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Neue CD: Klingendes Archiv 4

Musikalische Kostbarkeiten aus dem Miesenbachtal finden sich auf der vierten CD der Reihe "Klingendes Archiv" der Volkskultur Niederösterreich: Miesenbacher Frauentrio, Rastberger Sängerinnen, Miesenbacher Sänger

Die vierte CD der Reihe „Klingendes Archiv“ widmet sich dem Singen und Dudeln im Miesenbachgraben im südlichen Niederösterreich. Diese volksmusikalisch bemerkenswerte Region um den Schneeberg rückte um die Wende zum 20. Jahrhundert verstärkt in den Focus von Volksliedsammlern. Für das 1904 ins Leben gerufene mehrbändige Buchprojekt „Das Volkslied in Österreich“ schrieben die Volksliedforscher zahlreiche Lieder und Dudler auf, wie sie ihnen von Gewährsleuten in Miesenbach und Umgebung vorgesungen worden waren. Nach dem Ende der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und der damit einhergehenden Einstellung des Editionsvorhabens veröffentlichten Karl Kronfuß und die Brüder Felix und Alexander Pöschl 1930 einen kleinen Auszug aus ihren handschriftlichen Aufzeichnungen, die bis heute großteils im Volksliedarchiv der Volkskultur Niederösterreich aufbewahrt werden. Die vorwiegend in Reinschriften vorliegenden Belege dokumentieren eine lebendige Singtradition, die bis dahin hauptsächlich mündlich von Generation zu Generation weitergegeben worden war.

Die Tonaufnahmen der CD „Klingendes Archiv 4“ aus den 1970er Jahren stammen von Walter Deutsch, der zu dieser Zeit für die Volksmusik im ORF Landesstudio Niederösterreich zuständig war und das Institut für Volksmusikforschung an der damaligen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien leitete. Durch ein Sänger- und Musikantentreffen lernte er die Sängerinnen aus Miesenbach kennen. Die schon in ihrer Kindheit musikalisch begabte Angela Zwinz vom Rastberg sang zusammen mit ihrer Tochter Erna und mit Julie Kaiser, der Tochter des Apfelbauern Franz Stückler, im Miesenbacher Frauentrio, das sie selbst in den frühen 1960er Jahren gegründet hatte. Parallel zum Miesenbacher Frauentrio tat sich Angela Zwinz auch mit ihren beiden jüngeren Töchtern Walpurga und Elisabeth zu den „Rastberger Sängerinnen“ zusammen. Fernsehauftritte und zahlreiche Einspielungen in Radiosendungen führten zu einem hohen Bekanntheitsgrad der Sängerinnen.

Das Miesenbacher Frauentrio stand in einer von Männern dominierten Singtradition. Zu den bekannten Sängern im Miesenbachgraben zählten der Gastwirt Franz Stückler, der Viehhändler Karl Schönthaller, der Bauer Matthias Stückler, genannt „Motz“, der Sägewerksbesitzer Karl Postl und der Gastwirt Franz Rumpler. Schon 1930 wurde das Miesenbacher Jodlerquintett, bestehend aus Josef Garber, Johann Rottensteiner, Rudolf SChottleitner, Johann Rotheneder und Franz Stückler durch eine Radioübertragung über die lokalen Grenzen hinaus bekannt. Diese und weitere, namentlich mitunter nicht mehr bekannten Sänger waren Vorbilder und Wegbereiter des Miesenbacher Frauentrios. Auf mehreren Aufnahmen sind sie in unterschiedlichen Besetzungen zu hören.

Ein ausführliches Booklet informiert über das Singen im Miesenbachgraben und dessen Dokumentation damals und heute. Angela Zwinz und ihren beiden Trios wird breiter Raum gegeben. Detaillierte Quellenangaben zu den einzelnen Liedern und Dudlern verweisen auf Archivbelege bzw. mündliche Traditionen. 

Diese und auch die CDs "Klingendes Archiv 1-3" sind in der "volkskultur - Buchhandlung der Regionen" in Krems-Stein (Donaulände 56) wie auch online erhältlich!

Kultur Niederösterreich