem Anlass ein Portrait zu widmen.
Wer schon einmal auf einem Konzert des Ausnahmeensembles dabei war, weiß: wenn 5/8erl in Ehr’n die Bühne betreten, entsteht ein Klangraum, der sich bewusst zwischen den Genres bewegt. Gegründet im Jahr 2006, entwickelte die Band über die Jahre ihren eigenen Stil, den sie selbst als „Wiener Soul“ bezeichnen – eine Mischung aus Jazz, Soul, Pop und der Tradition des Wienerlieds.
Ihr Sound lebt von Reduktion und Feingefühl: getragen von Dialekttexten, warmen Harmonien und einem groove-orientierten Ensemble ohne Schlagzeug, das auf Instrumente wie Kontrabass, Gitarre, Akkordeon und E-Piano setzt.
Vom Insidertipp zur festen Größe
Die Geschichte der Band beginnt – wie so oft – im Kleinen. Anfangs als Insidertipp gehandelt, machten sich 5/8erl in Ehr’n mit groovigen Mundart-Songs und Anleihen am Wienerlied schnell einen Namen. Mit ihrem frühen Song „Siasse Tschick“ erreichten sie erstmals ein breiteres Publikum und fanden ihren Weg in die österreichische Popkultur.
Es folgten mehrere Studioalben, nationale Chartplatzierungen sowie zahlreiche Konzerte im In- und Ausland – von Europa bis nach China und Ägypten.
Heute gilt die Band als fixe Größe der österreichischen Musikszene und wurde mehrfach mit dem Amadeus Austrian Music Award ausgezeichnet. Aber wo stehen 5/8erl in Ehr’n musikalisch?
Zwischen Wienerlied und Gegenwart
Traditionelle Elemente werden von der Formation spielend mit Einflüssen aus Jazz, Blues und Soul verknüpft und schaffen so eine zeitgenössische Klangsprache, die sich bewusst nicht klar einordnen lässt.
Charakteristisch sind dabei ihre Texte im Wiener Dialekt: oft humorvoll, manchmal melancholisch, immer nah am Alltag und mit einem feinen Gespür für Zwischentöne. Vielleicht macht gerade diese Verbindung aus sprachlicher Authentizität und musikalischer Offenheit einen der Reize der Band aus – und erklärt, warum ihre Songs sowohl im kleinen Rahmen als auch auf großen Bühnen funktionieren.
Wiener Soul als Haltung
„Wiener Soul“ ist bei 5/8erl in Ehr’n mehr als ein Genrebegriff. Er beschreibt eine Haltung: entspannt, subtil, mit einem Hang zur Melancholie und gleichzeitig voller Charme.
Ihre Musik bewegt sich zwischen Intimität und kollektiver Erfahrung, zwischen leiser Beobachtung und gemeinsamem Mitsingen. Was als kleines Projekt begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer Institution der österreichischen Musiklandschaft – ohne dabei die eigene Handschrift zu verlieren.
Die Besetzung im Portrait
Das Quintett besteht aus fünf Musikern, die alle aus der Wiener Szene stammen und stark im Jazz- und Popbereich verwurzelt sind:
Max Gaier, geboren 1982 in Wien, ist ausgebildeter Jazzsänger. Gemeinsam mit Robert „Bobby“ Slivovsky bildet er das vokale Zentrum der Band. Seine Wurzeln liegen im Jazz, was sich in der Phrasierung und Improvisationsnähe der Songs widerspiegelt.
Robert „Bobby“ Slivovsky, geboren 1980 in Wien, ist ebenfalls diplomierter Jazzsänger und Co-Frontmann der Band. Neben seiner Arbeit mit 5/8erl in Ehr’n ist er auch als Solokünstler aktiv. Die beiden trafen ursprünglich bei einer Jazzsession aufeinander – ein entscheidender Moment für die Bandgründung.
Miki Liebermann ist Gitarristin der Band und bringt wesentliche kompositorische Impulse ein. Ihr Spiel bewegt sich zwischen Jazz, Pop und Songwriting und prägt den warmen, reduzierten Bandsound maßgeblich mit.
Hanibal Scheutz, geboren 1981 in Wien, ist Bassist, Sänger und zentraler Songwriter der Band. Er gründete außerdem das Label „Viennese Soulfood Records“, auf dem viele Veröffentlichungen der Band erscheinen.
Clemens Wenger, geboren 1982, ist Akkordeonist und Pianist sowie Gründungsmitglied der JazzWerkstatt Wien. Er steht für die harmonische und klangliche Tiefe der Band und verbindet Jazztradition mit modernen Sounds.
5/8erl im Haus der Regionen
Am 24. April 2026 laden 5/8erl in Ehr’n ins Haus der Regionen in Krems-Stein – und weil das reguläre Konzert um 19.30 Uhr bereits ausverkauft ist, wird um 17.00 Uhr ein Zusatzkonzert geboten.
In ihrer charakteristischen Mischung aus Wienerlied, Soul und feinsinnigem Humor wird das Quintett an diesem Abend den Bogen von berührenden Balladen bis hin zu augenzwinkernder Burleske spannen.
Hier gibt es noch Karten für das Zusatzkonzert, solange der Vorrat reicht.
Credits: Fotos 1,5 & 6 © Astrid Knie, Fotos 2,3,4, 7 zVg 5/8erl in Ehr’