
Marterl begeistern auch junge Menschen. Im Zuge des Projektmarathons 2025 der Landjugend Niederösterreich hat die Landjugend Neustadtl ein bestehendes Marien-Marterl in ihrer Gemeinde saniert und renoviert.
Was ist der Projektmarathon?
Diese Aktion der Landjugend Niederösterreich ist eine echte Challenge – eine Herausforderung, die Organisationstalent, Zusammenhalt und bestmöglich Koordination verlangt: Innerhalb von 42,195 Stunden müssen die Mitglieder einer Ortsgruppe ein von der Gemeinde geplantes Projekt bestmöglich umsetzen. Den Mitgliedern ist dieses Projekt jedoch bis zur Projektübergabe unbekannt. Ziel ist es, schnellstmöglich die Mitwirkenden in Gruppen einzuteilen und mit der Arbeit bis zur Projektpräsentation fertig zu werden.
In Neustadtl startete der Projektmarathon am Freitag, den 29. August 2025 um 17.00 Uhr mit der Übergabe durch den Bürgermeister.
Bürgermeister Franz Kriener hatte sich für die motivierten Mitglieder der Landjugend wieder einmal etwas Herausforderndes und Besonderes überlegt, um die Gemeinde noch lebenswerter und erlebenswerter zu machen. Es sollte nicht nur der öffentliche Spielplatz neben dem Kindergarten errichtet, sondern als Zusatzaufgabe auch noch das Marterl mit der Fatima-Statue renoviert werden und somit in neuem Glanz erstrahlen.
In der Folge machten sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen gekonnt an die Arbeit, um die im 15. Jahrhundert erbaute Marienkapelle am Burgkogel wieder zu erneuern. Da die Marienkapelle schon seit Jahrhunderten als religiöses Zentrum gilt, zieht dieser Ort immer wieder Pilger und Wanderer von Nah und Fern an. Für diese hat die Landjugend neben der Renovierung des Marterls auch ein erholsames „Platzerl“ rund um die Kapelle geschaffen.
Mithilfe eines Baggers wurde die Fläche rund um das Marterl geebnet und mit Kies angeschüttet. Danach konnten die Mitglieder mit dem Verlegen des Pflasters beginnen. Viele helfende Hände waren erforderlich, um in dieser kurzen Zeit bestmöglich voranzukommen. Während die Burschen die Pflastersteine verlegten, befassten sich die Mädchen mit dem Marterl selbst. Der bereits in die Jahre gekommene Anstrich wurde abgeschliffen und für die neue Farbe vorbereitet. Danach wurde gemalt und auch das Dach bekam einen neuen Anstrich.
In dem im Barockstil gestalteten Marterl steht eine Fatima-Statue, welche die Jungfrau Maria von Fatima darstellt. Nach überlieferten Aufzeichnungen symbolisiert diese Figur Frieden, Buße und Gebet. Um auch das Innere der Kapelle wieder ansehnlich zu gestalten, wurde auch die Fatima-Statue renoviert und neu bemalt.
Um beim Marterl rasten zu können, bauten einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Wochenende auch Sitzgelegenheiten in Form von Bänken, die neben der Kapelle platziert wurden. Bei der Projektpräsentation konnten die Neustadtler Bewohnerinnen und Bewohner das renovierte Marterl begutachten und sich auch eine Weihwasserflasche, gesegnet von Pfarrer Kasimir Kwiecien, als Andenken mit nach Hause nehmen. Nun erstrahlt die Marienkapelle wieder in neuem Glanz und bietet Pilgerinnen und Pilgern sowie Ruhesuchenden einen idyllischen Platz, um zur Ruhe zu kommen und Traditionen weiterzuführen.
Zukünftig ist eine regelmäßige Maiandacht beim Marienmarterl am Burgkogel geplant sowie die vierteljährlichen Reinigung des Marterls durch die Landjugend Neustadtl. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel an einem Wochenende geschafft werden kann, wenn zusammengeholfen wird und man bereit ist, voneinander zu lernen. Für die Landjugend Neustadtl war die Sanierung des Marien-Marterls eine ganz besondere Zusatzaufgabe und die Wertschätzung der Neustadtler Einwohnerinnen und Einwohner eine besondere Belohnung. Gerne haben alle ihren Teil zur Erneuerung bzw. Erhaltung dieser jahrhundertealten Kapelle beigetragen.
Julia Aichinger und Marlene Aichinger, Landjugend Neustadtl
Alle Fotos: Landjugend Neustadtl an der Donau
LINK:
https://www.volkskulturnoe.at/footer/ueber-uns/kleindenkmale/
TIPP: Tag der Klein- und Flurdenkmale am 9. August 2026
