Wir gratulieren zum Kulturpreis!

Die Preisträger des Jahres 2026

Auch in diesem Jahr vergibt das Land Niederösterreich wieder die Kulturpreise in den Kategorien Architektur, Bildende Kunst, Erwachsenenbildung, Literatur, Medienkunst, Musik sowie Volkskultur und Kulturinitiativen. Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden nun bekanntgegeben, die Preise werden am 22. Oktober im Festspielhaus St. Pölten überreicht.

Mit dabei sind auch heuer wieder Akteurinnen und Akteure aus dem Bereich der Regionalkultur in ganz Niederösterreich. So bekommt Erhard Mann aus Absdorf in der Kategorie Volkskultur und Kulturinitiativen den Würdigungspreis. Mann ist eine wichtige Säule der niederösterreichischen Chorszene und ein wichtiger Partner der Volkskultur Niederösterreich. Als Referent hat er Generationen von jungen Chorleiterinnen und Chorleiter ausgebildet, selbst leitet er den Chor CANTARE in Tulln und ist beliebt als Chorleiter bei vielen „Singen mit Aussicht„, einer Sommerinitiative der Volkskultur Niederösterreich für alle, die gerne singen.

Ein Anerkennungspreis geht an „aL!VE“, den „Allentsteiger Lichtspiel Verein“, der als gemeinnütziger Kulturverein das lichtspiel Allensteig programmiert und sich seit 2012 für die Entwicklung der regionalen Kunst- und Kulturszene engagiert. Anerkennung findet auch Uta Maria Matschiner als Leiterin des Geschichtlichen Museums der Stadt St. Valentin. Due Autorin beschäftigt sich zudem seit vielen Jahren mit der österreichischen Keramik des 20. Jahrhunderts.

In der Kategorie Musik für die Sitzendorfer Komponistin Johanna Doderer gewürdigt. Ebenso wie Literatur-Anerkennungspreisträger Michael Stavaric aus Laa und die Pillichsdorferin Anna Josephine Holzer war sie beim WEIN/4-Festival 2026 künstlerisch aktiv. Letztere erhält einen Anerkennungspreis beim diesjährigen Sonderpreis – der Kategorie Tanz und Performance.

Einen Anerkennungspreis im Bereich der Musik bekommt Cordula Bösze, die seit 1993 an der Musikschule Tulln Querflöte und Improvisation unterrichtet sowie die Komponierwerkstatt „W.er A.ußer Mozart?“, die Bläserbande junior, und das Flötenensemble führt. Der gebürtige Melker Jakob Kammerer stand bereits mit Thomas Gansch, Tini Kanirath und Clemens Salesny auf der Bühne und spielte bereits im Theater an der Josefstadt. Mit seiner Band, dem Kammerer OrKöster, gewann der Schlagzeuger den Burghauser Nachwuchs Jazzpreis.

Harald Froschauer, Geschäftsführer der Volkskultur Niederösterreich, über Erhard Mann:

Singen als Lebenselexier

Wenn Erhard Mann mit seiner fröhlichen und gewinnenden Art zum Singen auffordert, dann stimmen alle mit ein. Man kann gar nicht anders. Dies geschieht in seinem Heimatort Absdorf bei der Chorprobe mit dem „chor mauritius“ ebenso wie bei der Langen Nacht der Chöre, bei der er gemeinsam mit rund 5.000 Sängerinnen und Sängern einen Jodler anstimmt. Nicht zu vergessen die Jahrzehnte in den Schulklassen der Musikmittelschule Tulln und nach seiner Pensionierung in den verschiedensten Schulklassen Niederösterreichs, in denen er Kinder zum Singen motiviert.

„Singen öffnet die Herzen der Menschen und wirkt sehr förderlich auf Körper, Geist und Seele. Dieses gleichmäßige Schwingen, unser intensiver Ausdruck von Emotionen, das aufeinander Hören, das gemeinsame Gestalten wirken in uns nachhaltig. Denn wer regelmäßig singt, trainiert nicht nur höchst effektiv seine musikalischen Fähigkeiten, Singen aktiviert und integriert die verschiedensten Bereiche unseres Gehirns. Es fördert unsere Gedächtnisleistung, die Konzentrationsfähigkeit, die soziale Intelligenz, unser Immunsystem und unsere emotionale Ausgeglichenheit. Untersuchungen belegen: Singen „stimmt“ unser ganzes Wesen, es ist gesund, macht Spaß und noch dazu schlau.“ Dieses Zitat, das er für die Initiative „Singen mit Aussicht“ formulierte, beschreibt seine Motivation, sich für das Singen einzusetzen.

Seine Ausbildung erhielt der Pädagoge mit dem Geburtsjahr 1957 in der Pädagogischen Akademie Krems, wo er Mathematik und Musikerziehung belegte und danach am Konservatorium für Kirchenmusik Wien studierte. Als langjähriger Landeskoordinator für Musikpädagogik an der Bildungsdirektion für Niederösterreich und Obmann des Fördervereins der Musikmittelschulen Österreich ist er ein großartiger Netzwerker für die Musikpädagogik, mit einem offenen Ohr für die Bedürfnisse der Pädagoginnen und Pädagogen an den Pflichtschulen. Dabei verlegte er sich als Mitbegründer, Musikerzieher, Chorleiter und Fachkoordinator der Musikmittelschule Tulln nicht darauf, die schwindenden Musikstunden in der Schule und an den Hochschulen zu beklagen, sondern wirkte bei der Schaffung von Fortbildungen mit, steht auch in seiner Pension noch als Referent in den Schulen und an der Pädagogischen Hochschule zur Verfügung. Beim Lehrgang „Kinder- und Jugendchorleiten“ der Volkskultur Niederösterreich ist er nicht nur federführend in der Konzeption, sondern gibt sein Wissen als Referent in der Praxis an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiter. Als Mitbegründer der „Singenden klingenden Schule“ gelang 2016 eine Initiative, das Singen an den Schulen zu verstärken.

Das Chorsingen ist ihm ein Anliegen. Das ist in jedem Gespräch spürbar. Aktiv bringt er sich, sein umfassendes Wissen und seine langjährige Erfahrung in viele Projekte der Chormusik ein, als künstlerischer Leiter von Familiensingwochen in Niederösterreich seit 2000 und seit 2018 Vorstandsmitglied der Vokalakademie Niederösterreich. Als Mitglied des „a cappella chor tulln“ und als Chorleiter des „chor mauritius“ kostet er die Vielfalt des Chorsingens aus, vom geistlichen Lied für die Messgestaltung über Konzerte mit vielen populären Titeln bis zu den klassischen Werken der Chorliteratur ist ihm nichts fremd.

Seine Chorleitung ist mitreißend, begeisternd und einfühlsam. Dies zeigt die gelungene Gründung des Absolventinnen- und Absolventenchors „CANTARE“ der Musikmittelschule Tulln anlässlich des 40-jährigen Bestehens dieser Sonderform. 40 Sängerinnen und Sänger umfasst dieser Klangkörper, der unter anderem jetzt auch regelmäßig bei der Langen Nacht der Chöre zu hören ist.

Seine Leidenschaft für das Singen ist spürbar, er motiviert und integriert – ein Vorbild für Sängerinnen und Sänger aller Generationen. Die Auszeichnung mit dem Niederösterreichischen Kulturpreis ist in höchstem Maße verdient!

Singen mit Aussicht und mit Erhard Mann
(c) Heinrich Grünwald
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