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Wonnemonat Mai

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Bräuche im Mai

Maibaum

Maibäume

Im ländlichen Raum, aber auch in der Stadt beliebt ist der Brauch des Maibaumaufstellens. Am 1. Mai oder am Tag davor wird ein mächtiger Nadelbaum, dessen Stamm geschält und dessen Wipfel je nach Ort mehr oder weniger aufwändig verziert ist, an einem zentralen Platz im Ort aufgestellt. Das Aufstellen erfolgt heute aus Sicherheitsgründen meist schon mit einem Kran, es gibt aber noch Gemeinden, wo der Baum mit reiner Körperkraft in die Höhe gehievt wird (z.B. in Rossatz und Oberarnsdorf in der Wachau, in Baden sowie in St. Valentin). Dazu braucht es eine speziell vorbereitete seichte Grube, in die der Baum gelegt wird. Mit verschieden langen Stangen, die an einem Ende eine metallene Spitze haben oder durch ein kurzes Seil verbunden sind, versucht man in mehreren Durchgängen den Baum immer gerader aufzurichten, wobei die Koordination der Maibaumaufsteller von besonderer Wichtigkeit ist. Oft wird das Aufstellen des Maibaums von örtlichen Vereinen, zum Beispiel der Feuerwehr, organisiert. Wenn der Baum gerade steht, wird er in der Grube befestigt und dann das erfolgreiche Gelingen gefeiert – meist ist das Maibaumaufstellen mit einem Dorffest verbunden. Der Maibaum steht dann für rund einen Monat, um dann verlost oder versteigert zu werden.

Die Spitze des Maibaums ist meist prächtig mit Krepppapierblumen und Bändern verziert – es gibt aber auch einfachere Varianten. Meist aber krönt zusätzlich zur Baumspitze ein Kranz aus Nadelbaumzweigen den Baum. Manchmal hängen auch noch Trophäen wie eine Wurst am Maibaum. Die tapfersten Burschen des Dorfes sollen versuchen, den Maibaum zu erklettern und diese Trophäen zu ergattern.

Es konnte aber auch durchaus sein, dass gar kein Baum zum Aufstellen mehr da war. Ein beliebter Streich zwischen Nachbarorten ist es nämlich, den Maibaum zu stehlen, umzulegen oder gar zu zersägen. Das darf aber nur vor dem 1. Mai geschehen und heimlich. Wenn man erwischt wird, konnte es durchaus zu Handgreiflichkeiten kommen. In vielen Orten wird der Maibaum daher vor dem Aufstellen streng bewacht.

Der Maibaum ist in Österreich seit dem 15. Jahrhundert  belegt. Auch wenn Zusammenhänge mit germanischen Waldgottheiten und Baumriten vermutet werden, so kann eine Kontinuität und ein direkter Zusammenhang aber nicht bewiesen werden. Auf jeden Fall ist es mehr ein allgemeiner Volksbrauch denn ein agrarischer Bauernkult, wahrscheinlich ging er eher aus dem Brauch des Aufstellens eines Kirchweihbaums oder eines Ehrenmaibaums hervor.

Neben dem Maibaumaufstellen, dem Tanz um den Baum und dem schon selten gewordenen Maibaumkraxeln ist der Maistrich noch sehr beliebt. In der Nacht vor dem 1. Mai macht die Dorfjugend durch eine weiße Linie aus Kalkfarbe heimliche Affären und Liebschaften im Ort bekannt. Im Weinviertel sind auch Ehrentafeln zum 1. Mai  - so genannte Maitafeln - beliebt. Den Gegenwert eines Maibaumes erwartet man vom Geehrten auch ohne dass ein Baum aufgestellt werden muss.

In Pandemiezeiten ist das Aufstellen von Maibäumen im Rahmen von geselligen Festen nicht möglich, aber es wurden sowohl 2020 wie auch 2021 einige Maibäume im familiären Verband oder von den Gemeinden und Feuerwehren unter Einhaltung strenger Vorsichtsmaßnahmen aufgestellt.

Heilige Corona

14. Mai

Am 14. Mai ist der Festtag der heiligen Corona („die Gekrönte“), einer frühchristlichen Mäyrtyrerin im 2. Jahrhundert nach Christus. Ihr Tod war besonders grausam, sie wurde zwischen die Spitzen zweier zusammengebundener Palmen gefesselt und beim Zurückschnellen dieser zerrissen.

Auch uns hat Corona zerrissen – eine Gesellschaft, die auf ein Miteinander angewiesen ist, wurde per Dekret auf Abstandhalten trainiert. Doch gerade das Fehlen der Gemeinschaft macht uns die Bedeutung klarer und auch mit Abstand kann ein Miteinander und Füreinander funktionieren.

Corona ist die Patronin der Fleischhauer, Glücksspiele und Geldangelegenheiten, aber laut ökumenischem Heiligenlexikon hilft sie auch bei Seuchen und Unwetter. Hoffentlich bedeutet Ihr Festtag einen Hoffnungsschimmer für die derzeitige Gesundheitskrise.

Lied zu Ehren der heiligen Corona - Notendownload

Tonbeispiel

Ort: In Niederösterreich sind die Pfarrkirchen St. Corona am Wechsel (Neunkirchen) und St. Corona am Schöpfl (Wienerwald) der heiligen Corona geweiht.

Eisheilige

Die Eisheiligen

Für alle, die ihren Garten lieben und pflegen sind die Eisheiligen ein wichtiger Termin. Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und die kalte Sophie (15. Mai) werden mit Wetterphänomenen in Verbindung gebracht, die im sonst warmen Mai nochmal für ordentliche Kälte sorgen können, die auch für die Ernte gefährlich werden können. Eine Reihe von Bauernregeln befassen sich mit diesen Terminen:

„Wenn´s an Pankratius gefriert, wird im Garten viel ruiniert!

 

„Wer seine Schafe schert vor Servaz, dem ist die Wolle lieber als das Schaf!“

 

„Kein Reif nach Servaz, kein Schnee nach Bonifaz!“

 

„Vor Nachtfrost bist du sicher nicht, bevor Sophie vorüber ist.“

 

„Pankrazi, Servazi, Bonifazi

sind drei frostige Bazi,

und zum Schluss fehlt nie

die kalte Sopie.“

 

Hochzeit für Hochzeiten

Wonnemonat Mai

Im Mai wird besonders gern geheiratet. Der Wonnemonat Mai ist sozusagen sprichwörtlich. Er trägt den Namen der altitalischen Wachstumsgöttin Maja (Ovid) und galt von alters her als „Liebesmonat“. Maja ist in der römischen Mythologie mit Vulcanus verheiratet und hat somit Parallelen zur griechischen Aphrodite. Die bekanntesten Hochzeitsbräuche sind: der Heiratsmann, das Streuen von Reis, das gemeinsame Durchsägen eines Holzstammes, das Brautentführen und vieles mehr….

 

Fruchtbarer Mai

Mairegen bringt Segen,

da wächst jedes Kind,

da wachsen die Blätter,

die Blumen geschwind!“

Dem Mairegen wird besondere Kraft zugesprochen. Wurden Sie auch als Kind in den Mairegen geschickt, „dann wächst Du schneller!“

Tatsächlich kann man nach einem Mairegen dem Gemüse, dem Rasen und auch dem Unkraut praktisch beim Wachsen zusehen. Es ist ein besonders fruchtbarer Monat, wenn die Ausgewogenheit zwischen Sonne und Regen passt.

 

Maipfeiferl

Früher gehörte es zu den selbstverständlichen Fertigkeiten jedes Buben – und sicher auch so manchen Mädels – sich aus Weidenästen ein besonders lautes oder auch wohlklingendes Pfeiferl zu schnitzen.

Kultur Niederösterreich