Springe direkt zu:

Suche:

Hauptinhalt:

Brotkrümelnavigation:

Kremser Kamingespräch Spezial

Ausstrahlungsdatum auf ORF Radio NÖ wird noch bekanntgegegben.
versiegelt-naturbelassen

Dr. Erwin Pröll, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kultur.Region.Niederösterreich
Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender Die Österreichische Hagelversicherung
Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Martin Heintel, Institut für Geographie und Regionalforschung, Universität Wien
Univ. Lektorin DI Dr. Sigrid Schwarz, Universität für Bodenkultur Wien, Vizepräsidentin der Österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft

Viele Menschen sehnen sich nach einem Eigenheim, auch die Jugend: Einer jüngsten Studie zufolge möchten rund 80% der niederösterreichischen Jugendlichen zwischen 16 bis 30 Jahren in einer Eigentumswohnung oder in einem eigenen Haus leben, und zwar am Land! Erforderlich dafür sind neu zu erschließende Bauplätze. Auch Gründer von Unternehmen sind auf der Suche nach geeigneten Betriebsgrundstücken. Die dazu erforderlichen Flächen sind zwar rar, dennoch wird immer mehr Boden versiegelt, während demgegenüber laut Schätzung des Umweltbundesamtes österreichweit rund 40.000 Hektar Industrie-, Gewerbe- und Wohnimmobilien leer stehen und Ortskerne aussterben. Den Gemeinden sind bei der Umsetzung denkbarer Alternativen aber vielfach die Hände gebunden. Häuser und Grundstücke dienen nicht selten einzig und allein der Besitzstandwahrung oder gar der Spekulation, zudem können Private oft die Kosten für zweckdienliche Renovierungen nicht tragen.

Auf Ebene der Landesregierungen werden zu dieser Problematik intensiv Raumordnungsdebatten geführt, um neue Lösungsansätze zu finden. In Tirol beispielsweise sollen nur noch mit Parkdecks oder Tiefgaragen ausgestattete Einkaufszentren bzw. -märkte genehmigt werden. Niederösterreichs Gemeinden können Baulandbefristungen von fünf Jahren festlegen und nach Ablauf der Frist unbebaute Grundstücke ohne Entschädigung in Grünland rückwidmen. Weiters ist es gängig, neu gewidmetes Bauland mit einem Wiederkaufsrecht zu belegen: Wird das Grundstück nicht innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums bebaut, kann die Gemeinde den Bauplatz zurückkaufen und an andere Interessenten veräußern. Damit soll Grundstücksspekulationen vorbeugt werden, und zwar an der Peripherie genauso wie im Ortskern.

In ländlichen Regionen wird die Debatte des Bodenverbrauchs anders geführt als in urbanen Räumen. Im städtischen Umfeld, etwa in und rund um Wien sind Grundstücke um ein Vielfaches teurer als am Land, wo Bauplätze für junge Menschen und Familien daher auch erschwinglicher und leistbarer sind.

Welche Maßnahmen sind notwendig, um Ortskerne zu beleben? Wie kann es gelingen, die gerade in Österreich stark fortschreitende Bodenversiegelung zu reduzieren? Wie beeinflusst die Versiegelung von Grünland nicht nur unser Klima, sondern generell unser Leben? Wie können wir das begrenzte Gut Boden schützen? Welche Rahmenbedingungen sind von Seiten der Politik erforderlich, um Leerstände speziell im Sinne neuer Nutzungsmöglichkeiten zu minimieren? Wie steht es um die Revitalisierung sogenannter „Industrieruinen“?

Kultur Niederösterreich