Junge Stimmen

Bezirksjugendsingen 2010 in Retz, Chor der VS Ziersdorf ©Andreas Heske

2026 findet wieder das Österreichische Jugendsingen statt, nach Eigendefinition der größte Jugendchor-Wettbewerb in Europa statt. Die Teilnahme ist in verschiedenen Alterskategorien sowohl Schul- als auch außerschulischen Chören möglich, die jüngsten Kinder dürfen nicht unter sechs Jahren sein, der Altersdurchschnitt in der höchsten Kategorie darf 24 Jahre nicht überschreiten.

Während das Landesjugendsingen ein Wettbewerb ist, bei dem sich Chöre für das Bundesjugendsingen qualifizieren, ist das Bezirksjugendsingen durchaus als Plattform zu verstehen, dem Chorsingen eine Bühne zu bieten und somit eine Breitenförderung im Musikland Österreich. 1948 initiiert, war die Motivation, geprägt in der der Nachkriegszeit, Kultur und Österreichbewusstsein zu stärken und Musik als erzieherisches Mittel einzusetzen. In einem 3-jährigen Rhythmus konnte sich das Jugendsingen etablieren und entwickeln. Die Durchführung auf Ort- und Bezirksebenen ohne Bewertung setzte sich schon 1949 durch, in den 1950er-Jahren war nicht nur die das künstlerische und gesangstechnische Niveau, das erfreulicherweise im Steigen begriffen war, ein Thema, sondern auch die Orientierung hin zur Freude am Singen.

Die Gumpoldskirchner Spatzen beim Einsingen ©VKNÖ

Singen ist bis zu einem gewissen Grad egalitär, denn das Instrument Stimme ist jedem und jeder mitgegeben. In diesem Kontext ist umso wichtiger, dass dieses Instrument gezielt für alle Kinder einsetzbar wird. Klassen-, Schul-, aber auch Chöre in Pfarren und Gemeinden leisten hier bewundernswerte und engagierte Arbeit, denn die positive Wirkung von Musik auf die Entwicklung von Kindern ist vielfach publiziert: In Musikklassen verbesserten Kinder nicht nur ihre gesamtschulischen Leistungen, sondern auch das Sozialverhalten wandelte sich zum Besseren. Das Singen wirkt sich auf die körperliche Gesundheit aus, Abwehrkräfte werden aktiviert, das Stresshormon Adrenalin wird abgebaut und die Sauerstoffversorgung der Organe verbessert. Durch das Musikhören wird der Mandelkern, der im Gehirn für Angstreaktionen zuständig ist, ausgeschaltet – d.h. das Musik Angst lindernd wirkt. Insgesamt wird das allgemeine Wohlbefinden gesteigert, da Serotonin und Noradrenalin ausgeschüttet werden.

Singen ist ein Gemeinschaftserlebnis. Die Proben beginnen idealerweise mit einem Einsingen, das Aufwärmen für das gemeinsame Singen, bei dem das Aufeinander Hören geübt wird, der Tonumfang ausgelotet wird, jeder seinen Platz im Gefüge Chor findet. Auftritte wie das Bezirksjugendsingen bieten für die Kinder einerseits die Plattform der Präsentation, es wird daraufhin gearbeitet, die Intonation und Aussprache verbessert. Die verschiedenen Chöre bieten aber nicht nur dem Publikum die einstudierten Lieder, der Höhepunkt ist sicher, in einem Klangkörper mit weit über hundert Kindern die gemeinsamen Lieder zu singen.

Der Kinder- und Jugendchortag in Gumpoldskirchen ist eine andere Möglichkeit sich auszuprobieren. Kinder- und Jugendchöre sind an diesem Tag eingeladen, sich untereinander zu mischen und in Workshops neue Lieder und Klänge auszuprobieren – auch hier ist das gemeinsame Singen in einem großen Klangkörper der Höhepunkt eines intensiven Chortages.

Als Gesellschaft ist es unsere Aufgabe, Kindern niederschwellige Angebote im Bereich der Musik zu machen, ihnen die Freude am Singen und gemeinsamen Musizieren zu vermitteln – vor allem am Selber-tun!

Information:

Voices up am 21. März 2026 in Gumpoldskirchen

VOICES UP – das große Kinder- und Jugendchorwochenende – CHORSZENE

Termine und Veranstaltungsorte zu den einzelnen Bezirksjugendsingen

Jugendsingen 2026 , Bildungsdirektion Niederösterreich