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aufhOHRchen auf Radio NÖ

Di 18.8.2020, 20.00 Uhr , ORF Radio NÖ
Wege nach Mariazell
Gestaltung: Edgar Niemeczek

Diesmal begibt sich Edgar Niemeczek auf eine musikalische Reise nach Mariazell und folgt dabei einige Stationen entlang jener Strecke, die der Maler Eduard Gurk 1833 und 1834 in insgesamt vierzig Aquarellen mit Ansichten entlang des Pilgerwegs geschaffen hat.

Bei Eduard Gurks Arbeiten handelt es sich um eine Auftragsarbeit für den Kronprinzen und König von Ungarn, Ferdinand dem Fünften, der nach einem gegen ihn gerichteten Mordattentat, das er am 9. August 1832 in Baden mit nur leichten Verletzungen überlebte, daraufhin selbst eine Dank-Wallfahrt zum Gnadenort unternahm. Die erste Tages-Etappe der malerischen Reise von Wien nach Mariazell beginnt in Gurks Aquarellen bei der Spinnerin am Kreuz am Wienerberg und endet in Sankt Veit an der Gölsen. Von Wien ausgehend führt der Weg über Mödling, die Vorderbrühl und Gaaden zum Zisterzienser-Stift Heiligenkreuz. Das Kloster wurde 1133 vom Babenberger Leopold dem Dritten gestiftet. Noch vor dem Erreichen der Stiftskirche zogen die Wallfahrer durch den prächtigen barocken Kreuzweg mit den Skulpturen von Giovanni Giulianis, der lange Zeit in Heiligenkreuz als Familiar lebte und arbeitete. Weiter ging es vorbei am Wasser spendenden Brunnen unter den Stufen der zwölften Station und durch eine angenehm schattige, den Kreuzweg säumende Linden- und Kastanienallee, ehe die Pilger nach der Verehrung der großen Kreuzreliquie des Klosters ihren Weg hinauf zum Schutzengelkreuz vor Mayerling fortsetzten.

Am zweiten Tag marschierten die Wallfahrer von Sankt Veit an der Gölsen über Marktl an der Traisen bis Wienerbruck. Am Weg erreichten sie auch das Stift Lilienfeld, das durch Herzog Leopold dem Sechsten im Jahre 1202 als Tochterkloster von Stift Heiligenkreuz gegründet wurde. Von Lilienfeld ging es dann weiter über Türnitz zur Kapelle und Einsiedelei beim Siebenbrünnl. Geweiht wurde die Kapelle 1729 auf das Patrozinium Mariä Heimsuchung, um an den Weg der Gottesmutter übers Gebirge zu ihrer Verwandten, der heiligen Elisabeth zu erinnern.

Das zwanzigste Blatt der von Eduard Gurk gemalten Aquarellserie mit dem Titel „Erster Anblick des Annaberges“ zeigt die Wallfahrer kniend vor dem sogenannten Urlauber-Kreuz, einem Bildstock, von dem aus zum ersten Mal die Pfarrkirche am Annaberg gut zu sehen ist. Hier bat man um Kraft, Schutz und Segen für den weiteren Weg, denn nun galt es, mehrere Berge zu überwinden. Am Weg bis zum Siebenbrünnl erreichten die Pilger Marienorte oder Leidensstationen Christi. Die Kirche am Annaberg war nun die erste den Eltern Mariens gewidmete Andachtsstätte. Schon 1217 wurde am Annaberg eine Gnadenstätte errichtet, 1327 eine steinerne Kapelle und 1444 eine gotische Kirche. Eine weitere wichtige Station der Via Sacra ist dem Vater Mariens, dem heiligen Joachim gewidmet. Von der Kirche am Joachimsberg, nach Annaberg dem zweiten heiligen Berg, führt die Strecke weiter zum Josefsberg, den dritten heiligen Berg. Speziell zum Transport müder oder gebrechlicher Pilger boten die Bauern entlang der Via Sacra Pferdefuhrwerke an. Auch berichtet der Arzt Mathias Macher Mitte des 19. Jahrhunderts davon, dass unter den Wallfahrern die Männer meist frei und bürdelos seien, während die Frauen hochbepackt und keuchend die Prozession beschließen. Heute bringt so eine Pilgerreise wohl auch den Wallfahrerinnen eher Freude an den Schönheiten der Natur, eine spirituelle Bereicherung und Besinnung auf Wesentliches.

Die letzte Tages-Etappe der musikalisch umrahmten aufhOHRchen-Wallfahrt nach Mariazell ist geprägt von beeindruckenden Ansichten des Ötschers. Auch in der von Eduard Gurk gemalten Aquarellserie sind zahlreiche Motive mit Blick auf den Ötscher zu bewundern.

Dazu ein Buchtipp: „Malerische Wallfahrt nach Mariazell in Aquarellen von Eduard Gurk“ lautet der Titel eines 240 Seiten starken Prachtbandes, herausgegeben 2014 von Wolfgang Krug im Residenz Verlag.

Ziel der Pilgerreise ist die Basilika von Mariazell. Ihr zentrales Heiligtum ist die Gnadenkapelle mit der von goldenen Strahlen gerahmten Madonnenstatue, einer Holzskulptur aus der zweiten
Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts. Nach einer Wallfahrermesse oder auch nur stillen Andacht ist es durchaus üblich, noch einen Abstecher zu den Standlern mit ihren Rosenkränzen, Häferln und sonstigen Andachts-Gegenständen zu machen.

In der Sendung singen und musizieren:

die Mariazeller Landmusik,

das Vokalensemble 4Klang Schönbrunn,

die 5-Gspånj-Musi,

der Wienerwald Viergesang,

die Fensterlmusi,

der Salzburger Dreigesang

die Schrambacher Geigenmusik,

ein Vokalensemble des Konservatoriums für Kirchenmusik der Diözese Sankt Pölten,

die Stifta Geigenmusi,

das Quartett Noricum,

die Klosterneuburger Geigenmusik,

der Familiendreigesang Knöpfl,

die Stammtischmusi Wieselburg,

die Citoller Tanzgeiger,  

die beiden Trompeter Hans Gansch & Reinhold Ambros,

das Zistersdorfer Terzett,

die Mariazeller Sparkassenmusi und

die Steirischen Tanzgeiger.

 

Die nächsten Sendungen:

Di 25.8. Feinste Volksmusik
Gestaltung: Norbert Hauer

Di 1.9. Klingendes Archiv
Gestaltung: Peter Gretzel

Di 8.9. Volkskultur aus Niederösterreich
Gestaltung: Dorli Draxler

Di 15.9. Und wann i von Wean wegageh!
Gestaltung: Edgar Niemeczek

Di 22.9. Feinste Volksmusik
Gestaltung: Noberbert Hauer

Di 29.9. Neues aus der Volksmusik
Gestaltung: Edgar Niemeczek


Zum Nachhören!


„vielstimmig“ – Die Chorszene Niederösterreich

vierzehntägig am Do 20.00.–20.30 Uhr
präsentiert von Gottfried Zawichowski


G’sungen und g’spielt
Mi und jeden zweiten Do 20.00–20.30 Uhr, präsentiert von Edgar Niemeczek

Für Freunde der Blasmusik
Mi Do 20.30–21.00 Uhr

Musikanten spielt’s auf
Fr 20.00–21.00 Uhr
Frühschoppen
So 11.00–12.00 Uhr

Kremser Kamingespräche: Im Fokus: unsere Zukunft
jeweils am Mittwoch nach der Veranstaltung im Haus der Regionen ab 21.00 Uhr auf Radio Niederösterreich

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