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Archiv CD DER WOCHE

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Schneeberg Buam: Jodler und Lieder aus dem Schneeberggebiet

KW 40/41_2021

CD der Woche präsentiert von Edgar Niemeczek:

Schneeberg Buam: Jodler und Lieder aus dem Schneeberggebiet

 

Die Klangwelt einer einmaligen Musikkultur

Am 23. September ist der Ansänger der Schneeberg Buam, Kurt „Pomi“ Lesar verstorben. Aus diesem traurigen Anlass sei an die besonderen Sternstunden erinnert, in denen die Schneeberg Buam ihre Zuhörerschaft in den Bann zogen: bei zahlreichen Sänger- und Musikantentreffen, im Zuge von Radio- und Fernsehproduktionen, auf großen Konzertbühnen oder mit besonderer Vorliebe im Wirtshaus und in unmittelbarer Nähe zur Schank. In einer geradezu unnachahmlichen und dennoch regionaltypischen Interpretation wurden dabei jene zahlreichen überlieferten Lieder und Jodler angestimmt, wie sie bereits vor rund 100 Jahren von Volksmusikforschern wie Karl Kronfuß und Alexander und Felix Pöschl sowie Georg Kotek dokumentiert und aufgezeichnet wurden. Der Gesangsstil der Schneeberg Buam leitete sich stark von ihren Vorbildern, den legendären Hödl-Buam ab. Signifikant sind die relativ hohe Tonlage, eine kräftige Tongebung und das schnelle Drehen zum jeweils nächsten Ton, das sogenannte „Kugeln“. Dazu kommen reiche Verzierungen und ein Liedvortrag mit starken und gedehnten Rubati. Vor mittlerweile 20 Jahren nahmen die Schneeberg Buam ganze 30 Lieder und Jodler auf CD auf. Dieses Meisterwerk entstand an einem einzigen Tag, und zwar ohne jede Wiederholung: So, wie im Studio eine Nummer nur einmal gesungen wurde, so wurde sie auf dem Tonträger auch verewigt. Wie bei Produktionen der Volkskultur Niederösterreich üblich, liegt der CD auch ein informatives Booklet bei. Das Singen im Schneeberggebiet hat im Bereich der Musikalischen Volkskunde einen besonders hohen Stellenwert. Dennoch: Mit Wehmut mag man heute an eine etwas versunkene und im Großen und Ganzen vielleicht auch verschwundene Musikkultur zurückdenken. Die CD der Schneeberg Buam ermöglicht jedenfalls, ein wenig in die Klangwelt dieser Musikkultur einzutauchen.

Herausgeber: Volkskultur Niederösterreich

Online hier erhältlich!

Die CD ist auf telefonischge Bestellung erhältlich in der Buchhandlung der Regionen, Krems-Stein (Tel.: 02732 85015)

CD Gmiatlich

KW 39_2021

CD Gmiatlich, Saiten-Blech Tanzlmusi
präsentier von Edgar Niemeczek

Schwungvoll, gemütlich und familiär

Mit der CD „Gmiatlich“ und den 15 darauf eingespielten Musiknummern machte die Saiten-Blech Tanzlmusi aus dem Bezirk Neunkirchen im südlichen Niederösterreich bereits vor zwei Jahren auf sich aufmerksam. Musiknummern machte   spielte die „Saiten-Blech Tanzlmusi“. Als Chefin dieser Familienmusik gilt die Harfenistin Annemarie Pichler. Sie musiziert gemeinsam mit ihrem Ehemann Markus Pichler – Posaune, ihrem Bruder Siegfried Samwald – Akkordeon, ihrem Schwager Werner Legenstein – Tuba und dem befreundeten Basstrompeter Michael Scherz. Auf der CD „Gmiatlich“ zu hören sind Nummern im Stil der traditionellen Volksmusik, also neben Walzer, Marsch und Boarischem vor allem viele Polkas. Bei den meisten Stückln handelt es sich um Eigenkompositionen der beiden Gruppenmitglieder Markus Pichler und Siegie Samwald. Auf Gemütlichkeit, die man auch buchen kann, weist die Gruppe im Booklet besonders hin, und im Zuge eines Live-Auftritts wird sich dann auch erfragen lassen, was hinter den Bezeichnungen der einzelnen Musikstückln steckt, ob es sich nun um den „Zirberlwalzer“, den „Hofeden Boarischen“ oder die „Kraxen Polka“ handelt.

Hörproben

Erhältlich bei: 

Adler Musikverlag
Puchen 72
8992 Altaussee
Tel.: 0664 18 13 786
shop@adlermusikverlag.com
www.adlermusikverlag.com 

Marios / Julie: A tribute to Mikis Theodorakis

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
A tribute to Mikis Theodorakis

Lieder über die Sehnsucht nach Freiheit, Frieden und Liebe

Die Musik von Mikis Theodorakis war für das Duo Marios & Julie schon immer präsent: anfangs aus verzerrenden Lautsprechern, später im Radio und auf Langspielplatte und seit einer Begegnung mit dem großen Komponisten und Interpreten im Jahr 1989 auch im Rahmen vieler eigener Konzertauftritte. Am 2. September ist der in seiner Heimat Griechenland als Volksheld verehrte Theodorakis 96-jährig in Athen verstorben. Seine letzte Ruhestätte befindet sich in Galatas bei Chania auf Kreta. Die Werke von Mikis Theodorakis gelten als Meilensteine der griechischen Musik, ob eigene Kompositionen, die Bearbeitung von Volksweisen oder die Vertonung berühmter Dichter. Seine Lieder sprechen von der Sehnsucht nach Freiheit, Frieden und Liebe. Mit ihren Stimmen, Gitarren, Bouzoukis und einer Gruppe ausgezeichneter Musiker spielten Marios Koptsas-Anastassiou und Julie Anastassiou schon 2007 insgesamt 14 Titel von Mikis Theodorakis auf CD ein, darunter bekannte Nummern wie „Agápi mou“ (Meine Liebe), „Sto parathíri stékosoun“ (Du standest am Fenster), „Margaríta Margaró“, „Sto perigiáli“ (Am Strand), „Aprílis“, „To palikári éhi kaimó“ (Ein junger Mann hat Kummer) und „Sorbás“, die Titelmusik zum Film Alexis Sorbas mit Anthony Quinn in der Hauptrolle. Nicht nur Rückkehrer aus ihrem Griechenland-Urlaub werden mit den Aufnahmen dieser wohl nur mehr antiquarisch erhältlichen CD bzw. mit dem mp3-Album zum Download große Freude haben!

Hörproben

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Die CD ist auf Bestellung erhältlich in der Buchhandlung der Regionen, Krems-Stein 

Mikis Theodorakis

KW 38_2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Mikis Theodorakis sings his songs

Von Freiheit, Gerechtigkeit und Liedern, die Diktaturen überdauern

Am 2. September ist der Komponist, Sänger, Schriftsteller und frühere Politiker Mikis Theodorakis 96-jährig in Athen verstorben. In seiner Heimat Griechenland wurde er als Volksheld verehrt, international bekannt ist speziell seine Musik zu den Filmen „Alexis Sorbas“ mit „Anthony Quinn“ in der Hauptrolle und „Serpico“ sowie die Vertonung des „Canto General“ nach Versen des chilenischen Schriftstellers und Nobelpreisträgers für Literatur, „Pablo Neruda“. Geboren am 29. Juli 1925 auf der Insel Chios schloss sich der junge Theodorakis im Zweiten Weltkrieg dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus und die Besatzung Griechenlands an. Im darauffolgenden griechischen Bürgerkrieg kämpfte er auf Seiten der Linken, worauf er interniert und schwer gefoltert wurde. Auch gegen die Militärdiktatur der Jahre 1967 bis 1974 leistete er Widerstand und wurde erneut festgenommen und gefoltert. Erst auf internationalen Druck hin durfte er ausreisen und lebte von 1970 bis 1974 im Pariser Exil. Bereits in den frühen 1960er und danach in den 1980er Jahren sowie erneut 1990 wurde Theodorakis als Abgeordneter in das griechische Parlament gewählt. Stets lehnte er jede Form von Gewalt und Diktatur ab, vielmehr setzte er sich für Völkerverständigung und Frieden ein. Über seinen Tod hinaus bleibend ist das umfassende musikalische Oeuvre von Mikis Theodorakis, darunter fünf Opern, sieben Ballette, kammermusikalische und symphonische Werke, Hymnen, Kantaten, Oratorien und mehr als 1.000 Lieder. Von großer Bedeutung für ihn waren stets die griechischen Volkslieder: Seine musikalische Entwicklung wäre nach eigenen Angaben vor allem ohne die Lieder seiner Mutter und die byzantinischen Kirchengesänge nicht denkbar gewesen. So vertonte Mikis Theodorakis zahlreiche Gedichte der bedeutendsten griechischen Dichter, viele davon zählen heute zum mit großer Begeisterung gesungenen Volksgut Griechenlands. 14 seiner Lieder enthält die 1997 erschienene CD „Mikis Theodorakis sings his songs“.

Bestell-Info:

Peregrina Music

D-71679 Asperg, Lammstraße 4

Tel.: +49 7141661267

E-Mail: info(at)peregrinamusic.de

Gusto holen auf YouTube!

Die CD ist auf Bestellung erhältlich in der Buchhandlung der Regionen, Krems-Stein oder direkt bei:

Mit Hausverstond

KW 32-35_2021

Die CD der Woche präsentiert von Edgar Niemeczek

Hausverstond: Los geht´s!Lustig, frisch und munter!

Mit insgesamt fünfzehn Nummern macht die Mostviertler Gruppe „Hausverstond“ auf ihre neue CD mit dem Titel „Los geht´s!“ aufmerksam. Die sechs Musikanten kommen aus Neustadtl im Bezirk Amstetten und freuen sich nach einer COVID 19-bedingten längeren Spielpause vor allem über Live-Auftritte vor Publikum. „Hausverstond“, das sind Georg Schaffner – Bass-Trompete, Thomas Lumesberger – Posaune, Mathias Temper – Steirische Harmonika, die beiden Flügelhornisten Valentin Tober und Franz-Peter Kriener sowie Josef Schaffner – Gitarre. Zu hören sind Märsche, Walzer, Boarische, Polkas und auch neuere Kompositionen. Neben schwungvollen Stücken im Stil der traditionellen

Volksmusik findet sich auf Tonträger auch eine Cover-Version der Nummer
„Hamma net“, die im Original auf der 2009 erschienenen CD „Global Kryner
versus The Rounder Girls“ zu hören ist. Text und Melodie stammen von
Christoph Spörk. Ebenfalls eingespielt wurde die Vokalnummer „Drei Briada“: Im Original handelt es sich um das alte Fiakerlied „Jå mir san hålt drei Briada“. Inhaltlich geht es um jene Bauernsöhne, die im 19. Jahrhundert mangels Chancen auf eine Arbeit am Land nach Wien kamen und hier versuchten Fuß zu fassen, dabei aber trotz schwieriger Lebensumstände selbstbewusst und stolz auftraten. Die drei Hausverstonds- Sänger Vali Tober, Josef Schaffner und Franz-Peter Kriener wandeln bei ihrer Interpretation auf den Spuren der Formation Federspiel und schlüpfen dabei nicht in die Rolle als Fiaker, sondern inszenieren sich – wohl scherzhaft und augenzwinkernd – als Strawanzer. „Mocht jo nix“, so heißt dann auch die letzte Nummer auf der CD, und die Vorlage dazu lieferte die Welser Mundart-Rockband „Krautschädl“.

Bestell-Info:

Josef Schaffner

E-Mail: kontakt(at)hausverstond.at

Mobil: +43 664 5445152

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Volksmusikensemble DAC: frisch pfeffrig

KW 31_2021

CD der Woche präsentiert von Edgar Niemeczek: 
Volksmusikensemble DAC: frisch pfeffrig

Volksmusik wie guter Wein

Zusammensetzen, die Musikinstrumente auspacken und gemeinsam musizieren, diesem Motto entsprechend spielten die Musiker des Volksmusik-Ensemble DAC 14 Titel auf CD ein. Landler, Walzer, Polka, Marsch – so könnte der Titel des Tonträgers zwar auch lauten, doch die sieben Herren trafen mit „frisch – pfeffrig“ eine andere und sicher passendere Entscheidung, denn bei den Ensemble-Mitgliedern handelt es sich naheliegender Weise nicht nur um Genießer ausgezeichneter Weine, sondern gemäß eigener Beschreibung um einen feinen Cuvée aus professionellen Orchestermusikern, die eines gemeinsam haben: die schöne österreichische Volksmusik mit Leidenschaft und Spaß zu musizieren. Bei den einzelnen Musikern handelt es sich um den Posaunisten an der Wiener Staatsoper Markus Pichler, den Tubisten und Professor an der Grazer Kunst-Uni Josef Maierhofer, den Klarinettisten an der Wiener Staatsoper Stefan Neubauer, den Posaunisten im Orchester der Wiener Volksoper Christoph Gems, der im Ensemble Tenorhorn spielt, um die beiden Flügelhornisten Franz Tösch – er ist Mitglied des Radio-Symphonieorchesters Wien – und Daniel Neumann – er spielt im Volksopernorchester –, sowie mit Steirischer Harmonika um den Musiklehrer und Geschäftsführer des Steirischen Volksliedwerkes Christian Hartl. „Frisch – pfeffrig“ nennt sich also die CD des Volksmusik-Ensembles DAC, und frisch-pfeffrig klingen auch die einzelnen Nummern, darunter der Voralpenlandler, der Bergglöckerl Walzer, die DAC Polka oder der DAC-Musikantenmarsch.

Hörprobe

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ATP-Tonstudio
Dkfm. Heribert Raich
8992 Altaussee, Puchen 72
E-Mail: atp-records(at)aon.at
Tel.: 0664 1813786

Stubenmusik Berger: rotwean

KW 30_2021

CD der Woche präsentiert von Edgar Niemeczek:
Stubenmusik Berger: rotwean

Farbenspiele

Nach den CDs „greahoidn“ und „blaumocha“ folgte schon vor acht Jahren mit „rotwean“ die dritte Tonträgerproduktion der Stubenmusik Berger, das sind die fünf Brüder Christoph, Roland, Sepp, Robert und Georg Berger aus Ferschnitz im Mostviertler Bezirk Amstetten. Musiziert wird meist in der Besetzung mit zwei Geigen, Harmonika, Querflöte und Gitarre. Aber nicht nur instrumental, sondern auch vokal haben die fünf Berger-Brüder einiges zu bieten. Die Bezeichnung „rotwean“ bezieht sich – nach Eigendefinition – auf die Pfiffigkeit und den Witz der Gruppe sowie auf die Liebe zu Scherzliedern. Eingespielt wurden insgesamt 17 Titel, und zwar sowohl überlieferte Lieder und Weisen als auch neuere Stückln in der Art der traditionellen Volksmusik, beispielsweise der „Kathrini Walzer“, den Georg Berger seiner Tochter Emilia Katharina widmete. Dazu kommt Geselliges wie das Lied „Drunt im Stoanagrobn“, interpretiert in einer speziellen Stubenmusik Berger-Fassung. Mittlerweile könnten die fünf Brüder schön langsam wieder ins Tonstudio gehen, um eine neue CD aufzunehmen. Gerätselt darf schon jetzt werden, welche Farbe bei der Titelfindung dann zum Zug kommen wird.  

Hörproben 

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Heidi Abfalter: Begegnungen

KW 28 und 29

Die CD der Woche präsentiert von Edgar Niemeczek
Heidi Abfalter: Begegnungen

Musik, gefühlvoll und beseelt

Mit Musik lassen sich viele oft sehr persönliche Momente verbinden: Einmal ist es Freude, ein anderes Mal Trauer, dann wieder Ausgelassenheit bis zur Ekstase, dann wieder Sehnsucht und Melancholie. Mit bestimmten Musiknummern gehen Assoziationen einher, die Erinnerungen wachrufen: Erinnerungen an den ersten Kuss genauso wie an eine schmerzensreiche Trennung, an einen romantischen Sonnenuntergang oder ein unerwartetes Erlebnis in einer fremden Stadt, an die Teilnahme an einem Chorseminar oder aber an besondere Menschen. Mit verschiedenen Erinnerungen verbindet die Harfenistin und Hackbrettspielerin Heidi Abfalter einige der auf ihrer neuen CD eingespielten Nummern. „Auf ein Leben in innerer Freiheit“, dieser Leitgedanke liegt wohl dem von Heidi Abfalter komponierten „Freigeist-Walzer“ zugrunde. Oder: Das Prädikat „Musik tut der Seele gut!“ vermag die meditativ anmutende Weise „Für mich“ auszuzeichnen. Auf dem Tonträger mit dem Titel „Begegnungen“ begegnet Heidi Abfalter auch der von Tobias Abfalter gespielten Steirischen Harmonika sowie dem Euphonium-Spiel von Damian Brüggler. Die meisten der insgesamt fünfzehn Titel musiziert die Lehrerein an der Landesmusikschule Reutte im Tiroler Außerfern aber solistisch. Dabei widmet sie sich neben Volksmusikstückln gern auch den Melodien der Popular- und Weltmusik, beispielsweise bei der Instrumentalfassung des Liebeslieds „Bésame mucho“ aus der Feder der mexikanischen Komponisten Consuelo Velázquez oder der Nummer „Hornpipe-Time“, einer aus England überlieferten Tanzweise.

Hörprobe

Die CD können Sie bestellen in der Buchhandlung der Regionen!

Faltenradio

KW 27_2021

„Steirische Harmonika and more“

Die Zeit bleibt nicht stehen und im Laufe der Zeit entwickeln sich die Dinge auch weiter. Das gilt für Musikinstrumente ebenso wie für die Art und Weise, wie Musik interpretiert wird. Veränderungen mit qualitativem Mehrwert erfolgten etwa bei der Erzeugung der Steirischen Harmonika, die heute nicht mehr allein beim Aufspielen traditioneller Volksmusik eingesetzt wird, sondern auch bei zahlreichen anderen musikalischen Stilen ihren Klang entfaltet. Voraussetzung dafür waren Innovationen im Instrumentenbau und damit einhergehend die Verwendung der Steirischen Harmonikas von Musikerinnen und Musikern, die Kreativität, ein hoher künstlerischer Anspruch und entsprechende Spielfreude auszeichnet. All das trifft auf die Viermann-Partie Faltenradio ganz allgemein zu und im Besonderen auf die insgesamt 19 Aufnahmen auf der CD mit dem Titel „Landflucht“. Neben Stückl im Stil der traditionellen Volksmusik enthält der Tonträger absolut hörenswerte Bearbeitungen von Werken der Komponisten Robert Schumann, W. A. Mozart, Morten Lauridsen, Friedrich Gulda oder Béla Bartók. Im Quartett mit dabei sind Alexander Maurer, von Beruf Dozent an der Hochschule für Musik und Theater in München, der Klarinettist bei den Wiener Symphonikern Alexander Neubauer, der Musiklehrer am Musikum Salzburg, Stefan Prommegger und der Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker, Matthias Schorn. Alle vier spielen Klarinette bzw. Bassklarinette und diatonische Knopf-Harmonika, die ja unter den verschiedensten Bezeichnungen bekannt ist: Steirische, Rumpl, Ziach, Wanzenpress, Zugin, Quetschn oder eben: Faltenradio. Vor kurzem eröffneten Matthias Schorn und seine Ehefrau Daniela den Kultur-Bahnhof Altenmarkt-Thenneberg. Nachdem die Bahnstrecke zwischen Hainfeld und Weissenbach im Triestingtal 2004 stillgelegt worden war, erwarben die beiden den 1877 eröffneten Altenmarkter Bahnhof und richteten hier eine Kleinkunstbühne ein. Dieses Engagement klingt allerdings gar nicht nach Landflucht, sondern eher nach Belebung einer Region.

Hörprobe (YouTube-Video)

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Ausseer Bradlmusi: Klingendes Ausseerland

KW 25 2021

CD der Woche
präsentiert von Peter Gretzel:
Ausseer Bradlmusi: Klingendes Ausseerland

Klingende Visitenkarte

Als akustische Visitenkarte einer besonderen Volksmusiklandschaft versteht die Ausseer Bradlmusi die 21 auf der CD „Klingendes Ausseerland“ eingespielten Tänze und Weisen. Zu hören sind Geigen-Jodler, Walzer, Polkas, Märsche, Steirische und Landler aus der Überlieferung der Region zwischen Altaussee und Gössl am Grundlsee, und der Bogen spannt sich von Melodien des 1811 in Bad Aussee geborenen Geigenvirtuosen German Roittner über Landler aus den Sammlungen des Konrad Mauthner bis zu schwungvollen Stückln, die zwar jüngeren Datums sind, aber in der Art der traditionellen Volksmusik gespielt werden. Dafür sorgen die fünf Mitglieder der Ausseer Bradlmusi, nämlich die beiden Geiger Hannes Pressl und Stefan Egglmeier, die Gitarristin Uli Scheck, Philipp Egglmeier mit der Steirischen Harmonika und Kontrabassist Volkmar Völss.

Den „Brikettierer“ als Geigenjodler spielt die Bradlmusi etwa in Erinnerung an jene Arbeiter, die diesen Jodler schon vor vielen Jahren an der Brikettierpresse in der Ausseer Saline gesungen haben. Auch als Gitarrenmusi hört man die Ausseer Bradlmusi, beispielsweise beim Musizieren des flotten Ländlers mit dem Titel „Ånzupft is´“, geschrieben vom jüngsten Bradler Philipp Egglmeier. Beeindruckend an der CD-Produktion sind nicht nur das Repertoire sowie die Art und Weise, wie wohlklingend, harmonisch und musikantisch die einzelnen Nummern interpretiert werden, sondern auch die im Booklett enthaltenen Angaben. Bei der Bradlmusi erfährt man also Wissenswertes über die Gruppe und ihre Mitglieder, über die Quellen und Geschichte der einzelnen Musikstückln oder über verschiedene Musizieranlässe. So ist über den „Schwalbenlandler - Walzer“ nachzulesen, dass dieser – als eines der Lieblingsstücke im Repertoire der alten Grundlseer Geigenmusi – in den 1950er und 60er Jahren auf vielen Walzerabenden vor allem die Volkstänzer erfreute.


Diatonische Expeditionen

KW 26 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek:
Diatonische Expeditionen

„Steirische Harmonika and more“

Abwechslungsreich, gekonnt sowie versiert und sicher im Umgang mit verschiedenen musikalischen Stilen, mit solchen Attributen lassen sich jene fünfzehn Titel beschreiben, die das Trio „Diatonische Expeditionen“ kürzlich auf CD einspielte. „Diatonische Expeditionen“, so nennen sich Theresa Lehner – Hackbrett, Harfe und Gesang, Katharina Baschinger – Steirische Harmonika und Alexander Maurer – Steirische Harmonika, Klarinette und Bassklarinette. Begonnen hatten das gemeinsame Musizieren ursprünglich als kammermusikalisches Studienprojekt an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz. Heute bewegt sich die Gruppe am Weg zwischen Tradition und Moderne. Dabei trifft die diatonische Harmonika auf Hackbrett, Harfe und Klarinette, Eigenkompositionen treffen auf Musik von Astor Piazzolla, Elvis Presley, Nina Simon, Carl Perkins oder George Gershwin. „Das Maurerklavier“, diesen Titel für eine Harmonika wählte Katharina Baschinger für einen selbst komponiertem Boarischen. Mittlerweile gehört die Steirische Harmonika ja zu jenen Musikinstrumenten, die nicht nur beim Aufspielen traditioneller Volksmusik eingesetzt wird, sondern auch bei zahlreichen anderen musikalischen Stilen zur Geltung kommt. Voraussetzung dafür waren Weiterentwicklungen im Instrumentenbau, etwa das Erweitern der diatonischen Tonleitern um einzelne Halbtöne oder die Verwendung spezieller Hölzer, um eine besondere Klangcharakteristik zu erreichen. Vor allem aber die professionelle Ausbildung der Musikerinnen und Musiker, einhergehend mit Kreativität und hohem künstlerischen Anspruch sind maßgeblich für eine neue (Volks-)Musikszene. Dazu kommt Spielfreude, die den Funken zum Publikum überspringen lässt. All das gelingt in hervorragender Art und Weise wohl auch dem Trio „Diatonische Expeditionen“.

florianer tanzbodenmusi: bunt gemischt 3

KW 24 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek:
Florianer Tanzbodenmusik: bunt gemischt 3

gemma tanz´n

Endlich – nach über einem Jahr Covid 19-bedingter Tanzverbote – darf schön langsam wieder Normalität auf den heimischen Tanzböden einkehren. Gleich mit der zweiten Nummer auf ihrer bunt gemischten CD, mit dem Walzer „gemma tanz´n“ bringt die Florianer Tanzbodenmusi die Stimmung vieler tanzfreudiger Menschen wohl auf den Punkt, und auch der Marsch „Am Hochobir“ weckt als Opener gleich die Lust, wieder einmal eine Tanzveranstaltung zu besuchen. Benannt ist dieser Marsch nach dem, in den Kärntner Karawanken gelegenen 2.139 Meter hohen Hochobir und komponiert wurde er, wie viele andere Nummern auch, vom Gitarristen und Harmonikaspieler der Gruppe, Johannes Fuchs. Seine vier Kollegen sind Franz Scheifler – Trompete und Flügelhorn, Willi Stelzl – Klarinette und Saxophon, Martin Gollob – Steirische Harmonika, Akkordeon und Gitarre sowie Robert Wallner – Kontrabass und Tuba. Zu Hause ist die Florianer Tanzbodenmusi in Groß Sankt Florian im Bezirk Deutschlandsberg. Alle fünf Interpreten überzeugen nicht nur beim Spielen mit ihren Musikinstrumenten, sondern auch mit ihren Simmen. Eingespielt wurden insgesamt neunzehn Titel, darunter einige Polkas, Walzer und auch modernere Nummern wie beispielsweise Charlie Parkers „my little suede shoes“, Rainhard Fendrichs „midlife crisis“, Gert Steinbäckers „steiermark“ oder Antonio Carlos Jobims Bossa Nova „the girl from ipanema“, und auch das volkstümliche Walzerlied „Der alte Jäger vom Silbertannental“ darf nicht fehlen.

 

Bestell-Info:

Zu beziehen um EURO 16,95 zzgl. Versandkosten

bei Bognermusik
Bogner Records GmbH & Co. KG
D-83700 Rottach-Egern, Lohbinderweg 1
E-Mail: info(at)bogner-records.com

Telefon +49 (0) 8022 92090

Symphonic Alps live

KW 23 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Symphonic Alps live:
Herbert Pixner Projekt meets Berliner Symphoniker

 

Einfach Musik: virtuos, grenzenlos, leidenschaftlich

„Berlin, Symphoniker, Pixner, wie reimt sich das zusamm´?
Die Berliner Mauer is´ g´falln vor über dreiß´g Jåhr,
die Symphoniker spiel´n dort, des is wåhr,
und´s Pixner Projekt dazu: wunderbår!
So reimt sich das zusamm.“

Im Ernst: Stilübergreifende Musikprojekte im Zusammenwirken von Solokünstlern oder Bands mit einem großen Symphonieorchester sind nicht alltäglich, für alle Beteiligten sicher herausfordernd und anspruchsvoll in mehrfacher Hinsicht, beginnend beim Studium der Kompositionen und den Arrangements über die spannende Probenarbeit bis hin zur Aufführung und Interpretation. All dies ist in der Vergangenheit etwa Wolfgang Ambros und dem Symphonieorchester der Vereinigten Bühnen Wien mit Arrangements von Christian Kolonovits ebenso gelungen wie der Pop-Band Deep Purple gemeinsam mit dem Royal Philharmonic Orchestra im legendären Konzert in der Londoner Royal Albert Hall. Ebenso fasziniert aktuell die orchestrale Verschmelzung der Berliner Symphoniker mit dem Herbert Pixner Projekt. Auf zwei Live-CDs eingespielt wurden insgesamt 19 Titel der durch verschiedene Städte Deutschlands und Österreichs führenden Symphonic-Alps- Konzerttour 2019. In beeindruckender Art und Weise verschmelzen die Perfektion und Kraft eines 40-köpfigen Orchesters mit der Virtuosität und Spielfreude der vierköpfigen Band mit dem Multiinstrumentalisten Herbert Pixner – diatonische Harmonika, Trompete, Flügelhorn, Klarinette, Saxophon, Tenorhorn und Lamellophon sowie Manuel Randi – Gitarren, Heidi Pixner – Harfe und Werner Unterlercher – Bass. Diese Musik in einer Schublade unterbringen zu wollen, wird ihr keinesfalls gerecht und tut auch nichts zur Sache. Diese Musik ist schlicht und einfach gut: eine wahre Freude für offene Ohren!

 

Doppel-CD: EURO 19,99

Doppel-Vinyl: EURO 34.99

 

Bestell-Info:

Erhältlich bei: pixner productions gmbh

Three Saints Records

6069 Gnadenwald 105d

E-Mail: booking@herbert-pixner.com

Tel.: +43 5223 48214

American Polka: Old Tunes & New Sound

KW 22 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
American Polka: Old Tunes & New Sound

Polka Fieber

 

Die Polka kennt man hierzulande als beschwingte Musik im 2/4-Takt und als Rundtanz. Polkas machen heute einen großen Teil der Volksmusik aus. Beliebt sind auch die zahlreichen Polka-Kompositionen aus der Zeit der Strauss-Dynastie. Der Name Polka stammt aus Böhmen und bedeutet „Polin“. Zunächst wurde der Tanz aufgrund seines Wechselschritts „půlka“ genannte, was so viel wie Hälfte bedeutet. In den 1830er Jahren erhielt der Tanz in Prag die Bezeichnung Polka und eroberte in der Folge auch die Tanzböden anderer Länder. Naheliegenderweise brachten die europäischen Auswanderer Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts die beliebte Polka mit in ihre neue Heimat in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo sich je nach alter Herkunft der Protagonisten auch ganz eigene Stile entwickelten. Wo immer sich eine größere Zahl von Deutschen, Polen, Tschechen, Slowaken, Slowenen, Kroaten und auch Österreichern ansiedelte, entwickelten sich entsprechende Tanzgelegenheiten. Der Sampler enthält allerdings nicht nur traditionelle Polkas, sondern auch neue Interpretationen vertrauter Melodien. Zwar waren es zunächst die sogenannten Gute-Laune-Bands, die für ihre jeweiligen Communities aufspielten, wobei die Polka-Begeisterung den Höhepunkt in den 1950er Jahren erlebte. Danach wandten sich vor allem die Jüngeren Musikstilen wie Rock and Roll, Pop Music oder Punk zu, ehe im Windschatten der Weltmusik auch die Polka wieder an Bedeutung gewann. Interessant bis schillernd klingen die Namen der auf dem Tonträger vertretenen Bands: The Happy Schnapps Combo, Polish Muslims, Frankie Yankovic & his Yanks, Whoopee John Wilfahrt & his Concertina Band, The Polkaholics, …

 

CD: EUR 15,--
Download: EUR 8,99

Bei: TRIKONT Unsere Stimme Verlags GmbH

D-81539 München, Kistlerstraße 1

E-Mail: trikont@trikont.at

Hotel Palindrone - Alpestan

KW 20 & 212021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Hotel Palindrone - Alpestan

Die mit vielen Instrumenten tanzen

 

Alpestan – wo auf der Welt ist das? Allein das künstlerisch gestaltete Cover lässt vermuten, Alpestan wäre eine Traumwelt irgendwo im All. Erst bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass es in dieser Welt nur um Musik gehen kann: Musik, komponiert, arrangiert und instrumental wie vokal interpretiert von vier kreativen, vielseitigen und hervorragenden Hoteliers. Da begeistert und beeindruckt Albin Paulus beim Jodeln und beim Spiel mit Dudelsack, Schalmei, Klarinette, Flöten und Maultrommel ebenso wie seine Kollegen Stephan Steiner – Violine, Nyckelharpha bzw. Schlüsselharfe, Drehleier und diatonische Harmonika, Peter Natterer – Saxophon, Bass, Piano, Melodica und Percussion sowie Folkgitarrist Andreas Neumeister. Insgesamt elf Cuts enthält die CD, wobei auffällt, dass sich mit Virtuosität nur eine Facette der Band beschreiben lässt. Es sind die zahlreichen Verbindungen zur Musik verschiedener Epochen, Regionen und Stile, die jede einzelne Nummer zu einer Besonderheit machen: einmal alte Tyroller Tanz kombiniert mit Jigs, ein anderes Mal stimmakrobatisch angelegt wie beim „Maijodler“, einmal Country-Music-Yodeling wie bei „T for Texas“, dann wieder meditativ wie bei der „Gavotte de l´Alpestan“ und oft zum Tanzen animierend, etwa bei der „Ursuppenpolka“. Mehr von Hotel Palindrone gibt’s im Konzert am 2. Juni um 19.30 Uhr im Haus der Regionen. Übrigens: Hinter dem Namen Alpestan verbirgt sich ganz und gar nichts Sphärisches, sondern eine Aneinanderreihung der jeweils ersten beiden Buchstaben der vier Musiker-Vornamen.

 

Lotus Records Tel.: +43 6272 73175
hotelpalindrone.com

AltBadSeer-Musi & Fensageiger, Musikantenpool Scheibe 2

KW 19 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
AltBadSeer-Musi & Fensageiger, Musikantenpool Scheibe 2

Kommen Musikant*innen z´samm …

Zwei Partien in Gemeinschaft mit befreundeten Musikantinnen und Musikanten vermitteln mit der CD „Scheibe 2“ genau das, was man musikalisch mit dem Salzkammergut verbindet: Dem Musikantenpool rund um die Altbadseer Musi und die Fensageiger gelingt es in beeindruckender Art und Weise, ihren Vorbildern beim Aufspielen gerecht werden und die dabei empfundene eigene Freude auf alle Zuhörerinnen und Zuhörer zu übertragen. Insgesamt 27 Titel finden sich auf der mittlerweile zweiten Ausgabe dieser Formation, darunter Märsche, Polkas, Walzer, Schottische sowie Jodler und Steirer mit Singen und Påschen. Bei den einzelnen Nummern handelt es sich um überlieferte Volksweisen genauso, wie um im Stil der traditionellen Volksmusik gehaltene Kompositionen. Da erklingt beispielsweise der „Seewiesenwalzer“, der „Torpedo Marsch“, das in ganz Österreich weit verbreitete Wiener Fiaker-Lied „Måcht da Håhn in da Fruah den erstn Krahra“ oder der Walzer „In der Arnethgass´n“, ein Stückl, das dem Bassisten der Gruppe, Sebastian Rastl aber nicht bei ihm zu Hause in Grundlsee, sondern in Wien Ottakring eingefallen ist. Nicht nur touristische, sondern auch musikalische Verbindungslinien zwischen dem Salzkammergut und der Wienerstadt lassen sich ja die längste Zeit schon ziehen. Gleichsam als Visitenkarte des Salzkammerguts haben die Fensageiger auch den Geigenjodler „Der Preisgekrönte“ eingespielt. Dieser Jodler, geschrieben von German Roittner wurde bei einem von Erzherzog Johann im Jahr 1840 ausgeschriebenen Kompositionswettbewerb in Graz ausgezeichnet.

So singt man in Ottenschlag

KW 18 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
So singt man in Ottenschlag

Junge Stimmen aus dem Waldviertel

Inmitten satt grüner, dicht bewaldeter Hügel auf 849 Metern Seehöhe befindet sich Ottenschlag. Die im Bezirk Zwettl gelegene Marktgemeinde zählt nur rund 1000 Einwohnerinnen und Einwohner, dennoch ist Ottenschlag ein wichtiger Schul- und Bildungsstandort für die gesamte Region. So gibt es einen Kindergarten, die Musikvolksschule, die Musikmittelschule, ein Sonderpädagogisches Zentrum und das Schloss mit der landwirtschaftlichen Fachschule, Ausstellungen und Seminaren. Ein Ergebnis vieler kultureller Aktivitäten ist die 21 Nummern umfassende CD mit der Bezeichnung „So singt man in Ottenschlag“. Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaftsproduktion des Chores der Neuen Musikmittelschule Ottenschlag und des Unionchores Ottenschlag. Für die instrumentale Begleitung sorgt ein Lehrer- und Schülerensemble. Hinter der engagierten Chorarbeit stehen zwei besondere Persönlichkeiten, nämlich Alexandra Jäger und Michael Koch. Beide sind für das kulturelle Leben in Ottenschlag und auch darüber hinaus unverzichtbare Stützen, ob beim Chorleiten, in der Pädagogik oder beim eigenen aktiven Musizieren. Das auf der CD eingespielte Repertoire der Ottenschläger Chöre beinhaltet Heimatlieder, Schifferlieder, Liebeslieder, Gstanzln, Scherzlieder und eine ganze Reihe von Lumpen- und Gaunerliedern, die speziell auf die Thematik der Niederösterreichischen Landesausstellung 2017 in Pöggstall Bezug nehmen. Damals ging es nämlich um das Recht und die Entwicklung der Rechtsprechung. In einem Lied heißt es etwa zu den Rechtsbrechern früherer Tage: „Zwengan Raufn, zwengan Schlagn, zwengan Razfeisen tragn, zwengan Wildpret schiaßn ham ma eina miaßn.“ Und in der zweiten Strophe: „Auf Nummer ochtzehn san ma a scho gsessn, schöne Gschirr hobn mag hobt oba nix zan fressn.“

Hörproben:

1. O Herrgott, i hätt' a Gebitt

2. Und sein mar na lustig

3. Schneider, Bäck und Firmung

4. Bin i gestern spåt außigånga

5. Dort unten im Tål, wo da Kåmp åbirinnt

6. Scheint da Mond heut oder net

7. Überführn

8. Was der heilige Petrus zu einem Böhmerwälder gesagt hat

9. So a Gauner hat a Leben

10. I red, was i wü

11. Zwengang Raufn, zwengan Schlagn

12. I bin a Traunstoana

13. Drei Rippn, drei Råppn

14. Dianderl, bist harb

15. Und wånn i mei Häuserl verkauf

16. Fiakerlied - A Radlfahrer kommt nach Wean

17. Grasl-Lied

18. Da Tatara

19. Wöllts wissen, wer mei Voda is

20. Was solltn mir Gauner net lustig sein

21. Is wo a Landl

Zelenjaki: „Nasred Gerištofa“

KW 17 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Zelenjaki: „Nasred Gerištofa“

„Tamburizza zeitlos gegenwärtig“

 „Nasred Gerištofa“, zu Deutsch „Mitten in Gerersdorf“ heißt jenes Lied, nach dem die vor wenigen Jahren produzierte CD der Tamburizzagruppe „Zelenjaki“ benannt ist. Sinngemäß heißt es da: „Mitten in Gerersdorf befindet sich eine Bank, und auf der wartet meine liebste ´Rose´ auf ihren Traummann, der ihr Herz mit seinen schwarzen Augen glücklich machen soll.“ Gerištof oder Kroatisch Gerersdorf ist ein Dorf in der Gemeinde Nikitsch im burgenländischen Bezirk Oberpullendorf und liegt nordwestlich von Lutzmannsburg nahe der Grenze zu Ungarn. Die Mitglieder der Gruppe „Zelenjaki“, übersetzt „Grünlinge“ gehören der autochthonen Volksgruppe der Burgenlandkroaten an. Als österreichische Staatsbürger stehen den Angehörigen dieser sprachlichen Minderheit besondere, im Staatsvertrag von Saint Germain, im Artikel 8 der Bundesverfassung oder im Volksgruppengesetz definierte Rechte zu, insbesondere in den Bereichen Schutz und Förderung der Sprache, Bildung und Schulwesen oder topographische Bezeichnungen. Dennoch dauerte es bis zum Jahr 2000, bis die im Staatsvertrag von 1955 zugesicherte Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln ungesetzt wurde. Heute stehen im Burgenland 47 deutsch-kroatische und vier deutsch-ungarische Ortstafeln. Große Bedeutung hat aber vor allem die Pflege der burgenlandkroatischen Kultur. Im Zentrum des Schaffens der Gruppe „Zelenjaki“ stehen daher neben modernen künstlerischen Ausdrucksformen auch die alten Gerersdorfer Lieder. Viele dieser Lieder handeln von der Liebe: von der sehnsuchtsvollen, der leidenschaftlichen, der von Zweifeln umfangenen, der vergeblichen oder der enttäuschten. Als solche bezeichnet werden Gefühle kaum, vielmehr verstecken sie sich hinter Anspielungen, wenn das schöne oder eisige Wetter, blühende oder welkende Pflanzen oder Mond und Sterne als Metaphern dienen. Es sind oft nur einfache Lieder, aber voll Poesie und Gefühl. Da heißt es etwa im Lied über die schöne Tulpe „Tuli, pane lipie“ sinngemäß: „Warum hängt dein Kopf so traurig? Passt dir das Wetter nicht? Genügt dir die wärmende Sonne nicht? Freust du dich nicht über das Leben, hat dich doch ein schöner Gärtner eingepflanzt!“

Die CD kann bestellt werden bei:

HKD Shop

Ulica Dr. Lovre Karalla 23

7000 Eisenstadt/Željezno

Tel.: +43 2682 66500

E-Mail: ured@hkd.at

Volksmusik und Dialekt: Bis über die Grenzen

KW 16 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
"Volksmusik und Dialekt: Bis über die Grenzen"

 

„Brücken schlagen und Menschen verbinden“

„Bis über die Grenzen Brücken schlagen“, unter diesem Titel erschien bereits vor drei Jahren eine CD mit Volksmusik und Dialekt aus der Region um Arbesbach und Groß Gerungs, herausgegeben auf Initiative des Musikanten und Musiklehrers Mischa Niemann. Zu hören sind Aufnahmen verschiedener Ensembles, formiert von Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern des Musikschulverbandes Groß Gerungs. Naheliegenderweise kommen in dieser Konstellation viele Musikinstrumente zum Einsatz, darunter Steirische Harmonika, Klarinette und Bassklarinette, Querflöte, Geige, Gitarre, Trompete, Tuba, Kontrabass, Dudelsack und Drehleier sowie Klavier, begleitet von Perkussionsinstrumenten wie Tambourin, Schellenkranz oder Bodhrán. Eingeflochten sind Erzählungen in Mundart, vorgetragen von Gewährsleuten aus dem oberen Waldviertel. In diesen geht es um das „Küaheintreib´n“, über „d´Heah“, um „a Bradl“, über „d´Sauschneider“ oder über die „schware Oabeit“ bis hin zur medizinischen Versorgung in früheren Zeiten, geschildert vom erst im Vorjahr verstorbenen Arbesbacher Altbürgermeister Franz Holzmann. Musikalisch reicht der Bogen von traditionellen Volksmusiknummern wie dem „Ländler aus Maria Jeutendorf“, der „Yspertaler Franzé“ oder den „Tänzen aus Zell und Windhag“ aus der Sonnleithner-Sammlung 1819 über Lieder wie „Und a Waldbua bin i“ oder „Hinter mein Vodan sein Stodl“ bis zu „Appenzeller Mazurkas“, dem Tango „Araña de la Noche“ oder „Atholl Highlanders“. Speziell zu diesem Titel ist im informativen Booklet zur CD nachzulesen, dass die Interpretation keinen Anspruch auf authentische schottische Musizierpraxis erhebe. Und weiter: „Besonders den Kollegen, die mit der Steirischen Harmonika betraut sind, soll Mut gemacht werden, gelegentlich über die Grenzen zu schauen und ihrem Instrument andere musikalische Welten zu eröffnen.“

Hoch Tirol

KW 15 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Franz Posch & seine Innbrüggler: „Hoch Tirol“
 

Noch mehr Hörgenuss für Volksmusikfreunde!

„Hoch Tirol“ heißt die neueste CD von Franz Posch & seinen Innbrügglern, das sind Franz Posch – Flügelhorn und Trompete, Roland Klingler – Flügelhorn, Harald Seiwald – Posaune, Georg Nolf – Bassgeige und Tuba, Hannes Höpperger – Harfe und Stefan Peer – Steirischer Harmonika.
Seit 1991 musiziert der beliebte Präsentator der ORF-Sendereihe „Mei liabste Weis“ Franz Posch mit seinen Innbrügglern. Sowohl die vielen Live-Auftritte als auch die Produktion von CDs gehören zur Erfolgsgeschichte der Tiroler Volksmusikgruppe.

Auf dem Cover der CD „Hoch Tirol“ ist nachzulesen, dass Franz Posch mit seinen Innbrügglern in rund 20 Jahren gemeinsamen Musizierens insgesamt 189 verschiedene Musiknummern aufgenommen hat. 16 davon enthält der neue Tonträger, und zwar, Märsche, Polkas, Landler, Boarische, Walzer, Selberg´strickte aus der Feder von Franz Posch und Stückln anderer Komponisten sowie Vortrags- und Widmungsstücke, darunter auch den „Langenloiser Winzer Walzer“, einen Walzer für die Gastgeber der Sendung „Mei liabste Weis“ vom 30. März 2019 in der Gartenbauschule Langenlois. Es ist bereits zur Tradition geworden, dass Franz Posch anlässlich jeder Sendung ein solches Stückl komponiert und jeder Gastgeberin beziehungsweise jedem Gastgeber ein eigenhändig in Notenschrift verfasstes und gerahmtes Notenblatt überreicht. Gewiss wird beim Anhören dieser CD die Vorfreude auf ein Live-Erlebnis mit Franz Posch & seinen Innbrügglern beim kommenden Niederösterreichischen Trachtenball lebendig gehalten.

d'strohtroga live

KW 14 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
d'strohtroga live

 

druck nua zua

Die aus dem Salzkammergut überlieferte Bayrisch-Polka mit dem Titel „druck nua zua“ kennen Volksmusikfreunde als Kennmelodie der bis vergangenes Jahr so erfolgreich gelaufenen Fernsehsendung „Klingendes Österreich“, und genau diese Volksweise erklingt gleich als erste Nummer auf der aktuellen CD der „strohtroga“ aus dem Bezirk Bruck an der Leitha. Aufgenommen wurde live im Veranstaltungszentrum Sommerein, und zwar von den fünf Musikern und Musikanten Harald Eisterer – Posaune, Harmonika und Gesang, Bernd Windholz – Flügelhorn, Gitarre und Gesang, Reinhard Doplik – Klarinette und Kazoo, Johann „Fuzi“ Schmied – Tuba und Ewald Rehling – Schlagzeug. Eingespielt wurden insgesamt vierzehn Titel, darunter Märsche, Polkas, Walzer, Wienerisches wie der Johann Schrammel-Marsch „Wien bleibt Wien“ oder die Glasscherbentanz und auch modernere Nummern, etwa der „Java Jive“ oder der „Tiger Rag“. Übrigens: 1917 erschien diese Komposition als eine der ersten auf einem Tonträger enthaltene Jazznummer. Alles in allem kommt beim Anhören der CD große Lust auf, nach all den Covid 19-bedingten Einschränkungen die „strohtroga“ wieder in Aktion erleben zu können.

 

Hörproben:

1. Druck nua zua

2. Wien bleibt Wien

3. sh bum sh bum

4. Tiger Rag

5. Schöne Maderl

6. Ungarischer Tanz Nr. 5

7. The bare nexessities

8. Beim Pfarrwirt

9. So ein Mann

10. Glasscherbntanz

11. Dream a little dream of me

12. Java Jive

13. Erzherzog Rainer-Marsch

14. Abendstimmung

Eibesthaler Passion

KW 13 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Eibesthaler Passion

 

„Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist nahe.

Ändert euren Sinn und vertraut der Frohen Botschaft!“

(Markus 1,15)

 

Bereits in den Jahren zwischen 1898 und 1911 wurden im Weinviertler Dorf Eibesthal Passionsspiele aufgeführt. Heute ist der Ort eine Katastralgemeinde der Bezirkshauptstadt Mistelbach. Nach der Uraufführung 1999 finden seit dem Jahr 2000 im Fünfjahresrhythmus jeweils in der Fastenzeit die Eibesthaler Passionsspiele statt. Die Passionsgeschichte selbst orientiert sich am Text des Markusevangeliums. Veranstaltungsort ist die dem heiligen Markus geweihte Pfarrkirche. Inspiriert von den internationalen Puppentagen in Mistelbach erfolgt das Spiel mit rund einen Meter hohen handgeschnitzten Holzfiguren, die von Jana Pogorielova und Anton Dusa aus Banska Bystrica in der Slowakei geschaffen wurden. Geführt werden die Figuren von heimischen, in Kutten gekleidete Laienschauspielerinnen und Laienschauspieler, als Bühne dient eine alte Weinviertler Steinpresse. Insgesamt sind etwa 150 Personen aus Eibesthal direkt oder indirekt involviert.

Die Musik für die Eibesthaler Passion komponierte Prof. Gerhard Banko als sein Opus 242 für Orgel und Bläser, für die musikalische Leitung der Einspielung auf CD im Jahr 2005 war Prof. Franz Stättner verantwortlich.
Aufgrund der Covid 19-Pandemie mussten die Passionsspiele – wie auch schon im vergangenen Jahr – ein weiteres Mal verschoben werden und finden nunmehr vom 2. März bis zum 16. April 2022 jeweils samstags und sonntags statt.

Informationen und CD-Bestellungen:
ARGE Eibesthaler Passion
2130 Mistelbach
Hauptplatz 6
Tel.: 02572 2515-4380
passion@mistelbach.at

Almrauschterzett

KW 12 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Peter Gretzel
Almrausch Terzett

 

Aus voller Brust

Überlieferter Volksmusik mit zeitgenössischer Interpretation hat sich das Almrausch Terzett verschrieben, das die drei Sängerinnen und Musikantinnen Birgit Glawischnig, Dagmar Schönfeldinger und Marie Luise Schreiner 2005 gebildet haben. Die drei Damen interpretierten seither vor allem Volkslieder und Jodler, die „eine weite Bandbreite menschlicher Gefühle“ (CD-Booklet) widerspiegeln und deshalb immer zeitgemäß oder auch zeitlos sind. Die vom Almrausch Terzett bevorzugten Lieder drehen sich um Liebe, Abschied, Geschwätzigkeit, Sauflust, Trennungsangst, Tod, Reue, Rache, Trauer und um vieles andere – Lebenssituationen, die alle Menschen in verschiedener Abfolge und Intensität irgendwann einmal durchleben.

Diese Zeitlosigkeit der Lieder zeigt das Almrausch Terzett, indem es solche auswählt, die auf eine lange Tradition zurückweisen, stets zum Repertoire der immer wieder gesungenen Lieder gehören und auch längst schon durch kundige Volksliedsammler in Archive gekommen sind. Das Frauenterzett macht hörbar, wieviel Emotionen in Volksliedern transportiert und angesprochen werden. Das Hörerlebnis macht deutlich: In Volksliedern ist viel Menschliches zu finden und ein Stück weit findet man sich in ihnen wieder. Zum Mitsingen und Mitfühlen laden die im Booklet abgedruckten Liedtexte ein.

Hörbeispiele:

1.       Neujahrslied aus dem Tullnerfeld

2.       Schneider-Höllenfahrt

3.       Almrausch Jodler

4.       I bitt, Herr Hauptmann

5.       Vom Wald bin i füra

6.       Krähenlied

7.       Almalied

8.       Die drei Jagersbuam

9.       Wo gehst du hin, du Stolze

10.   Fiaker spann ein

11.   Schätzchen, was fehlet dir

12.   Saudiliä

13.   In die Berg bin i gern

14.   Einst, als ich noch jung war

15.   Der vom Friedl Spaun

16.   Die Macht der Tränen

17.   Aber Heidschi bumbeidschi

18.   Steht auf im Namen Herrn Jesu Christ

Zahoracka Banda

KW 11 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Zahoracka Banda

 

„Grenzenlos lebensfroh“

Schon vor einiger Zeit drückte mir Ernst Spirk die CD der Zahoracka Banda in die Hand und wünschte viel Freude damit. Allein schon der Name Ernst Spirk bürgt für volksmusikalische Qualität, und so stellte sich diese Freude gleich beim ersten Anhören ein, so lebendig und überzeugend klingen die insgesamt 14 eingespielten Titel. Dafür sorgen die vier Musikanten Christian Franyi und Andreas Csenscits – Flügelhorn, Marco Buchler – Steirische Harmonika und Ernst Spirk – Tuba. Der Instrumentenbauer und Komponist Ernst Spirk ist ja ein profunder Kenner kaum mehr zählbar vieler Stückln und beherrscht eine ganze Reihe verschiedener Volksmusikinstrumente. Seine drei Musiker-Kollegen sind einerseits Mitglieder ihrer örtlichen Blasmusikkapellen und zugleich auch bekannt für ihr leidenschaftliches Musizieren sowie für ihre kräftigen Stimmen,

Verantwortlich für den Gruppennamen Zahoracka Banda ist der Cut 14 auf dem Tonträger, die „Záhorácka Polka“. Im Zuge einer Volksmusikwoche lernten die vier Banda-Musikanten diese Polka kennen, vermittelt durch den Harmonikareferenten Roland Mahr, der diese Polka wiederum von seiner Lieblingskapelle, dem Ensemble Skaličan aus der Slowakei übernommen hatte. Zum Repertoire der Zahoracka Banda gehört wohl alles, was am Tanzboden gefragt ist oder sonst zur Unterhaltung fröhlich gestimmter Runden beiträgt: der „Figaro Walzer“, die „Magyas Polka“, Rocco Granatas „Marina“, die Burgenland-Kroatische Volksweise „Sve ptičice iz gore“, die „Stremtal Polka“ und noch einige Gustostückerln mehr.

Im Weinviert'l drin

KW 10 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Peter Gretzel
Im Weinviert'l drin

Wenn auch der Wein dem Viertel unter dem Manhartsberg den Namen gegeben hat, in diesem Viertel ist noch viel mehr drin: die kleinen Dorfkerne, die sich in den Senken vor den ständigen Winden zu ducken scheinen; die Kellergassen, die die Wege in die Weingärten hinaus säumen und in denen im Sommer auf Besucher angenehme Kühle wartet;  die Schlösser, die die weite Ebene des Marchfeldes als einer „Korn- und Gemüsekammer“ mit ihren Gartenanlagen und Gebäuden strukturieren; die Landschaft im Dreiländereck Österreich-Tschechien-Slowakei mit den malerischen Leiser Bergen; die Osthänge des Manhartsberges, der seit jeher als Teiler zwischen Wald und Weinviertel gedient hat; das Retzer Land mit seiner bekannten Windmühle und das weitläufige Weinviertel vor den Toren Wiens.

Nicht fehlen darf in dieser Aufzählung der Vorzüge des Weinviertels die Musik. Einen kleinen Ausschnitt vom Singen und Musizieren im Weinviertel bieten der Weinviertler 3-Xang, der Leobendorfer Viegesang und die Fensterlmusi. Dabei wird deutlich, dass das Singen und Musizieren auch im Weinviertel sehr abwechslungsreich ist und zum Mitsingen und Mitmusizieren einlädt. In der Tradition des ungezwungenen Musizierens bei Stammtischen stand die bis 2010 aktive Fensterlmusi, die auf der CD mit schnellen und langsamen Polkas sowie mit Walzer aufspielt. Allseits bekannte Liebeslieder, Spottlieder und Trinklieder, die von Karl Liebleitner und Leopold Bergolth gesammelt worden waren, wechseln mit Liedern ab, die Texte bekannter Weinviertler Mundartdichter wie Lois Schiferl, Heinz Riemer und Robert Schießbiegl vertonen. Es wird deutlich: Im Weinviertel ist viel Musikalisches drin!

Hörproben:

1. Singen ist uns’re Freud

2. Güaß enk Gott liabe Leit

3. Ihr Herren schweigt ein wenig still

4. Jo im Weinviert’l drin

5. Aber Hansei spann ei

6. Gott segne den edlen Weinbau

7. Drentan Steg, überm Bach

8. Drei Berg und drei Tål

9. Der Wein is a Luida

10. Winkler Boarischer

11. A Busserl is a g’spassigs Ding

12. Hintn bei da Stadltür

13. An Klopfer åns Fensterl

14. In Gerhard seiner

15. Der Weg zu mein Diandle ist stoani

16. Geh, gib mir a Busserl

17. Håb dir in d’Äugerl g’schaut

18. Kam kraht der Håhn die Morgenstund‘

19. Boarischer aus Klein-Mariazell

20. Drunt in da grean Au

21. Heint iß i nix, heint trink i nix

22. A Tag voller Sunn

23. Juhu und juhe!

24. Auf’m Bergerl steht a Häuserl

25. Geh is her über’s Wieserl

26. Jetzt möchte i amal wissen

27. O, den hätt i so gern

28. Gebirgsfreuden-Walzer

29. I mog koa Wasser net

30. I find heit nimma hoam

31. Drei Winter, drei Summer

32. Gehts, Buama, gehen ma hoam

33. A ganze Weil

ågschwoabt auf da Gimpelinsel

KW 9 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Gimpelinsel Saitenmusi

„ågschwoabt auf da Gimpelinsel“

Die Gimpel-Insel ist eine kleine von der Traun umflossene und gern auch als Parkplatz genützte Fläche in Bad Aussee. Genau dort, wo früher der Gimpel oder Dompfaff zwitscherte, fanden sich fünf Burschen zusammen um gemeinsam zu musizieren, und zwar einerseits Überliefertes wie die Polka „Über Stock und Stein“ und andererseits auch Moderneres, etwa den „Kaisermühlen Blues“ aus der Feder von Arthur Lauber und „Andreas Radova. Die fünf Musikanten sind Moritz Jäger und Fabian Egglmeier – Geigen, Johannes Rastl – Gitarre, Bernd Fettinger – Steirische Harmonika und Simon Amon Kontrabass. Die Besetzung passt somit sehr gut zu einer Spielweise, wie sie im Ausserland Tradition hat, denkt man an legendäre Gruppen wie die Simon Geigenmusi, die Toifl Fritz Musikanten oder die Ausseer Bradlmusi. Die Zeit bleibt allerdings nicht stehen, und so gehören Ausflüge in andere Genres der Unterhaltungsmusik bei vielen Musikpartien längst schon zur Normalität – so auch bei der Gimpelinsel Saitenmusi.
Beim Anhören der insgesamt 15 eingespielten Nummern der CD überzeugt die Spielfreude, mit der die Gruppe ans Werk geht. Das gilt selbstverständlich auch für ein Stückl des Erzmusikanten Hannes Hillbrand, der bis an sein Lebensende als Geiger der Hochfellner Musi aktiv war: für den „Gimpel-Insel Walzer“.

Hörproben:

1. Über Stock und Stein Polka

2. Moi Mily Lena

3. Gimpelinsel Walzer

4. Goldmuskateller & Lagrein Marsch

5. Ju mein Goatn

6. Ripslinger Marsch

7. Fian Peter Schottischer

8. Walzer Nr. 2

9. S’Osternesterl

10. Castaldo Marsch

11. Looking Out My Back Door

12. All About That Bass

13. Böhmischer Traum

14. Kaisermühlen Blues

15. Esbaumer Polka

Kontratanz in Wien

KW 8 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Kontratanz in Wien

Kompliment!

„Geschichtliches und Nachvollziehbares aus der Theresianisch - Josephinischen
Zeit“, unter diesem Titel veröffentlichten die beiden Tanzforscher Hilde und Herbert Lager 1983 das Buch „Kontratanz in Wien“.
Abgedruckt sind darin nicht nur die Noten zu den einzelnen Tänzen, sondern auch die Tanzbeschreibungen und der sogenannte Tanzschlüssel, also jenes Kapitel, in dem genau erklärt wird, wie die einzelnen Schritte und Figuren auszuführen sind. Anlässlich der Wiederauflage dieses Buches wurden die beschriebenen Tänze nun von einem Bläserensemble mit Daniela Mayrlechner – Querflöte, Anna Koch – Klarinette und Magdalena Johanna Saringer – Harfe, der Pianistin Gabriele Uiberacker und der Landler Partie Derschmidt auf dem gleichnamigen Tonträger eingespielt.
Freunden des Kontratanzes bietet diese von der Bundesarbeitsgemeinschaft Österreichischer Volkstanz herausgegebene Doppel-CD ein besonderes Hörerlebnis, zudem ist sie ein geeignetes Hilfsmittel wenn es darum geht, einen der komplett enthaltenen 20 Wiener und fünf Englischen Tänze einzustudieren und zu proben: die Engländerin, die Dänin, die Frische, die Rose, die Generalin, die Begehrte, die Holzfällerin, die Wunderbare, die Vogelfängerin, die Mutwillige und noch einige mehr.

Erhältlich ist die CD im Büro der BAG Österreichischer Volkstanz: bag@volkstanz.at

Krickl Stickl

KW 7 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Krickl Stickl
Weinviertler Kirtagsmusik. Pulkautaler Kirtagsmusik

Musik vom Walzerkönig des Weinviertels

Musik und Tanz haben seit jeher einen fixen Platz im Kirtagsgeschehen. Im Weinviertel entwickelte sich eine spezielle Art der Kirtagsmusik: Angelehnt an die Wiener Salonmusik des 19. Jahrhunderts, die nach wie vor fixer Bestandteil im Programm der großen städtischen Traditionsbälle ist, komponierten Weinviertler Kapellmeister Tanzmusik für ihre eigenen Orchester. Ein herausragendes Beispiel dafür war die Kapelle des 1870 geborenen und 1953 verstorbenen Musikers, Kapellmeisters und Komponisten Josef Krickl. Erfahrungen sammelte er insbesondere als Sologeiger und Bassflügelhornist in einer der besten Militärmusikkapellen der k.u.k. Monarchie, in der Kapelle des Infanterieregiments Nr. 84. Krickls Vermächtnis umfasst rund 300 Werke. Für den vorliegenden Tonträger wählten die beiden Weinviertler Orchester 16 „Krickl Stickl“ aus: Eingespielt wurden zahlreiche Walzer und Polkas wie die Polka schnell, die Polka française und die Polka Mazur.

Die Weinviertler Kirtagsmusik musiziert unter der Leitung von Martin Haslinger in der Besetzung mit Primgeige, Sekundgeige, Bratsche, jeweils zwei Klarinetten, Trompeten und Hörnern, Posaune, Kontrabass und Schlagzeug. Mit Blech- und Holzblasinstrumenten, aber ohne Streichinstrumente spielt unter der Leitung von Franz Kastner in hoher Wiener Stimmung die Pulkauer Kirtagsmusik, und zwar mit je einer Es- und As-Klarinette, zwei B-Klarinetten, einem Es-Piston, zwei Flügelhörnern, einer Trompete, zwei Tenorhörnern, einem Bariton, drei Es-Trompeten und zwei Helikons, dazu kommen Schlagzeug, Becken und Triangel sowie Kleine Trommel.

All jenen, die das Flair eines typischen Weinviertler Kirtags lieben und schätzen, sei diese CD besonders ans Herz gelegt, aber auch allen tanzfreudigen Damen und Herren, die mit der Weinviertler Kirtagsmusik die Wartezeit bis zum nächsten Niederösterreichischen Trachtenball in Grafenegg genussvoll überbrücken möchten.

Hörbeispiele:

1. Nur Fesch

2. Herzensstimmen

3. Mit Sprungfedern

4. Herzens Echo

5. Verliebte Augen

6. Herbstmärchen

7. Nachtschwalbe

8. Flattersinn

9. Ihr zu Lieb

10. Der erste Kuss

11. Blumengeflüster

12. Frühlingsboten

13. Erzherzog Ludwig Victor Marsch

14. Gruß vom Süden

15. Aus Liebe

16. Heiterkeit

Margrets Musi

KW 6 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Peter Gretzel
Margrets Musi

Bring das Tanzschwein

 „Saupolka“ und „Schweinsbeuschler“, das sind die beiden namen- und programmgebenden Stücke der 2016 erschienenen CD der Margrets Musi, auf der sich Tanzweisen und bekannte Volkslieder finden. Die fünf Musikerinnen und Musiker aus der Steiermark, nämlich Anna Bauer (Gitarre), Michael Zarfl (Geige), Marcus Weberhofer (Kontrabass), Margret Reiter (Flöte, Geige) und Andreas Amreich (Harmonika) bringen ihre Vorliebe und Verbundenheit mit der tradierten alpenländischen Volksmusik zu Gehör. 2007 taten sich die Absolventinnen und Absolventen des Musikgymnasiums in der Dreihackengasse in Graz zusammen und waren sehr bald bei Radiosendungen des ORF Steiermark zu hören. Wenig später wirkten sie bei Volksmusiksendungen im TV mit, etwa bei Sepp Forchers „Klingendes Österreich“ oder in „Mei liabste Weis“, präsentiert von Franz Posch. Nach und nach erweiterte das Ensemble sein volksmusikalisches Repertoire um Eigenkompositionen, Arrangements bekannter Melodien und um Jazz-Standards.

„Bring das Tanzschwein“ mischt in abwechslungsreicher Weise traditionelle Walzer und Polkas mit Kompositionen von Gruppenmitgliedern sowie Stückeln bekannter Volksmusikanten wie Martin Kiesenhofer oder Hans Wiesholzer. Zu hören ist außerdem auch der „Danubia Marsch“ des tschechischen Komponisten Julius Fučik (1872-1916). „Die Schnodabixn“, die Damen von Margrets Musi, komplettiert durch Eva Edegger, begleiten die von Margrets Musi unternommene „Reise durch verschiedene Landschaften des alpenländischen Raumes“ gesanglich.

Die CD kann online auf www.margretsmusi.at bestellt werden.

Hörbeispiele:

1. Wilderer Polka

2. Walzer für Johanna

3. Zack-Zack-Polka

4. Mei lumpale Bua

5. MM-Boarischer

6. Steirer san ma

7. Saupolka

8. A weni kurz, a weni lang

9. Jodler mit 8990

10. Gruß aus den Bergen

11. Für Margret

12. Herr Hauptmann

13. Danubia Marsch

14. Mei Tåg håt drei Stundn mit Schweinsbeuschler

15. Lauter Tiafe

16. Xandl Polka

Gerhard Polt und die Well-Brüder

KW 5 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Gerhard Polt und die Well-Brüder
40 Jahre

Humor mit Tiefgang

„Armut ist ohne Geld nicht denkbar“, eine solche Erkenntnis würde sofort als zu banal abgetan werden, käme sie nicht als Pointe von Gerhard Polt daher: im bayrischen Dialekt und mit bewusst eingesetzter Anmutung von Urgemütlichkeit.  Es folgt ein „Jå eh“ oder ein „Hm“, eingesetzt als Stilmittel zur Verdeutlichung, wie sich geistige Dumpfheit und Ignoranz breit machen: „Sicher, was soll i sågn, man kann die Såche so seh´n oder man kann sie anders, warum nicht.“ Stoff für Geschichten, die allerlei Schieflagen zum Inhalt haben, gibt es nicht wenige, geht es um touristische Erfahrungen in einem Viersterne-Hotel, einen sich in Rage redenden Fischereifunktionär, Bildungsdünkel oder worüber und wie die Leute halt so reden, wie sie sich wichtigmachen, ihre Vorurteile ausbreiten und mit ihren Binsenweisheiten reüssieren möchten. Seit 40 Jahren stehen Gerhard Polt und die Well-Brüder gemeinsam auf der Bühne. Die neue CD enthält Live-Mitschnitte mit musikalischer Unterstützung bei einigen Nummern durch die Rockband Die Toten Hosen. Musikalisches Können, scharfzüngiger Witz und eine gute Portion Kritik speziell bairischer Lesart sind längste Zeit schon Markenzeichen der Well-Buam. Ausgelassen wird im unterhaltsamen Programm des mitgeschnittenen Hausmusikabend kaum etwas, und auch die Politik jeglichen Couleurs bekommt ihr Fett ab.

Hier geht's zu den Hörbeispielen!

 

Die CD kann online auf www.polt.de bestellt werden.

Unisonus. zwischen gestern und morgen

KW 4 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
UNISONUS zwischen gestern und morgen
Bordunmusik aus drei Jahrhunderten

Hörgenuss und musikalische Vielfalt

Unisonus bedeutet in der Tonkunst so viel wie Einklang oder Gleichklang, wenn etwa zwei Töne gleicher Höhe von zwei verschiedenen Stimmen ausgeführt werden oder wenn mehrere Orchesterinstrumente dieselben Noten in verschiedener Oktavlage spielen. Der Gleichklang ist somit auch typisch für das Musizieren eines Bordunmusikensembles. Der Begriff Bordun meint einen ständig mitklingenden Begleitton, bei Saiteninstrumenten hervorgerufen durch das andauernde Mitschwingen von einer oder mehreren Bordunsaiten, beim Dudelsack durch das permanente Mitklingen einer oder mehrerer Bordunpfeifen. Im Instrumentarium der Gruppe UNISONUS befinden sich die Bockspfeif und die Sackpfeife, die Kurzhalsgeige, die Drehleier und der Kontrabass. Diese Besetzung eignet sich bestens zur Interpretation älterer Lieder und Weisen, darunter die im Jahr 1702 als älteste schriftlich notierte Volksmusik überlieferten „Tänze aus Zell und Windhag“, das Lied „Es war amal a Dudlsackpfeifer“ oder „Schleunige“ aus der Schmalnauer-Sammlung des Jahres 1820. Erweitert um eine Es- und eine B-Klarinette sowie um eine Bratsche wurden auch einige Nummern im Stil der Musik traditioneller böhmischer Dudelsackkapellen eingespielt. Die Idee zur Produktion der CD stammt von Rudolf Lughofer, der gemeinsam mit dem Multiinstrumentalisten, Bordunmusikexperten und Ensembleleiter Michael Vereno für das Gesamtkonzept verantwortlich zeichnet. Alles in allem: ein Hörgenuss für alle Musikfreunde!

Hörbeispiele:

  1. Boarischer aus Kremsmünster
  2. Tänze aus Zell und Windhag
  3. Es war ámal á Dudlsackpfeifer
  4. Schusterpolka & Spazierpolka
  5. Pastorella & Bauerntanz
  6. Der zweiundreißigfache Raubmord
  7. Schleunige
  8. Valsa Tiroliana
  9. Viertwengerische Tänze
  10. Jodler
  11. Heu einifiahrn
  12. Egerländer Ländler
  13. Quitsch-Quatsch-Polka
  14. Seibiser Walzer
  15. Jetzt muss ich aus mein Haus
  16. Oh du lieber Augustin

Oh du stille Zeit

KW 3 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Peter Gretzel
Oh du stille Zeit

Posaunenquartett ViWaldi

Im Lauf des Jahres 2020, rechtzeitig vor der Advent- und Weihnachtszeit, erschien die CD „Oh du stille Zeit“, eingespielt vom Posaunenquartett „ViWaldi“. Wie ein Adventkalender, so stimmten Ulrike Moser, Monika Lechner, Petra Lechner und Bernhard Thain mit 23 Advent- und Weihnachtsliedern sowie Weisen in die „stille Zeit“ im Jahr ein und überbrachten als Track 24 facettenreiche Weihnachtsgrüße. Die stimmungsvoll vorgetragenen Stücke sind vielen Ohren weithin bekannt, klingen aber durch die Arrangements aus der Feder des Posaunenquartetts „ViWaldi“ frisch und vermitteln den Zuhörern ein Gefühl der Geborgenheit, die zur Ruhe kommen lässt und dann die Zeit nicht einsilbiger, sondern wirklich stiller – im Sinne von inhaltsreicher und erlebbarer – macht.

Die Zusammenstellung der Stücke ist eine Mischung aus älteren Advent- und Weihnachtsliedern des deutschsprachigen Raumes. Ergänzt werden diese von zeitgenössischen Liedern bekannter Autoren, die ebenfalls schon Eingang ins persönliche Weihnachtsliederrepertoire vieler Menschen gefunden haben. Zusätzlich rundet die eine oder andere Weise aus dem anglo-amerikanischen Raum das Programm ab. Ab und zu legt das Ensemble die Posaunen sogar weg und ersetzt sie durch die eigene Singstimme.

Aufgrund der Bekanntheit der Melodien kommt die CD ohne ein umfangreiches, erklärendes bzw. ergänzendes Booklet aus. Die Musik und das Zuhören werden ganz in den Vordergrund gerückt. Langsam verklingen in diesen Wochen diese Weisen wieder, und doch schöpfen wir an jedem Weihnachten erneut gewinnbringend aus ihnen.

In Sand geschrieben

KW 2 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
In Sand geschrieben
Lisa Rombach – Sopran, Eduard Kutrowatz – Klavier

Vom Entstehen bis zum Vergehen: Nahe der Wahrhaftigkeit

Eises gleich vorweg: Schon die literarischen Vorlagen zur Vertonung der einzelnen Musiktitel dieser CD sind wahre Kunstwerke: sprachlich, thematisch, berührend, sinnreich und stark im Ausdruck. Dafür sehen die namhaften Autorinnen und Autoren Hermann Hesse, Peter Turrini, Walter Paul Kirsch, Gertrud Zelger-Alten, Christine Lavant, Erich Kästner, Hilde Domin, Hertha Kräftner, Hugo von Hofmannsthal und Christine Nöstlinger. Die Musik stammt von den Komponisten Karl Messner, Thomas Maria Monetti, Stefan Kocsis, Herwig Reiter, Otto Strobl und Eduard Kutrowatz, der als Pianist gemeinsam mit der Sopranistin Lisa Rombach die Titel einspielte, darunter auch fünf als kroatische Bauernlieder bezeichnete Volkslieder der im Burgenland und in Westungarn ansässigen kroatischen Volksgruppe in einer kompositorischen Bearbeitung von Jenö Takács. Nicht nur durch die besondere Qualität der gesanglichen und instrumentalen Interpretation liefert der Tonträger einmal mehr den Beweis dafür, dass allein künstlerische Kompetenz, Kreativität, persönliches Engagement und nicht zuletzt eine gute Portion solider Arbeit Voraussetzungen für Werke von Bedeutung, Tiefe und Sinn sind. Es ist die Kunst, die Wege zur Wahrhaftigkeit vermittelt.

„Die Lügen fallen eine nach der anderen auf den Boden“ heißt es in einem Text von Peter Turrini, vertont von Thomas Maria Monetti, und weiter: „Du siehst sie vergilbt aber du nimmst sie als seien sie gerade gewachsen. Ich flehe nach bedeckendem Schnee. Aber der Winter will heuer einfach nicht kommen.“ Gerade heute enervieren Lügen, ob sie nun als politische Statements, als Verkaufstricks oder plumpe Behauptungen daherkommen. Letzten Endes werden sich solche Lügen als das herausstellen, was sie sind: Lügen eben. Ob das ermutigen soll bleibt dahingestellt, denn dass „das Schöne und Berückende nur ein Hauch und Schauer sei. Dass das Köstliche, Entzückende, Holde ohne Dauer sei“ lässt gemäß dem Gedicht von Hermann Hesse alles und jedes als „In Sand geschrieben“ erscheinen. Nicht nur Trost, sondern ein eher beglückendes Lebensgefühl schenken können jedenfalls Augenblicke, in denen es gelingt, in die Texte der vorliegenden CD einzutauchen und sich dabei von der Musik tragen zu lassen.

Die CD kann unter folgender Adresse bestellt werden: office(at)kibu.net

Weiter Infos zur CD gibt es auf www.kutrowatz.art

g´sungen und g´spielt III

KW 1 2021

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
g´sungen und g´spielt

 

Frohnberger Klarinettenmusi • 4Klang Schönbrunn • Helmut Hutter und das Waldviertler Schrammeltrio • Radlbrunner Blechbläser • Valentiner Rud

Österreich gilt als Land, in dem Musik aller Epochen und Stile einen großen Stellenwert besitzt. Musik kann einerseits unterhalten, beflügeln, begeistern, erheben oder sogar aufwühlen, andererseits beruhigen, besänftigen oder trösten. Musik berührt das Gemüt und die Seele. Musik bereichert das Leben sowohl im Alltag als auch bei Festen und Feiern. Gerade traditionelle Lieder und Weisen vermitteln ein vertrautes Klangbild, das gern als identitätsstiftend wahrgenommen wird. Über ihren ästhetischen Wert hinausgehend verstehen sich Volkslieder, Volksmusik und Volkstänze auch als Alternative den Produkten einer globalisierten Allerweltskultur: zwar mit kleinerer Reichweite und kaum massentauglich, manchmal widerständig, aber stets variantenreich und versehen mit jenen Codes, die meist nur von der Bevölkerung einer bestimmten Region verstanden werden.

Die CDs der Reihe „g’sungen und g’spielt“ widmen sich der aktuellen Musizierpraxis in und rund um Niederösterreich. Dafür stehen auch die fünft Ensembles, die auf dem vorliegenden Tonträger zu hören sind: mit Volksliedern und Jodlern, mit Nummern im Stil der böhmisch-mährischen Blasmusik, mit Polka-, Walzer- und Ländlermelodien, mit Wiener Liedern, Couplets und Schrammel-Musik sowie mit einem Traunviertler Landler samt seinen achtzeiligen Singstrophen.

 

Hörbeispiele:

1.  Frohnberger Klarinettenländler

2. Wanns Häuserl kloa is

3. Juventas Marsch

4. Wann i von Wean wegga geh

5. Ländler zum 50er

6. Lahnjodler

7. Chodouňská

8. Lokale Ausdrücke

9. Liebeslaube

10. Lustig ist das Köhlerleben

11. Sakvicka

12. Der schönste Mann von Wien

13. Schneefinken Walzer

14. Sitzts am Spinnstuhl

15. Willkommen

16. Lavendellied

17. Und's Dirndl håt gsågt

18. Da Gusswerker

19. Slavonická Polka

20. Waldviertlerisch

21. Traunviertler Landler

Lieder und Weisen zum Weihnachtsfest.

KW 53

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Lieder und Weisen zum Weihnachtsfest.

 

„Vom ersten Adventsonntag bis Maria Lichtmess“

Der Weihnachtsfestkreis beginnt mit dem ersten Adventsonntag und endet heute meist mit dem Tag der heiligen drei Könige am 6. Jänner. Früher dauerte die Weihnachtszeit bis zum Lichtmesstag am 2. Februar, und bis dahin blieben der Christbaum und auch die Weihnachtskrippe in der Stube. Die insgesamt 26 Titel der CD „Lieder und Weisen zum Weihnachtsfestkreis“ entsprechen dieser längeren Periode vergangener Tage und beginnen in ihrer Chronologie mit den Adventliedern, die auf die Ankunft des Erlösers hinweisen, so wie es in den Schriften der Propheten vorhergesagt steht. Es folgen Lieder zu weiteren Ereignissen, wie sie speziell im Lukas-Evangelium überliefert werden und seither die Phantasie vieler Menschen anregen: von der Verkündigung der Geburt Christi durch den Engel Gabriel an Maria, der vergeblichen Suche des heiligen Paares nach einer Herberge, der Geburt Jesu Christi und vom Aufbruch der Hirten zum Stall von Bethlehem bis zur Anbetung des Kindes durch die Hirten und die heiligen drei Könige, dem Wiegen des Kindes in den Schlaf und dem noch einmal auf das Geschehen zurückblickenden Gedenktag zu Mariä Lichtmess. Interpreten der Lieder sind das „Wienerwaldterzett“ und der „Wienerwaldviergesang“, Textbeiträge kommen von Robert Demmer, und für die musikalische Umrahmung sorgen die „Wienerwald Stubenmusi“ und die „Spielmusik Helga Kodritsch & Hans Schröpfer“. Im Booklet nachzulesen sind neben den Portraits der Mitwirkenden auch die Texte und Quellen der einzelnen Lieder. So empfiehlt sich die CD alle Jahre wieder zum Zuhören, Nachlesen und Mitsingen.

 

Hörbeispiele:

1. Menuett in C

2. Ålle Jåhr um die Zeit

3. Hiaz is der rauhe Winter då

4. Lesung_Der Engel bei Maria

5. Maria Jungfrau voller Ehr

6. Lesung_Jesus wird geboren

7. Josef und Maria

8. Hochzeits-Tafelstück

9. Maria durch ein Dornwald ging

10. Lesung_Der Engel und die Hirten

11. Nu gschwind auf zan löschen

12. Steffl, du Schlåfhaum

13. Der andere Dreier

14. Veigerl-Walzer

15. Es wird scho glei dumpa

16. Lesung_die Hirten ziehen nach Bethlehem

17. ein Kind geboren

18. da draußen auf dem Berge

19. Orgelbayrischer

20. Fållt vom Himmel a Sterndle

21. Tiefe Ländler

22. Wintertag

23. Lesung_Der Stern des neugeborenen Königs

24. Dreikönigslied

25. Lichtmeßlied

26. Nandlstadter Schottisch

Weihnacht in Österreich

KW 52

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Weihnacht in Österreich • a cappella
Schnittpunktvokal, Kvartet VITA

 

„Gekommen ist die Heilige Nacht“

Die von Weihnachten ausgehende Friedensbotschaft ist ohne jeden Zweifel ein Ganzjahresthema. Diesem Grundsatz entsprechend nahmen das slowenische Frauenensemble „Kvartet VITA“ und das österreichische Männerquartett „schnittpunktvokal“ insgesamt 25 Advent- und Weihnachtslieder im Hochsommer auf, und zwar vom 19. bis 23. August 2004 in der Filialkirchen Sankt Hubertus im Ort Sekirn, gelegen am Südufer des Wörthersees in der Gemeinde Maria Wörth. Die eingespielten Liedern umfassen Bekanntes wie „Maria durch ein Dornwald ging“ oder das in der ganzen Welt gesungene „Stille Nacht“ ebenso wie Lieder aus Slowenien, der Slowakei oder der Ukraine unter Einbeziehung von Sprachinseln wie der Gottschee, der Zips, Siebenbürgens, des Banats oder der Batschka. Ein informatives Booklet gibt in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch kompetent Auskunft über Quellen und Herkunft der einzelnen Lieder sowie über die Sängerinnen und Sänger der beiden Vokalensembles. Als weiters Zeichen für besonderes Qualitätsbewusstsein erweisen sich die Übersetzungen der slowenisch-sprachigen Lieder ins Deutsche. Gern erinnern wir uns an den Dezember 2012, als das „Kvartet VITA“ beim Adventkonzert „Auf nach Bethlehem“ im Haus der Regionen mitwirkte. Stimmungsvolles Weihnachtslieder-Repertoire vermittelt nach wie vor der Tonträger „Weihnacht in Österreich • a cappella“, beispielsweise mit dem Titel „Prišla je lepa sveta noč“ oder: „Gekommen ist die schöne Heilige Nacht.“

 

 

Zu den Hörbeispielen!

Scheibbser Kugeln

KW 51

Die CD der Woche
präsentiert von Peter Gretzel
Scheibbser Kugeln

 

Lieder und Weisen zum Weihnachtsfestkreis

Drei Kugeln, die dem heiligen Nikolaus in der Pfarrkirche in Scheibbs als Attribut beigegeben sind, standen nicht nur für die berühmten „Scheibbser Kugeln“ Pate, auch ein Tonträger mit Liedern und Weisen, die durch den Weihnachtsfestkreis führen, ist nach ihnen benannt. Die Stationen auf dem Weg durch den Advent und die Weihnachtszeit sind sehr vielfältig. Da treten „Adventheilige“ auf, etwa Barbara und Nikolaus. Die Herbergsuche klingt ebenso an wie die Verkündigung der Geburt Christi an Maria durch den Engel Gabriel. Der Adventkranz begleitet durch die vierwöchige Adventzeit, die als Vorbereitungszeit auf das Weihnachtfest eine Buß- und Fastenzeit ist. Im Zentrum des Weihnachtfestkreises steht die Geburt Christi. Lieder an der Krippe, Hirtenlieder, Engelslieder und Christkindlwiegenlieder besingen das kaum fassbare Geschehen in Bethlehem. Auch der Neujahrstag ist als Oktavtag von Weihnachten ganz der Geburt Christi gewidmet. Die Neujahrslieder wünschen den Familien Glück und Segen, die von der Krippe im Stall von Bethlehem ausgehen. Die heiligen drei Könige besuchen das neugeborene Kind und bringen ihre Gaben. Mit der Taufe Jesu endet nun der Weihnachtsfestkreis. Früher erstreckte er sich bis zum Fest Maria Lichtmess am 2. Februar, an dem Lichterprozessionen abgehalten werden und speziell im südlichen Niederösterreich im Zuge des Lichtmesssingens Glückwünsche in die Häuser gebracht werden.

Musikalisch durch diese stimmungsvolle Zeit begleiten abwechslungsreich der „Scheibbser 3er“, das Ensemble „Adventmusik“, die Gesanggruppe „kloaLaut“, das Terzett „Lampelsberg Trio“, die „Ursprüngler Weisenbläser“, die Geschwister Zellhofer, der Chor der Stadtpfarrkirche Scheibbs, der „Neustifter Sängerbund“, der Chor der Sporthauptschule Scheibbs sowie die Solisten Herbert Schlöglhofer (Orgel), Michael Frühmann (Harmonika) und Philipp Schagerl (Gitarre).

 

 

Hörbeispiele: 

1. Orgel-Bayrischer

2. Aber lustig mia Ledigen

3. Turmmusik III

4. Is finsta draußtn

5. Heut schneibalts scho

6. Heilige Barbara

7. Auf, auf, es kommt der Tag

8. Patronus St. Nikolaus

9. Der Engel begrüßte die Jungfrau Maria

10. Es ist ein Ros entsprungen

11. Maria durch ein Dornwald ging

12. Felsenharte Bethlehemiten

13. Turmmusik II

14. Glocken

15. Stille Nacht, heilige Nacht

16. Recit de Trompète

17. Josef, lieber Josef mein

18. Es wird scho glei dumpa

19. Gott grüaß dich, mein' Jungfrau

20. Adoramus te, Christe

21. Kimmt daher die Wintazeit

22. Orgelländler Nr. 2

23. Neujahrslied

24. Turmmusik IV

25. Drei König

26. Basse et Dessus de Trompète

27. Jetz' kimb scho bald da Liachtmeßtag

28. Schatzwalzer

29. Preberpichler

30. Orgel-Bayrischer

Auf nach Bethlehem!

KW 50

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Auf nach Bethlehem!

„Ihr Hirten, verlasst eure Fluren“

„Auf nach Bethlehem!“, dieser zwei Jahrtausende alte Ruf der einfachen Hirten bewegt viele Menschheit auch heute noch. Die Strahlkraft der Weihnachtsgeschichte ist nach wie vor lebendig und ungebrochen. Weihnachten gilt als wichtigstes Fest im Jahreskreis. Für den Lebenssinn und die die elementaren Fragen des Menschen finden sich in der christlichen Botschaft zahlreiche Bezugspunkte und Antworten. „Auf nach Bethlehem!“, dieser Aufforderung folgten die Hirten und begaben sich auf den Weg zum Erlöser, und diesem Ruf folgen bis zum heutigen Tag Christen aus allen Teilen der Welt. In unseren Breiten werden die im Weihnachtsevangelium überlieferten Begebenheiten in der gewohnten Umgebung inszeniert oder kunstvoll dargestellt: in Krippen, die bürgerliches Stadtleben ebenso zeigen wie eine bäuerliche Lebenswelt, in berührenden Schauspielen oder vermittelt in den zahlreichen Liedern und Weisen zum Weihnachtsfestkreis. Im Winter, in finsterer und kalter Nacht denken viele an jene Hirten, die zum Stall von Bethlehem eilten und ihre Geschenke darbrachten. In diesem Sinne singen und musizieren der Familiendreigesang Knöpfl, die Schlofhaumbuam, die Harfenistin Andrea Hampl sowie die Gruppen Rohrblatt und Salterina.

 

Hörbeispiele: 

1. Pastorella

2. O edle, erwünschte, liebreiche Nacht

3. Weihnachtliche Weise

4. Josef und Maria

5. Harbe Lenz Landler

6. Ihr Hirten, verlasst eure Fluren

7. Leobersdorfer Walzer

8. Griaß enk God, Buama!

9. Maulwurfshügel Boarischer

10. O God, wås muass dås sein

11. Schneegestüber in Neunkirchen

12. Schlaf, Jesulein zart

13. Walzer für d' Monika

14. Engelssang

15. Heidl di

16. Bauernmenuett

17. Dås neue Jåhr

18. Menuett aus Niederösterreich

19. Neujahrslied aus dem Tullnerfeld

20. Menuett aus Arbesbach

21. Flockentanz

22. I wünsch dem Herrn und da Frau

23. Theresienmenuett

24. Wir heil'gen drei König'

25. Jodlerimprovisation, Thomasberger Schottisch

Wiegenlieder

KW 49

Die CD der Woche
präsentiert von Eva Zeindl
Wiegenlieder. freiklang

Schlaf, Kindlein, schlaf!

Singen schärft die Sinne, schafft ein soziales Klima, beschert Glücksgefühle, ist gesund und verbindet Generationen und Kulturen. All dies wurde mittlerweile mit Studien belegt. Der Violinvirtuose Yehudi Menuhin drückte dies so aus „Singen ist die eigentliche Muttersprache des Menschen“. Mit den Wiegenliedern geschieht dies schon seit Jahrhunderten intuitiv. Bis ins 13. Jahrhundert gehen die Belege dafür zurück.

Das Volkslied, das sich mit seinen Inhalten am Jahres- und Lebenszyklus orientiert, hat auch beim Wiegenlied sein funktionales Element. Das Schaukeln der Wiege passt zum Rhythmus des Liedes, das zur Beruhigung des Kindes gesungen wird. Es vermittelt Geborgenheit, die Bilder, die die Texte entstehen lassen, sind ausdrucksstark und dennoch Ruhe vermittelnd. Dies trifft auch einstrophige Volkslieder ebenso zu wie auf ausformulierte mehrstrophige Kunstlieder.

Dem Ensemble freiklang gelingt es auf dieser CD, die schönsten Wiegenlieder des deutschsprachigen Raums klar, einfach und schnörkellos zu interpretieren. Der Bogen wird vom Volkslied bis zum Kunstlied gespannt, in der Tradition des Kindlwiegens sind auch Lieder aus dem Repertoire der Advent- und Weihnachtslieder enthalten.

Die Volkskultur Niederösterreich lädt mit dieser CD ein, zur Ruhe zu kommen, gleichzeitig wollen wir auch zum Selbersingen motivieren, handelt es sich doch um bekannte Weisen. Die im Booklet abgedruckten Texte, wirken eventuellen Textunsicherheiten entgegen.

 

Hörbeispiele: 

1. Weißt du, wie viel Sternlein stehen, Abendlied
2. Kindlein mein, schlaf doch ein, Wiegenlied
3. Es wird scho glei dumpa, Geistliches Wiegenlied
4. Der Mond ist aufgegangen, Abendlied
5. Schlaf, Kindlein, schlaf, Wiegenlied
6. Die Vögerl schlåfen schon im Wåld, Abendlied
7. Abendstille überall, Kanon
8. Schlafe, schlafe, holder süßer Knabe, Wiegenlied
9. Åber heidschi bumbeidschi, Wiegenlied
10. Still, still, still, Geistliches Wiegenlied
11. Heidl-di, Geistliches Wiegenlied
12. Alles schweiget, Kanon/Wiegenlied
13. Guten Abend, gut’ Nacht, Wiegenlied
14. Müde bin ich, geh zur Ruh, Gesungenes Gebet
15. Wo schlafen Bärenkinder?, Schlaflied

 

Meilensteine der Volksmusik

KW 48

Die CD der Woche
präsentiert von Peter Gretzel
Meilensteine der Volksmusik

Aus Geschichte und Leben

Der erste Tonträger des mittlerweile über 150 CDs umfassenden Labels HeiVo, für das die Volkskultur Niederösterreich verantwortlich zeichnet, erschien 1997 anlässlich der Feierlichkeiten zur erstmaligen urkundlichen Erwähnung Österreichs 996 als „Ostarrichi“. Damals leistete das ORF Landesstudio Niederösterreich mit der Veranstaltung „Meilensteine der Volksmusik“ am 20. April 1996 einen volksmusikalischen Beitrag, von dem sich mehrere Aufnahmen auf der CD befinden. Inhaltlich spannte der Tonträger einen wissenschaftlich fundierten musikalischen Bogen von den frühesten notierten Liedern und Weisen bis zur Volksmusikpflege im ausgehenden 20. Jahrhundert und wollte dabei gleichzeitig einen unterhaltsamen Einblick in die Geschichte und Entwicklung der Volksmusik in Österreich geben. Die CD war auch als Lehrbehelf gedacht, der junge Menschen in ihrer musikalischen Ausbildung für Volksmusik begeistern sollte. Im Booklet „führt“ Walter Deutsch als Doyen der Volksmusikforschung in Österreich durch das Programm, verortet die einzelnen Lieder und Weisen historisch wie geographisch und liefert wertvolle Hinweise zur Verwendung bestimmter Instrumente in der Volksmusik. Die CD ist ein Tondokument ihrer Zeit. Aus heutiger Sicht ist sie die Ouvertüre zu den quasi flächendeckenden und facettenreichen Tondokumentationen der Volksmusik unter dem Label HeiVo in allen Teilen und Regionen des Landes Niederösterreich und darüber hinaus.

 

Hörbeispiele: 

1. Invitatio amicae

2. Intrada

3. Nibelungenlied, 16. adventiure

4. Dås Schifflein schwing si dåni vom Lånd

5. Maria, muoter, rainiu mait

6. O wie freudig ist der Morgen

7. Landsknechtorden

8. Marsch der Sensenschmiede

9. Alte Reigenmelodie

10. Es liegt ein Schloß in Österreich

11. Felderer Jodler

12. Die Bauern von St. Pölten

13. Tänze aus Zell und Windhag

14. In Scherer seiner

15. O du lieber Augustin

16. Prinz Eugenius, der edle Ritter

17. Menuett aus der Knaffl-Handschrift

18. Ach Himmel, es ist verspielt

19. „Linzer Tanz“

20. D’lustige Schwoagerin

21. Wer will mit nach Italien ziehn

22. Der Staat ist in Gefahr

23. Brautnachtwalzer

24. I håb‘ a påår kohlschwårze Råppen

25. Hödlmoserpolka

26. Mei Diandle håt zwa Äugelein

27. It’s quiet around the lake (Is schon still uman See)

taktvoll vokal

KW 47

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
taktvoll vokal

„Schottisch, Schottisch tanz´ i gern …“

„… b´sonders mit an jünger´n Herrn, mit an ålt´n måg i nit, weil er mir auf d´Zechn tritt“, so lautet eine der Singstrophen zu jenem Volkstanz, der als Schottischer am Beginn des vorigen Jahrhunderts in der Umgebung von Wien aufgezeichnet wurde. Singen, Tanzen und Musizieren gehören ganz einfach zusammen. Diesem Motto entsprechend produzierte die Volkskultur Niederösterreich bereits vor einigen Jahren einen Tonträger mit Aufnahmen von Volkstanzmelodien und den dazugehörenden Singstrophen, eingespielt von hervorragenden Interpreten, die nicht nur mitreißend zum Tanz aufspielen, sondern auch die überlieferten Tanzlieder überzeugend anstimmen. Zu verdanken ist diese Meisterleistung den Mitwirkenden, das sind folgende Gruppen: Die Tanzgeiger, die Valentiner Rud, die Kremsmünsterer Bock & Leiermusik mit dem „Ab und zu“ Chor, die Schankpartie, die Stammtischmusi Wieselburg und der Wachau-Chor Spitz.

Rund um den Gedenktag der heiligen Katharina am 25. November finden üblicherweise Kathreintanz-Veranstaltungen statt. Heuer fallen diese infolge der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Infektionen leider aus. So bleibt als willkommene Alternative, die CD „taktvoll vokal“ anzuhören und dabei im Takt mit den Füßen zu wippen, mit den Fingern zu schnippen und kräftig mitzusingen: beim Siebenschritt, beim Bauernmadl, bei der Krebspolka, der Schusterpolka, dem Neubayrischen, dem Fürizwänger, dem Hiatamadl, dem Katherltanz und vielen weiteren Tänzen.

Hörbeispiele: 

1. Auftanz

2. Baileh

3. Schottischer

4. Fürizwanger

5. Siebenschritt

6. Landler aus dem Yspertal

7. Kreuzpolka

8. Schwedischer

9. Die schön' Marie

10. Bauernmadl

11. Neubayrischer (Alte Form)

12. Boxhamerisch (Zwiefach)

13. Lawinenwalzer

14. Schusterpolka

15. Deutscher Umgang (Mühlviertel)

16. Strohschneider

17. Spinnradl

18. Krebspolka

19. Zipf Adam

20. D'Sau

21. Hiatamadl

22. Landler aus Weitra

23. Katherltanz

24. Reigen

25. Eisenkeilnest (Zwiefach)

Bei einem Glaserl Wein

KW 46

Die CD der Woche
präsentiert von Peter Gretzel
Bei einem Glaserl Wein

Bei einem Glaserl Wein

Ein Glaserl Wein trägt wesentlich zur Geselligkeit bei und darf bei festlichen Anlässen nicht fehlen. Es vermittelt Gemütlichkeit, stärkt die Redseligkeit, hebt die Gemüter und verwandelt, wie der Dichter Charles Bodelaire einmal schrieb, den „Maulwurf zum Adler“. Nicht umsonst wird der Wein als göttliches Getränk bezeichnet und der junge Wein gerne um den Martinstag, dem 11. November, im Zuge eines Martinilobens gesegnet.

Die CD „Bei einem Glaserl Wein“ widmet sich der traditionsreichen Weinbauregion Traisental und zeigt die uralte Verbindung zwischen Weinkultur und bodenständiger Musik auf. Die CD will einen „aktuellen Ausschnitt des musikalischen Schaffens der Region dokumentieren“, wie Dorli Draxler und Edgar Niemeczek als Herausgeber einleitend anmerken. Heimatlieder, Trinklieder, Wanderlieder und Lieder rund um den Wein wechseln mit Polkas, Märschen und Walzern ab. Maximilian Fürnsinn als ehemaliger Propst des Stiftes Herzogenburg hält in einem Ausschnitt aus seiner Predigt zur Weinsegnung und mit Ausführungen über die Beziehung zwischen Bibel und Wein eine Hommage auf den Wein. Das musikalische Klangbild des Traisentals zeichnen das Brassquartett Traismauer, der Chorus Kunterbunt und der Kirchenchor Statzendorf, das Harmonikaduo Schneider-Fremuth, die Jagdhornbläser Oberwölbling, die Jugendblaskapelle Fladnitztal, der Kirchenchor Nußdorf ob der Traisen, das Klarinettentrio Rausche, der Motettenchor Herzogenburg, die Saitenmusik Inzersdorf, ‘s Beri Vocal, der Singkreis Kapelln, die Stadtkapelle Herzogenburg, die Trachtenkapelle Inzersdorf-Getzersdorf, das Vokalensemble Klangbogen, der Wagramer Viergesang und die Wöblinger Stubenmusi.

Hörbeispiele: 

1. Mein Herzogenburg

2. I bin a oida Håderlump

3. Weinlaune

4. Frau Wirtin, wås san ma denn schuldig

5. Is wo a Landl

6. Katharina Boarischer

7. Und wann i mei Häuserl verkauf

8. Seyffertitz-Marsch

9. Still, stad

10. Grubtaler Landler

11. Staad-Lustiger

12. Predigt zu Weinsegnung

13. Gott, segne den edlen Weinbau

14. Wie lieblich schallt

15. Im Gwantl

16. Ein Mädchen und ein Gläschen Wein

17. Wohl auf noch getrunken

18. I måg koa Wåsser net

19. Der Tischlermeister Franz

20. Übaführn

21. Ländliche Weisen

22. Das alte Spinnrad

23. Der Wein is a Luida

24. Moulinet Polka

25. Was fang ich armer Schlucker an

26. Alter, sei friedlich!

27. Låssts enk nur die Weinbeer schmeckn

28. Mein Fladnitztal

29. O Heimat, dich zu lieben

30. Heidrun Polka

31. Dås Jahrl wår prächtig

32. Die Bibel und der Wein

33. Abschied

Vilsleit´nmusi, Duschlhof G´sang. Auf da Boarischen Grenz

KW 45

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Vilsleit´nmusi, Duschlhof G´sang

Lieder und Volksmusikstückn:

Im vertrauten Stil erdacht und dargebracht

„Auf da boarischen Granz´“ heißt eine im Vorjahr erschienene CD mit Aufnahmen vom Druschlhof G´sang und der Vilsleit´nmusi. Zu Hause am Duschlhof, einem stattlichen Vierseithof in der Gemeinde Bayerbach im Landkreis Rottal-Inn, singt Mutter Barbara Frankenberger im familiären Kreis gemeinsam mit ihren erwachsenen Kindern Elisabeth, Johannes und Martin. Zum großen und vielfältigen Repertoire des Familiengesangs gehören neben überlieferten Volksliedern die vielen von Liedermacherinnen und Liedermachern vor allem aus Bayern geschaffenen und der volkstümlichen Tradition verbundenen Kompositionen. Vertreten sind auch Lieder und Weisen aus der Feder des Mühlviertler Vollblutmusikanten Klaus Karl. Die meisten auf der CD eingespielten Instrumentalnummern sind allerdings Harti Pilsner eingefallen, etwa während einer langen beruflichen Autofahrt das Stückl „Auf da Landstraß“. Zu Hause angekommen, brachte seine Partnerin Sissi die Nummer zu Papier und erweiterte damit das umfangreiche Repertoire der Gruppe. Die Vilsleit´nmusi, das sind mit ihren Gitarren Harti Pilsner und Sissi Kagerl sowie die Harfenistin Angelika Huber. Bekannt von anderen Tonträgern und Live-Auftritten ist auch jene Besetzungsvariante, in der Harti Pilsner das Bandoneon und Sissi Kagerl die Steirische Harmonika spielen. Daheim sind die beiden in Hirschbach, einem Ortsteil des Marktes Bad Birnbach im niederbayrischen Landkreis Rottal-Inn.

Zu den Hörbeispielen!

Familienmusik Six. Überlieferte Volksmusik

KW 44

Die CD der Woche
präsentiert von Peter Gretzel
Familienmusik Six

Überlieferte Volksmusik

Ob aus Radio oder Fernsehen, die Familienmusik Six aus Opponitz im oberen Ybbstal ist vielen Freunden der Volksmusik bekannt. Viermal holte sie Sepp Forscher in seine Sendereihe „Klingendes Österreich“, einmal war die Familienmusik 1981 zu Gast in Wastl Fanderls Fernsehsendung „Bayrisches Bilder- und Notenbüchl“. In verschiedenen Radiosendungen waren und sie bis heute ihre Interpretationen überlieferter Volksmusikstücke zu hören.

Zum ersten Mal trat die Familienmusik Six 1977 öffentlich mit einem Geschwisterquartett auf. Vier der zehn Kinder vom Bergbauernhof „Vorderleiten“ musizierten in der Besetzung mit zwei Geigen, Akkordeon und Gitarre. Rasch erkannte man die Musikalität der Geschwister und engagierte sie daraufhin bei unterschiedlichen Veranstaltungen. Im Lauf der Zeit verstärkten weitere Mitglieder der Familie das immer größer werdende Ensemble.

Was die Familienmusik Six besonders auszeichnet: Die Lust am Musizieren und eine große musikalische Begabung, gleichzeitig aber auch ein hohes Maß an Professionalität, die nur durch eine stetige Aus- und Weiterbildung erreicht werden konnte. Dabei orientierten sich die Musiker und Musikerinnen an überlieferten Vorbildern und musikalischen Weggefährten, unter ihnen der Musikprofessor Rudi Pietsch, der Bad Ischler Bergmann Alois Blamberger, Ferdinand Zwanzger aus Stiwoll und Rudolf Fischl aus Dorfstetten.

Nach 40 Jahren präsentiert sich die Familienmusik Six auf der CD in gewohnter Frische und Lebendigkeit in der Besetzung Violine (Ruth Salomon, Burgi Neubauer), Viola (Jakob Six), Violoncello (Georg Six), Gitarre (Martha Jawor, Martin Six) und Harfe (Edith Six, Martha Jawor). Das Booklet bringt Erinnerungen von Rudi Pietsch an die gemeinsame musikalische Vergangenheit, ein Statement von Walter Deutsch, der mit der Familienmusik ORF-Aufnahmen produzierte, und von Direktor Leo Lugmayr.

Hörbeispiele:

1. Irgendoana

2. Seewiesenwalzer

3. Alter Dreier

4. Nimm sie hin

5. Ybbstaler Steirische in G

6. Der Einfache

7. Kolophonium Walzer

8. Drei Ländler aus dem Ybbstal

9. Langenwanger

10. Teli-Polka

11. Thernberger Hochzeitsstückeln

12. Winkelmayer Walzer

13. Schneiderpolka

14. Hungarisch

15. s'Lärabrett

16. Der Böhm

17. Holzwurmwalzer

18. In Hermann sein Boarischer

19. Sellrainer Landler

20. Immer flott

21. Steierer in G

22. Pöttelsdorfer Franze

23. Lückenbüßer Walzer

24. Himmel auf der Welt

25. Letzter Walzer

afoch.gmiatlich

KW 43

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Weinviertler Mährische Musikanten: afoch.gmiatlich

Eine runde Sache

Zwölf Polkas und zwei Walzer ergeben in Summe vierzehn hervorragend und schwungvoll interpretierte Musiknummern im Stil der Böhmisch-Mährischen Blasmusik, eingespielt auf der neuen CD der Weinviertler Mährischen Musikanten. Dafür steht eine Reihe tschechischen Komponisten und Kapellmeister, darunter Josef Konečný, Karel Vacek oder Josef Poncar. „afoch.gmiatlich“ heißt der Tonträger, und klappt man die CD-Hülle auf, dann steht auf der Innenseite die Bemerkung „und.trotzdem.sche“ zu lesen. Für dieses Gütesiegel und für solch eine schöne Musik stehen die sieben Musiker Gernot Kahofer – erstes Flügelhorn, Andreas Zimmerl – zweites Flügelhorn, Christian Eisenhut – Tenorhorn, Ewald Zeiner – Bariton, Radek Růžička – Akkordeon, Werner Zeiner – Tuba und Franz Kahofer – Schlagzeug. Drei Kompositionen steuerte Gruppenmitglied Radek Růžička zur CD bei, die Polka mit dem Titel „Neue Freunde“ stammt vom Leiter der Weinviertler Mährischen Musikanten, Gernot Kahofer. Mit Gewissheit lässt sich das folgende Resümee ziehen: Wer die Stimmung eines typischen Weinviertler Kirtags auch zu Hause inhalieren möchte, schiebt ganz afoch.gmiatlich die neue Scheibe in den CD-Player.

Hörbeispiele:

1. Roztoužená

2. Nechod’K Nám

3. Sternlein

4. Spritzregen

5. Als Ich Ging

6. Na Samotě

7. Jindřiška

8. Renuška

9. Břeclavanka

10. Pro Dědu

11. Neue Freunde

12. Šedesátka

13. Karličku Můj

14. Vám Přátelé

 

Orgel trifft Volksmusik 1 & 2

KW 42

Die CD der Woche
präsentiert von Peter Gretzel
Orgel trifft Volksmusik 1 & 2

Die Klangkombination von Orgel und Volksmusik scheint dann ungewöhnlich, wenn der Einsatz einer Orgel auf den Klangraum Kirche reduziert wird. Für heutige Ohren mögen Volkslieder unterschiedlicher Gattungen mit Orgelbegleitung seltsam anmuten und auf Kirchenorgeln zwar prinzipiell spielbare Polkas, Ländler oder Walzer scheinen nahezu undenkbar. Was heute als Ausnahme empfunden wird, war in der Vergangenheit gute Tradition. Ein kurzer Blick in die gemeinsame Geschichte von Volksmusik und Orgel rückt die Dinge ins rechte Licht.

Rückverfolgbar ist das Zusammenspiel von Volksmusik und Orgel bis ins 15. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammen beispielsweise Bearbeitungen von Volks- und Tanzliedern für Orgel, niedergeschrieben im Buxheimer Orgelbuch. Kleine Orgeln – Positive und Portative – wurden in begüterten adeligen und bürgerlichen Häusern zur Begleitung des Gesangs eingesetzt oder dienten zur Aufführung von Orgelkompositionen. Als sich im 18. und 19. Jahrhundert in städtischen bürgerlichen Kreisen die Hausmusik, das gemeinsame Singen und Musizieren im häuslichen Bereich, entwickelte, übernahm das Klavier als Begleitinstrument des Gesangs eine zentrale Rolle. Viele Volkslieder wurden deshalb mit Klaviersätzen versehen und publiziert. Die bis dahin im Einsatz befindlichen Orgeln wurden oft nicht mehr als zeitgemäß erachtet und kamen durch Verkauf in den ländlichen Raum, wo die Hausmusik etwas zeitversetzt ebenfalls Einzug gehalten hatte. Volksmusik und Orgel ergänzten einander.

Seit 2010 begibt sich die Volkskultur Niederösterreich im Zuge der Schubertiaden im Schloss Atzenbrugg alljährlich auf die Spurensuche nach den Gemeinsamkeiten und Spezifika von Volksmusik und Orgel und belebt dabei eine alte, schon fast in Vergessenheit geratene Tradition. Im Zuge dessen erschienen unter dem Titel „Orgel trifft Volksmusik“ 2014 und 2017 zwei Tonträger. Die Orgelwerke spielen Elisabeth Deutsch, Michael Pogglitsch und Franz Reithner an der Orgel in der Schlosskapelle Atzenbrugg ein, die in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts entstand und seit 2008 in der Schlosskapelle aufgestellt ist. Den volksmusikalischen Part übernehmen Salterina (Hackbrett, Gitarre, Kontrabass), der Familiengesang Knöpfl, und die Schrambacher Geigenmusik (Violine, Harfe, Kontrabass, Blockflöte). Beigefügte Booklets liefern wertvolle Hintergrundinformationen zu diesem Klangerlebnis der besonderen Art.

Hörbeispiele:

Orgel trifft Volksmusik 1 (Auswahl)

1. Wir sein wir

2. Menuet und Trio in C

3. Ihr Herren, schweigt ein wenig still

4. Aufzug aus Tragöß

5. Pastorale in C

24. Wann du durchgehst durchs Tal

25. Da unten im Tale

26. Mir fahrn mit der Zülln übern See

27. Mödlinger Tänze, Nr. 8., Länderer

28. Leobersdorfer Walzer

29.  Heut is da lust'ge Faschingstag

30. Herrgott aus Sta'

 

Orgel trifft Volksmusik 2 (Auswahl)

11. Hermann-Boarischer

12. Übers Bacherl bin i gsprungan

13. Orgelmarsch

14. Drentan Steg, üban Bach

15. Maria, du schönste

16. Was schlagt denn da drobn am Tannabam

17. Der Gspöttene Landler

18. Drei Berg und drei Tal

19. Irdninger Nacheinand

20. Andante staccato für Orgel, 2 Violinen und Kontrabass

Tschejefem: Traditionell

KW 41

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Tschejefem: Traditionell

 

„jung.kreativ.ambitioniert“

Tschejefem, dieser Name steht für Perfektion, den richtigen Schwung sowie gefühlvolles Singen und Musizieren. Mit 20 Einspielungen auf der CD “Traditionell“ beweist das Trio einmal mehr seine Musikalität und Freude am Singen von Jodlern und Interpretieren verschiedener Instrumentalstücke. Tschejefem, das sind mit Steirischer Harmonika und Gitarre Johanna Dumfart, mit Klarinette und Bassklarinette Michael Dumfart und mit Zither, Gitarre und Kontrabass Fabian Steindl. Nach ihrem mit Auszeichnung absolvierten Studium an der Universität Mozarteum Salzburg in der Fächern Steirische Harmonika, Hackbrett und Gesang unterrichtete Johanna Dumfart im Oberösterreichischen Landesmusikschulwerk und am Linzer Musikgymnasium. Seit zwei Jahren ist sie Professorin für Steirische Harmonika am Tiroler Landeskonservatorium. Michael Dumfart ist als hervorragender Musikant auch bei anderen Partien im Einsatz, familiär bedingt etwa beim Dumfart Trio oder beim Mühlviertler Quintett. Dritter im Bund ist der gebürtige Kärntner Fabian Steindl, der nach seinem Studium der Instrumental- und Gesangspädagogik ebenfalls am Mozarteum im Hauptfach Zither als Lehrer sowohl im Tiroler als auch im oberösterreichischen Musikschulwerk engagiert ist. Ausgehend von der traditionellen Volksmusik suchen die drei jungen, kreativen und ambitionierten Ensemblemitglieder auch nach anderen musikalischen Genres, darunter Schlager der 1950er und 60er-Jahre, Wienerlieder und Jazzstandards. Auf ihrer neuesten CD steht nun wieder Traditionelles im Mittelpunkt, wobei Volksweisen ebenso erklingen wie einige von Johanna Dumfart komponierte Nummern.



Hörbeispiele:

1. Kaffee mit Schuss

2. Auf da Kalbeialm

3. Nepomuk Walzer

4. Die schönste Weis'

5. Da Joggele Almerer

6. Murtaler Polka

7. In der Bauernstub'n

8. Rinegger Jodler

9. s'Herzbinkerl

10. A g'mahde Wies'n

11. Thresls Kramerei

12. s'Dirndl gfreit's

13. Landler

14. Boarisch Flo Boarischer

15. Ein Abend am Traunsee

16. In der Klamm

17. Da Gschnallige

18. Schuidianei Jodler

19. Der Weg zum Herzen

20. S'erste Mal zu Dritt

In der blauen Nos'n

KW 40

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Marie Theres Stickler & Rudi Koschelu: „In der blauen Nos´n“

 

„Wiener Musik, bist mei' Musik!“

Die Ottakringer „Weinschenke zur blauen Nos´n“ gehört sicher zu den beliebtesten musikalischen Wirkungsstätten von Marie-Theres Stickler und Rudi Koschelu. Unter dem Motto: „Sie trinken, wir spielen“ nahmen die beiden daher die Lieder und Instrumentalstücke ihrer neuen CD „In der blauen Nos´n“ auf. Sängerin und Harmonikaspielerin Marie Theres Stickler bezeichnet das Duo als ungleiches Packl, wenn sie sagt: „Ich bin vom Land – er ist aus der Stadt. Ich bin eine Frau – er ist ein Mann. Ich bin (noch) jung – er ist jung geblieben. Ich spiele Knopf – er Kontra.“ Und was die beiden verbindet: die zeitlose ungeheure Leidenschaft zum Wienerlied. Die meisten Kompositionen und Texte steuerte Kontragitarrist Rudi Koschelu bei, und in der ersten von insgesamt 21 Nummern singt er: „Wiener Musik bist leider a Stiefkind in Wean, doch solang i leb´ wird’s di a geb´n.“. Der Ottakringer Koschelu ist ein ausgewiesener Kenner der Wienermusik. Wertschätzend begegnet er anderen Größen und Freunden des Wienerlieds, die mit ihren Texten und Melodien ebenfalls auf der CD vertreten sind, darunter Alfred Gradinger, Kurt Girk, Gerhard Heger oder Roland Sulzer sowie Gastsängerin Eveline Zafred-Koschelu. Rudi Koschelu ist zudem einer der wenigen, die mit der Kunst des wienerischen Dudelns bestens vertraut sind. Davon sind nicht nur seine Fans überzeugt, sondern auch er selbst, vor allem dann, wenn „hint und vorn“ gar nichts mehr zusammenpasst: Dann hilft wohl nur mehr sein „Therapie Dudler“.



Hörbeispiele:

1. Wiener Musik, bis mei' Musik

2. Der Therapie Dudler

3. Der Sandler vom Naschmarkt

4. I bin verliabt

5. Tanz für Motz

6. Mei schena Tram

7. Hörst Mad'l

8. Des macht die Liab

9. I steh' auf Wean

10. Servus Tunkowitsch

11. I muass immer dudeln

12. Di' hat mir der Himmel g'schenkt

13. A klan's Liad zur Erinnerung

14. Auf amol

15. Bubu Marsch

16. Mir g'fallt jedes Liad, wenn's aus Wien is'

17. A Weaner

18. Wann i so durch Wean geh'

19. Mir fehlt mei' Freind

20. Wennst mi' nimmer willst

21. Was is' heut' no' echt?

s'Waldviertel

KW 39

Die CD der Woche
präsentiert von Peter Gretzel
Zwettler Vocalisten. s'Waldviertel

 

„Waldviertler san ma“, so beginnen die Zwettler Vocalisten unter Leitung des passionierten Sängers und Chorleiters Joachim Adolf ihre musikalische Rundreise durch eine der schönsten und zugleich abwechslungsreichsten Landschaften Niederösterreichs. Es ist als ein raues Land bekannt, voll von Wald, Granit und abgeschiedenen Plätzen, was diesem Viertel bis vor kurzem noch den Titel „Mystisches Waldviertel“ einbrachte. Es ist von Abwanderung ebenso betroffen, wie es ein typisches Rückzugs- und Erholungsgebiet ist und damit für den Tourismus immer interessanter wird. Gesungen wurde hier schon immer gern, auch wenn die Volksliedsammler zunächst das Gebiet mieden, weil das Land nicht an den Hauptreiserouten lag.

Das Programm der CD versucht das Waldviertel musikalisch einzufangen. Es reicht von Heimatliedern, Liebesliedern und Gstanzln bis zu geistlichen Liedern, von denen der Geistliche Joseph Gabler viele gesammelt und Ende des 19. Jahrhunderts veröffentlicht hat. Gerade die geistlichen Lieder zeugen von der Gläubigkeit vergangener Generationen. Musikalisch begleitet werden die Zwettler Vocalisten vom Ensemble Quintbrass, das sich selbst als „Waldviertler Wackelsteine in Sachen klingendes Blech“ bezeichnet.



Hörbeispiele:

1. Waldviertler san ma

2. Überführn, überführn

3. Dort unten im Tal, wo da Kamp abirinnt

4. Vom Wald bin i kemma

5. Frühlingspolka

6. Wo anders kann's scho' schöner sein

7. Wann'd das Waldviertler Land kennst

8. Wenn ich morgens früh aufsteh

9. Hoch vom Nebelstein

10. Rumtopfboarischer

11. Im schönsten Wiesengrunde

12. Rorate, o tauet, ihr Himmel herab

13. Gott der Herr hat mir gegeben eine Heimat wunderschön

14. O Herrgott, o Herrgott, i hätt' a Gebitt

15. Maria, wir fallen dir alle zu Füßen

16. O Jesu, deinen Namen

17. Nun geht die müde Sonne

18. Ali-Xandl Polka

19. I woaß net

20. Und a Waldbua bin i

21. Wenn d'Sunn so warm scheint

22. Mei Waldviertl is gwiß

23. In der Mitt' is a Platzl

24. Bua, willst heiratn, sagt er

Hoch hinaus

KW 38

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Franz Posch und seine Innbrüggler. Hoch hinaus

 

Volksmusik auf höchstem Niveau

Seit 1991 musiziert der beliebte Präsentator der ORF-Sendereihe „Mei liabste Weis“ Franz Posch mit seinen Innbrügglern. Sowohl die vielen Live-Auftritte als auch die Produktion von CDs gehören zur Erfolgsgeschichte der Tiroler Volksmusikgruppe. Die sechs Musiker sind Franz Posch – Flügelhorn und Trompete, Roland Klingler – Flügelhorn, Harald Seiwald – Posaune, Georg Nolf – Tuba und Kontrabass, Hannes Höpperger – Harfe und Stefan Peer – Steirische Harmonika. Auf der CD „Hoch hinaus“ zu hören sind insgesamt 19 Einspielungen, und zwar traditionelle Volksweisen, Selberg´strickte aus der Feder von Franz Posch und Stückln anderer Komponisten, darunter Märsche, Polkas, Boarische und Walzer sowie Vortrags- und Widmungsstücke, die Franz Posch anlässlich seiner „liabsten Weis“ regelmäßig jeder Gastgeberin und jedem Gastgeber widmet. Persönlich darf auch ich mich über ein solches Ehrenstückl freuen: Zu meinem 60. Geburtstag komponierte Franz Posch die ebenfalls auf dem Tonträger eingespielte wienerische Walzerkette mit dem Titel „Sag niemals nie zu Niemeczek“. Die CD bietet erwartungsgemäß einen wahren Hörgenuss und vermittelt Vorfreude auf jene Veranstaltungen, bei denen Franz Posch & seine Innbrüggler wieder zum Tanz aufspielen.

Hörbeispiele:

1. Hoch hinaus in Serfaus

2. Barbara Walzer

3. Prickeln muss es

4. Rosl Boarischer

5. Einzug der Gladiatoren

6. Sag niemals nie zu Niemeczek

7. Südböhmische Polka

8. Boarisch tanz ma

9. Marsch der Steirer

10. Maria Sonnenschein

11. Viel Vergnügen in Fügen

12. Einzugsmarsch (aus Der Zigeunerbaron)

13. Gemeinsam ins Glück

14. Böhmische Liebe

15. Kaiserschützen Marsch

16. Wegmacher Boarischer

17. Fensterkreuz Marsch

18. Auf nach Schladming

19. Für Elisa

zuwig'spüt

KW 37

Die CD der Woche
präsentiert von Peter Gretzel
Die Prömmerinnen.

 

zuwig‘spüt

Schon der CD-Titel verrät, worum es den vier Damen aus Unterstampfing bei Steinakirchen am Forst geht, nämlich um lebendiges spontanes gemeinsames Singen und Musizieren in gut überlieferter und bestens aufeinander abgestimmter Manier. „Bandmama“ Gabriele Prömmer spielt Akkordeon, ihre drei Töchter Harfe (Julia), Violine (Laura) und Cello (Melissa). In dieser Besetzung singen und musizieren die vier Damen auf ihrer ersten CD. Das Quartett stellt seine Kunst mit traditionellen Jodlern und Liedern, mit „neuen Volksliedern“ sowie mit zum Teil komponierten Instrumentalstücken unter Beweis. Wenn die Prömmerinnen ihr Singen und Musizieren als „echte Volksmusik“ bezeichnen, dann wollen sie es so verstanden wissen: Altbewährtem neuen frischen Klang verleihen ohne auf Zeitgenössisches in der Volksmusik zu verzichten.

Auf spielen die Prömmerinnen bei Hochzeiten, Familienfeiern, Messen und ähnlichen Anlässen, wo feine, erfrischend interpretierte Musik gewünscht wird. Wer die vier Damen auf der Bühne live erleben will, kann das im Haus der Regionen in Krems-Stein am 25. September 2020.

Hörbeispiele:

1. Unser Dörferl is net groß

2. Der Hasbacher

3. Drei Berg und drei Tal

4. Fröhliche Bergler

5. Stampfinger Gstanzl

6. Holadiridio- Im Wald draußt is grean

7. Auf der Pflegermahdalm

8. A Liadl mit Gfühl

9. Ländler-Fantasien

10. Bist du net bei mir

11. Der Langenwanger

12. Immergrün

13. A Waldbua bin i

14. Hoch vom Ötscher drob'n

15 Auf der Höh'

Klingendes Singendes Haag

KW 36

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Klingendes Singendes Haag

Musik für alle Lebenslagen

Die Stadt Haag im Mostviertel ist bekannt für ihre kreativen und musisch engagierten Menschen. Kultur hat ja in Haag einen besonders hohen Stellenwert, denkt man an den Theatersommer Haag, den Theaterkeller, die Stadtkapelle und das Jugendblasorchester, die Musikschule und die Musikhauptschule, den großen Chor Haag und kleinere Vokalensembles, die Vereine zur Pflege der Goldhauben- und Kopftuchtrachten, die Volkstanzgruppe und verschiedene Volksmusikpartien oder an die kunsthandwerkliches Arbeiten etwa von Grete Hammel. Da mag es auf der Hand liegen, speziell die vielen singenden und musizierenden Haager Formationen auch auf CD zu präsentieren. Die Idee dazu hatte der bekannte Pädagoge und Chorleiter Prof. Edgar Wolf, der zugleich auch für die Produktionsleitung verantwortlich zeichnete. Anhand des neuen Tonträgers wird die Vielfalt des Haager Musiklebens in beeindruckender Art und Weise hörbar und erlebbar. Mit den aufgenommenen Liedern und Instrumentalstücken spannen die insgesamt 24 Formationen einen weiten Bogen von der Volksmusik und Volksliedern über Alte Musik und Klassik bis hin zu Kompositionen aus den Bereichen Spiritual, Weltmusik, Pop und Musical.

Hörbeispiele:

1. Festlicher Aufzug

2. Stoariegler Polka

3. Da Schean

4. Polka links umi

5. An Schindl-Schneider Seppn seina

6. Schokolade

7. Festlicher Aufzug

8. Trag mi Wind

9. Drah di umi

10. Down in Bethlehem

11. Zamilov Vlacek Polka

12. I trink hiaz koan Schnaps

13. Über Berg und Tal

14. Stubenmenuett

15. Haydn Menuett

16. Auf, Feiglinge, zum Kampfe!

17. Bonsoir

18. Cantilena

19. Schlaf wohl

20. And with my song

21. The holly and Ivy

22. Liebeslied

23. City of my heart

24. Start up

25. With a little help from my friends

26. Westside Story-Selection

27. Africa

28. L'Áriesienne Suite Nr. 2 / 1. Satz: Pastorale

Kopfkino. Quetschwork Family

KW 35

Die CD der Woche
präsentiert von Peter Gretzel


KOPFKINO. Quetschwork Family

Julia und Walter Sitz, Jakob Steinkellner und Markus Wolf singen und musizieren unter dem Namen „Quetschwork Family“ und bezeichnen sich selbst gerne als die reinste Bühnenbilderbuchfamilie. Nach der CD „Jetzt håm mas“ machen sie mit der CD „Kopfkino“ ihren zweiten musikalischen Weitwurf und landen einen Volltreffer für alle diejenigen, die Mundarttexte mögen, weil diese vielleicht prägnanter und pfiffiger vom alltäglichen Leben und den Erfahrungen daraus plaudern können. Wenn die stereotypen Bilder auf Bildschirmen und Leinwänden, auf Tablets und Handys Reizüberflutungen verursachen, kann das Kopfkino heilsam wirken. Es sind die Bilder aus dem Leben, die einfachen Dinge, die Gefühle, der Humor, die Sehnsüchte und Wünsche, die die Quetschwork Family nicht nur vorüberziehen lässt, sondern sie musikalisch auskostet und zu einem Ohrenschmaus zaubert, mit einfachen Zutaten, die da wären: geistreiche und dennoch geerdete Texte und Melodien aus der Feder von Walter Sitz, Virtuosität im Musizieren mit Blockflöte, Steirische Harmonika, Kontrabass und allen möglichen Schlaginstrumenten, und nicht zuletzt: geölte Stimmen.

Wer sie live hören will: Am 4. September 2020 betritt die Quetschwork Family nach Corona wieder eine Bühne, und zwar im Stift Herzogenburg. Näheres unter www.quetschwork-family.at.

Hörbeispiele:

1. Wås spricht dageg’n

2. Mei Mostviert’l

3. Kopfkino

4. 7 Zwetschk’n

5. Solche und solche Tåg

6. Lång steht die Wöd ned mehr

7. Wie sehr i di liab

8. Zungenbrecher Wålzer

9. Schwårze Schåf

10. Schritt für Schritt

11. Die Pompfüneberger-Damen

12. Stress is modern

13. Kånnst ned oder wüst ned

14. Weistråcher Zwiefåcher

Auf Blech. Pulkautaler Kirtagsmusik

KW 34 2020

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Auf Blech. Pulkautaler Kirtagsmusik


Fetza, den scholla ma aus´n Gnack!!

 

„Auf Blech“ heißt jene CD, mit der die Pulkauer Kirtagsmusik ihrer Besetzung entsprechende den unverwechselbaren Bräuchen und der typischen Musikkultur des Weinviertels die Ehre erweist. Kapellmeister Prof. Franz Kastner war es ein besonderes Anliegen, den Menschen alte Traditionen und Wissen über Musik näherzubringen, konnte er ja noch selbst als Kirtagsmusikant die Schönheit des Dorflebens früherer Zeiten kennenlernen. Eingespielt wurden Märsche, Polkas und Walzer Weinviertler Komponisten, darunter einige Stücke des 1870 geborenen und 1953 verstorbenen sogenannten Walzerkönigs des Weinviertels, Josef Krickl. Herausfordernd für die Musiker war das Spielen mit Instrumenten in hoher Stimmung ebenso wie das Einstudieren der Musiknummer auf Grundlage alter handgeschriebener Noten. Passend und einfühlsam ergänzt werden die Kirtagsklänge, wenn sich einige Musiker in ihrer alten Geheimsprache, der „Dewarei“ unterhalten. Dabei geht es – ohne zu viel zu verraten – um ganz Wichtiges: um den Wein, also den „Koarl“ und das Bier, das „Plempo zum schwechan bei da Pschoa“, das ist die Jause. Eine spezielle Unterhaltung handelt etwa vom Nachtquartier, nämlich vom „Duima im Padas seina Streanz“, dem Schlafen eines Musikanten im Haus des Herrn, der von seiner „Padasin“, der Hausfrau in seinem Rausch deswegen in die „Koarlstreanzn“, also in den Keller geschickt wird. Gesehen wurde der Musikant tags darauf aber nicht mehr, ist er doch rechtzeitig auf und „ogstromt“.

Hörbeispiele:

1. Schützen Marsch

2. Moderation

3. Auf der Heide

4. Aus Liebe

5. Dewarei 1

6. Josefinen Walzer

7. Oberst Kuhn

8. Moderation

9. Neuer Wein

10. Der Vater des Regiments

11. Dewarei 2

12. Gruß vom Süden

13. Heiterkeit

14. Moderation

15. Erzherzog Ludwig Viktor

16. Moderation

17. Pepi's Landler

18. Ernstbrunner Klänge

19. Dewarei 3

20. Im Eichenwald

21. Moderation

22. An der Tete

Die Pretuler Buam

KW 33 2020

Die CD der Woche
präsentiert von Edgar Niemeczek
Die Pretuler Buam

Steirische Tonspuren

In der Reihe „Steirische Tonspuren“ erschien erst vor kurzem eine CD mit 26 ausgewählten Aufnahmen der legendären Pretuler Buam. Die überregional bekannte Gruppe aus dem Pretulgraben bei Langenwang im heutigen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag musizierte von 1960 bis 1980 und war ähnlich bekannt und beliebt wie das im selben Ort beheimatete Edler Trio. Im Unterschied zur Edler-Besetzung mit Harmonika, Klarinette und Posaune spielten die fünf Pretuler Buam zusätzlich mit einer zweiten Klarinette und einer Schlaggitarre nach dem Vorbild Slauko Auseniks Original Oberkrainer Quintett. Komponiert wurde gemeinsam, und zwar in derart, dass einem der Musikanten eine Melodie oder ein Text einfiel und danach so lange daran gearbeitet wurde, bis das Stückl gepasst hat. Auf Wunsch ihres gemeinsamen Großvaters Benedikt Dissauer lernten die drei Cousins Alfred Dissauer, Fritz Schöggl und Peter Wagner zunächst beim Langenwanger Hauptschuldirektor Friedrich Marketz das Geigenspiel und Notenlesen. Das Spiel mit anderen Instrumenten brachten sie sich selbst bei. Ab 1956 traten die drei dann regelmäßig auch öffentlich auf: Alfred Dissauer spielte Klarinette, Fritz Schöggl Harmonika und Peter Wagner Gitarre. 1958 stieß Albert Feiner als zweiter Klarinettist zur Gruppe. In seiner Bundesheerzeit wurde Fritz Schöggl dann von Richard Zisser vertreten und musste nach seiner Rückkehr
den Bass übernehmen. 1970 trat schließlich Hermann Riegler als Harmonikaspieler in die Fußstapfen von Fritz Schöggl. So musizierten die Pretuler Buam bis vor 40 Jahren bei zahlreichen Veranstaltungen, ihr Stückln klingen aber heute noch so animierend und frisch wie damals.

Hörbeispiele:

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Erhältlich auf Anfrage in der Buchhandlung der Regionen in Krems-Stein.

Das Osttiroler Hackbrett Folge 1 und 2

KW 32 2020

Das Osttiroler Hackbrett in verschiedenen Besetzungen und
als Soloinstrument

Folge 1 und Folge 2

Regionale Musikkultur: kreativ, überzeugend und unverwechselbar

Dem engagierten Musikanten Martin Weger ist es zu verdanken, dass mittlerweile zwei CDs mit Aufnahmen rund um das Osttiroler Hackbrett erschienen sind, und zwar zwei für Volksmusikfreunde absolut empfehlenswerte CDs! Eingespielt wurden Volksmusikstückln, deren Klangbild durch das Osttiroler Hackbrett geprägt wird, interpretiert von Florian Pedarnig mit seiner Familienmusik und den Altstadtlern, den Grittldorfer Musikanten, den Oberlienzer Volksmusikanten, der Alt Matreier Tanzmusik, der Sunnseitner Tanzmusik, der Mitterhögl Hausmusik, Martin Weger – Hackbrett und Helmut Niederwieser – Harfe sowie weiteren Formationen.

1973 gründete Florian Pedarnig mit den Altstadtlern jene Gruppe, die in der typischen Osttiroler Tanzmusikbesetzung mit dem diatonischen Hackbrett bei unzählig vielen Musikantentreffen und Volkstanzfesten aufspielte. Dadurch wurde das Osttiroler Hackbrett nicht nur in Tirol, sondern auch weit darüber hinaus bekannt. Um einen guten Klang zu gewährleisten, verwendeten manche Hackbrettbauer das Holz der langsam gewachsenen Haselfichte, erkennbar an den eng aneinander liegenden Jahresringen. Speziell im Iseltal beherrschten manche Bauern die Kunst des Hackbrettbauens. Initiator und Aufnahmeleiter der beiden CDs rund ist der Musiker, Komponist, Kapellmeister und Volksmusikexperte Florian Pedarnig.
 

Hörbeispiele:

CD 1

1. Rudi Pietsch Marsch

2. Für´n Jakob

3. Sternpolka

4. Beim Helenenkirchl

5. Beim Krumbriesen Brünnl

6. Am Schoberköpfl

7. Dem Ternl Sepp zur Ehr

8. Dachharpfen Boarisher

9. Außerfeldner Schweglmarsch

10. Da Maria Ihrer

11. Auf´m Höechsitz

12. Dölsacher Schützenmarsch

13. A gmietlicher Boarischer

14. Alter Matreier Walzer

15. Krampus Polka

16. Der Hupfete

17. Am Oberraggerhof

CD 2

1. Dem Flor zum Dank

2. In der Oberragger Stubn

3. Bei uns dahoam

4. Dem Brugger Peter Seiniger

5. Lichtmess Landler

6. Almfrieden

7. Iseltaler Hackbrettlandler

8. Grünberg Boarischer

9. Springingerl Polka

10. Osttiroler Brautwalzer

11. Im Sauwinkel

12. Im Lärchenwald

13. Im Apfelkeller

14. In Pongau eini

15. Zum Andenken

16. Kreuzweh Boarischer

17. Beim Rastlplatzl

18. Alter Pfeifenmarsch aus Tirol

19. Dem Tobias

20. Die Hirten vom Girglhof

21. Meiner Silvia

Erhältlich auf Anfrage in der Buchhandlung der Regionen in Krems-Stein.

Randhartinger und die Volksmusik

KW 31

Randhartinger und die Volksmusik
Solo- und Duettlieder
von Benedict Randhartinger (1802-1893)

Benedict Randhartinger (1802–1893), ein gebürtiger Niederösterreicher aus Ruprechtshofen, war Sänger, Komponist und Hofkapellmeister und stand als solcher in der damaligen Gesellschaft in hohem Ansehen. Sein Oeuvre umfasst rund 2.000 Kompositionen von Liedern, Chören, Balladen und Kirchenmusik. Wie viele seiner zeitgenössischen Musiker und Komponisten wandte er sich in biedermeierlicher Manier der Alltags- und Volkskultur zu, was sich in verschiedenen Liedkompositionen niederschlug. Neben Gedichten der Romantiker Nikolaus Lenau oder Heinrich Heine vertonte Randhartinger mundartliche Lyrik unter anderen von Johann Gabriel Seidl, Adolf Schmidl und Josef Weyl. Eine engere Zusammenarbeit pflegte Randhartinger mit dem Librettisten, Theater- und Dialektdichter sowie Volksliedersammler Alexander Baumann (1814–1857), welcher ohne Notenkenntnisse Liedmelodien schuf und die Zither meisterhaft zu spielen wusste. Die von Baumann in Text und Melodie nach Volksweisen verfassten und ab 1842 bei Anton Diabelli verlegten „Gebirgs-Bleamln“ hatte Benedict Randhartinger für Sologesang oder Duett mit Klavierbegleitung eingerichtet.

Als Interpreten einer feinen Auswahl aus den zahlreichen Liedkompositionen Randhartingers mit Bezug zur Volksmusik sind auf der CD Daniel Johannsen (Tenor), Doris Bogner (Sopran) und Anton Gansberger (Klavier) zu hören. Ihre Kurzbiographien, eine Einleitung in die Thematik von Adi Gertraud Trimmel, der Leiterin der Benedict-Randhartinger-Gesellschaft in Ruprechtshofen, die vollständigen Liedtexte sowie Quellenangaben begleiten im Booklet den Tonträger. – Auf jeden Fall eine interessante musikalische Reise ins 19. Jahrhundert! (Peter Gretzel)

 

Hörbeispiele:

1. S'besti Parl

2. An die Erwählte

3. Setz di zu mir

4. Bei der Mühle

5. Guada Rad

6. Der Hoagliche

7. Da lustigi Jaga

8. Da Pfiffige

9. Der neidige Bauer

10. Der Verstossene

11. Heilmittel

12. Einsame Klage

13. S'Blinzeln

14. Frialings-Gsangl

15. S'is Anderscht

16. Der eifersüchtige Bua

17. Wia ri bin vorwichen

18. Schiffa-Gsangl

19. Schmidlied

20. Am Strome

21. Schlummerlied

22. Da Bua in da Fremd

23. Lied der Spinnerin

24. Wanderlust

herausgegeben von der Volkskultur Niederösterreich, 2018.
HeiVo 142.
Erhältlich in der Buchhandlung der Regionen in Krems-Stein oder online.

So klingt's im Mohndorf Armschlag

KW 30

Musikalischer Genussladen

Beim Mohnwirt heißt eines von insgesamt zwölf Volksmusik-Stückln, die vom Bläserquartett Mohndorf Klang auf der neuen CD mit der Bezeichnung „So klingt´s im Mohndorf Armschlag“ eingespielt wurden. Armschlag, eine Ortschaft in der Gemeinde Sallingberg im Waldviertler Bezirk Zwettl, ist bekannt für den Mohn, die Mohnfelder, die nach Juli-Tagen voller Blüte sich in ein Meer von grünen Mohnkapseln verwandeln, für den interessanten Mohnlehrpfad und natürlich auch als Heimatort der Mohnwirte Rosemarie und Johann Neuwiesinger, die ihre Gäste mit allerlei köstlichen Mohnspezialitäten verwöhnen, ob Mohntorte, Mohnstrudel, Mohn-Palatschinken, verschiedene Salate oder die typischen Waldvierler Mohnnudeln. Als musikalische Visitenkarte für das Mohndorf Armschlag präsentierten die vier Blechbläser Dominik Schnaitt – Basstrompete, Erich Zöchmann – Klarinette, Daniel Ott – Flügelhorn und Robert Puhr – Tuba eine CD, die mit schwungvollen Melodien Guster auf Mohnspezialitäten ebenso macht wie auf einen Besuch des Mohndorfes: am besten, wenn die vier Musikanten eine der vielen Mohn-Veranstaltungen musikalisch umrahmen. (Edgar Niemeczek)

 

Hörbeispiele:

1.  Beim Mohnwirt

2. Musik Musik

3. Im Wäldchen, Polka

4. Kannst du Knödel kochen

5. Für Pepi

6. Die flotte Franziska

7. Mein Karl

8. Mohnmühl Polka

9. Weintrinker Marsch

10. Scherer Polka

11. Wenn der Herrgot den wü

12. Erinnerungen an Brennberg

 


Verein Mohndorf Armschlag, Hrsg: Volkskultur Niederösterreich, 2019

Aniada a Noar: Summawind

KW 29

Musik von Dahoam und der Welt: unterhaltend, engagiert, tiefsinnig

Seit mehr als 35 Jahren gehört die Gruppe „A niada a Noar“ zu den Fixsternen am heimischen Musikhimmel. Volksmusik immer wieder neu zu interpretieren, Heimisches mit anderen europäischen Musikstilen harmonisch zu verbinden und dabei nicht beliebig zu werden, sondern unverwechselbar zu bleiben, sind spezielle Markenzeichen der steirischen Band. Wie nicht anders zu erwarten, gilt dies auch für das neue und mittlerweile 20. Album von „A niada a Noar“. Die aktuelle CD heißt zwar „Summawind“, bietet inhaltlich aber weit mehr als ein jahreszeitlich angelegtes Repertoire. Die Nummer „An Summa Zeit“ nimmt Bezug auf einen farbenprächtigen Sonnenuntergang im späten Herbst, im Lied „Schwoazbraune Augn“ verwandelt sich das 1882 von Quirino Fidelino Mendoza y Cortés verfasste populäre Volkslied „Cielito lindo“ – quasi die zweite Nationalhymne Mexikos – in ein musikalisches Liebesgedicht und in ein Plädoyer gegen das Schüren von Ängsten, und auch das Protestlied „Die Wölt“ vermittelt in subtiler Art und Weise 30 Jahre nach seinem Entstehen den Eindruck, dass vieles auf dieser Welt nach wie vor auseinandergeht. Im typischen Sound der „Noarn“ begeistern auch die Instrumentalnummern, darunter die Widmungsstücke „St. Patricks Schleiniger“ und „Stiller Walzer für Lea“ oder die „Polka di pulce“ und die rhythmisch mitreißende Komposition „Refugees welcome“. Beeindruckend ist die Besetzungsliste der drei Musiker und Sänger von „A niada a Noar“ mit Wolfgang Moitz – Flöten, Nasenflöte, Glockenspiel und Piffero, Bertl Pfundner – Ziehharmonika, Gitarre, Mandoline, Mundharmonika und Bass sowie Andreas Safer – Geige, Mandola, Nasenflöte, Ziehharmonika, Singende Säge und Glockenspiel. (Edgar Niemeczek)

 

EUR 14,99 zzgl. Versandkosten

Hoanzl ISBN 9006472035961

Hörbeispiele:

1. Zwitscher Mazurka

2. An Summa Zeit

3. Refugees welcome

4. Schwoazbraune Augn

5. Summawind

6. St. Patricks Monks

7. St. Patricks Schleiniger

8. Wenn da Himml si waß Gott wos traut

9. Stille Walzer für Lea

10. Di Wölt

11. Heated discussion

12. Gstanzl für Till

13. Polka di pulce

14. Allezeit

Hoanzl, 2019

Zu Dir, o Vater, voll Vertrauen

KW 28

Geistliche Lieder aus der Weinviertler Singtradition

Pilgerwege führen quer durch unser Land zu wichtigen Wallfahrtskirchen, sei es nach Santiago de Compostela, nach Mariazell oder auch zu einem der vielen kleinen Wallfahrtsorte in der näheren Umgebung. Der „Weinviertler Jakobsweg“ mit einer Länge von rund 153 Kilometern etwa wurde vor 10 Jahren eingerichtet und ist mittlerweile fester Bestandteil des internationalen Pilgerwesens. Vielen bekannt ist auch die „Via Sacra“ zum österreichischen Marienheiligtum Mariazell.

Im Laufe der Jahrhunderte sind unzählige „geistlichen Lieder“ entstanden, die bei Wallfahrten, Prozessionen, Andachten und anderen kirchlichen Veranstaltungen innerhalb eines Jahreskreises gesungen wurden. Sie waren Ausdrucksformen einer Frömmigkeit außerhalb der Messliturgie und boten Raum für ein persönlich gestaltetes Glaubensleben ebenso wie für ein gemeinsames Beten und Singen.

Der vorliegende Tonträger möchte einen möglichst abwechslungsreichen Einblick in das reichhaltige geistliche Liedgut gewähren, das bis heute teilweise noch verwendet wird, wie Markus Göller in seiner Untersuchung über „Das geistliche Lied und seine Bedeutung für Wallfahrt und Volksfrömmigkeit“ am Beispiel der Wallfahrt der Herrnbaumgartner Gläubigen nach Maria Moos in Zistersdorf darlegen konnte. Als bemerkenswert wird die Weinviertler Singtradition bezeichnet. Ein oder zwei Vorbeter tragen einen Teil des Liedes vor. Die teilnehmende Bevölkerung wiederholt den vorgesungenen Teil des Liedes. Dieser Wechselgesang ermöglicht ein Singen aus dem Gedächtnis. Die Vorbeter wieder beziehen die langen Liedtexte aus den überlieferten Vorbeterbüchern.

Das Booklet ist als handliches Liederheftchen gestaltet, das zum Singen und Mitsingen einlädt. Quellenangaben über Herkunft und Gebrauch der Lieder begleiten die Liedsätze.
(Peter Gretzel)

 

Hörbeispiele:

1. Beim neuerwachten Tageslicht

2. Te Deum laudamus

3. Lasst den heiligen Leopold

4. Ich steige in das Schiff hinein

5. Lobpreist den Herrn, ihr Menschen all'

6. Zu Dir, o Vater, voll Vertrauen

7. Ihr Kräften der Seelen (Mährische Fassung)

8. Heilige Anna

9. Ecce homo

10. Gute Nacht, o Welt

11. Heilige Johann Nepomuk

12. O God, o God, wås muass das sein

13. Ihr Kräfte der Seele (Weinviertler Fasung)

14. Der güldne Rosenkranz

15. Glück auf, liabe Bergleut (Heilige Barbara)

16. Sind wir alle aufgestanden

17. Ave Maria klare

18. Rorate, o tauet

19. Draußt auf der grean Heiden

20. Der Engel des Herrn

21. Mit Andacht lasst uns beten

 

herausgegeben von der Volkskultur Niederösterreich, 2004.

35 Jahre Volksmusik aus dem Land Salzburg

KW 27

Auf den Spuren der Pongauer Bauernkapelle Pokorny

 

 

Gegründet vor mittlerweile 35 Jahren, zählt die Außerfeldner Tanzlmusi zu den
bekanntesten und beliebtesten Volksmusik-Partien im gesamten Alpenraum. Das Aufspielen zum Tanz ist für die Gruppe aus dem Raum Bischofshofen und Sankt Johann geradezu eine Selbstverständlichkeit. Mit der neuen CD unter dem Titel „Volksmusik aus dem Land Salzburg“ machte die Gruppe nicht nur sich selbst ein ansprechendes Jubiläums-Geschenk, sondern auch allen ihren Freunden und Wegbegleitern. Zu diesen gehören speziell die Harfenistin Waltraud Stögner und die Pongauer Bläser, die ebenfalls auf dem neuen 22 Instrumentalstücken umfassenden Tonträger vertreten sind.

Bis 1929 wurde das heute einen Ortsteil von Bischofshofen bildende Mitterberghütten mit Außerfelden bezeichnet. Der früher für seinen Kupferbergbau bekannte Ort war bereits um das Jahr 1900 ein beliebter Treffpunkt für viele der damaligen Musikanten. Heute begeben sich die sieben Mitglieder der Außerfeldner Tanzlmusi auf die Spuren der legendären „Pongauer Bauernkapelle Pokorny“, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zahlreiche Aufnahmen auf Schellack produzierte. Ihr Leiter Adolf Pokorny und einige Musikanten der Kapelle waren als Bergwerksarbeiter von Böhmen nach Salzburg gekommen, als hochgeschätzte Musikanten gelang ihnen rasch die Integration in ihrer neuen Heimat.

Intensiv mit der Musik der „Pongauer Bauernkapelle Pokorny“ beschäftigten sich die beiden Musiker der Außerfeldner Tanzlmusi, Hans Pokorny und Hans Gappmaier. Dazu gehörte es, Aufnahmen von alten Schellack-Platten in Notenschrift zu übertragen und neu zu bearbeiten. Am 26. April 2013 präsentierte die Außerfeldner Tanzlmusi im Haus der Regionen ihr beeindruckendes Programm mit Volksmusik vom Feinsten sowie interessanten Kommentaren. Vielleicht gibt es zukünftig wieder ein solches Gastspiel, schon jetzt aber lässt die neue CD die Herzen vieler Volksmusikfreunde höherschlagen! (Edgar Niemeczek)

 

 

Tipp: Proben aus der neuen der Außerfeldner Tanzlmusi-CD unter dem Sendungstitel „Neues aus der Volksmusik“ erklingen bei
aufhOHRchen auf Radio NÖ am 30. Juni um 20.00 Uhr

 

Hörbeispiele:

1. Kirchtag Polka

2. Im Hochgebirg

3. Tanzlust Polka

4. Fangt schon des Fruahjahr an

5. Jodler Marsch

6. Traudi's Staad-Lustiger

7 Rote Rösalan, Arnreiter Dreier

8. Hansi Landler

9. Tiafa geht's nimma

10. Abschied der Slawin

11. Fanny Polka

12. An Hauser Karl seiner

13. Gruß an Tirol

14. Mittersiller Kirchtag

15. Böhmische Polka Nr. 2

16. XXXV Jahr Polka

17. Duldjo

18. Aufi auf d'Hech

19. Berchtesgadener Landler

20. Oz Pujdu ke Tve Mame

21. Mühlbach Polka

22. Zu guata Stund a Liadl, Da Traurige

Jucker, Springer, Rongger, Schlicher

KW 26

National-Tänze und Lieder aus alten Vorarlberger Sammlungen

 

2019 feierte das Vorarlberger Volksliedwerk sein 45-jähriges Bestandsjubiläum. Aus diesem Anlass veröffentlichte das Volksliedwerk in Zusammenarbeit mit dem ORF Vorarlberg eine CD mit zeitgenössischen Interpretationen von Vorlagen aus zwei Vorarlberger Volksmusik-Sammlungen des beginnenden 19. Jahrhunderts: Die „Sonnleithner-Sammlung“ und die „Sammlung Strolz“.

Die Sonnleithner-Sammlung entstand 1819 auf Betreiben des Mitbegründers der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Joseph von Sonnleithner (1766–1835), und verfolgte die „Erhebung von Nationalgesängen und -tänzen“ in der damaligen Habsburgermonarchie. Die rückgelaufenen Aufzeichnungen für Vorarlberg stammen aus dem Montafon und aus Lustenau. Sie sind ein Meilenstein in der Musikgeschichtsforschung, werfen aber wegen der geringen Ausbeute wenig Licht auf die damals üblichen Lieder der Vorarlberger Bevölkerungsschichten.

Das Notenheft des „Spielmanns“ Josef Martin Strolz von 1812 bis 1818, das in einer Abschrift des Bludenzer Gymnasialprofessors August Schmitt (1861–1933) überliefert ist, trägt den bezeichnenden Titel „Alte Bregenzerwälder und Montafoner Tänz von 1812 bis 1818 Ohmisberg am Lech und Zürs für Violin, Flöte und Clarinette. Aus dem Gedächtnis notiert vom ehemaligen Spielmann Josef Martin Strolz“. Schmitts Abschrift enthält zwanzig Tänze aus dem Bregenzerwald sowie zehn Tänze aus dem Montafon.

Die auf der CD dargebotenen Interpretationen tragen die Handschrift der Musikerin und Volksmusikforscherin Evelyn Fink-Mennel. Die Aufnahmen der Ensembles „tanzbar“, „finkslinggs“, „Kons-Fidler“ und „Fiddlekids“ wollen und können kein Klangbild des frühen 19. Jahrhunderts vermitteln. Sie sind vielmehr das spannende Ergebnis des Aufeinandertreffens von historischer Aufführungspraxis und gegenwärtigen Spielmoden.

Die CD begleitet ein ausführliches Booklet mit Beiträgen von Evelyn Fink-Mennel und Annemarie Bösch-Niederer, der Leiterin der Musiksammlung im Vorarlberger Landesarchiv. Detaillierte Quellenangaben vervollständigen dieses musikalische und wissenschaftliche Herangehen an frühe volksmusikalische Quellen. (Edgar Niemeczek)

Hörbeispiele:

1. Jucker

2. "Stimmt an den frohen Rund-Gesang"

3. National-Tanz Nr. 2

4. "Drei lederne Strümpf"

5. National-Tanz Nr. 5

6. "Heinrich schlief bei seiner Neuvermählten"

7. "Juche, ich bin ein Biedermann"

8. Die sieben Sprünge

9. "O Maria voll der Gnaden"

10. "Ach mein Seel" (Adventlied)

11. National-Tanz Nr. 3

12. "Aus Lieb verwundter Jesu" (Fastenlied)

13. National-Tanz Nr. 1+4

14. "Maria, du Himmels Königin"

15. Springer

16. Rongger Nr. 10 "Grüsele läppisch"

17. Rongger Nr. 5+7 "Gibele gäbele"

18. Zigeiner Walzer

19. Rongger Nr. 8 "Mei Mädel ist lustig"

20. Alte Schlicher Nr. 10,13,14,11/2,10

21. Gigermichelis Schlicher Nr. 6+7

22. Gigermichelis Kehrab

 

herausgegeben vom Vorarlberger Volksliedwerk und ORF Vorarlberg

klangvoll.Die Bucklige Welt

KW 25

So klingt´s zwischen Wechsel und Rosaliengebirge

 

Bekannt als Land der 1000 Hügel präsentiert sich die Bucklige Welt als besonders abwechslungsreiche Gegend: einmal lieblich und mild, dann wieder rau und herb, in den Wäldern eher düster und geheimnisvoll, auf den Anhöhen oder „Riegeln“ dafür wieder licht und hell. Gleich der reizvollen Landschaft erkennt man auch die Volksmusik der Buckligen Welt an ihrem Charme und an regionaltypischen Merkmalen. Persönlichkeiten wie der legendäre Aspanger Wirt Franz Puchegger mit seinen Puchegger Spielleuten, das Gamperl Trio oder das Jägerquintett aus Harmannsdorf gelten auch heute noch als prägende Vorbilder einer Region, die auch von kulturellen Einflüssen der angrenzenden Gebiete in der Steiermark und im Burgenland geprägt ist. Bereits vor 15 Jahren stellten sich der Bezirksbäuerinnenchor Kirchschlag unter Leitung von Hedi Monetti, die Edlitzer Weisenbläser, die Unterdörfler, die Geschwister Schuh, das Königsberger Flügelhornduo, die Lichtenegger Volksmusikanten und Harmonikasolist Markus Haag mit den Aufnahmen dieser CD als würdige Volksmusikbotschafter ihrer Region vor. (Edgar Niemeczek)

 

Tipp: „So klingt die Bucklige Welt“ ist auch der Sendungstitel bei aufhOHRchen auf Radio NÖ am 16. Juni um 20.00 Uhr

Hörbeispiele:

Zöberner Zwoarer

Liebesfunken-Polka Franze

Heit Is Die Samstagnacht

'n Franzl Seiner

Oamal Geh I No Her Übern Semmering

Kaltenberger Marsch

Wanns Fruajahr Ankimmt

Kupferschmid Polka

Schau, Schau Wias Regnan Tuat

Nur Flott-Polka

Kirtagsländler

Und I Hab Halt A Dirndl

Damenjagd

Frühlingsblüten

Liebeslaube

I Bin Weit Hergangen

Postillion Franzée

's Maiglöckerl

Schöne Röserln

Königsberg Polka

Schneeflocken Walzer

Gruß aus den Bergen

Die Vöglein Schlafen Schon im Wald

Übern Präbichl

Die Sonne Neiget Sich

Liebesrausch-Walzer

Waldesgrüße-Jugenderinnerungen Eines Musikanten

 

Die CD wurde 2016 von der Volkskultur Niederösterreich herausgegeben. HeiVo CD 133 AuMe

G'schichtn aus'n Wald

KW 24

Einst harte Arbeit, heute Kulturerbe

 

Drei Waldviertler Urgesteine vereinen sich, wenn es darum geht, dem Wald und seinem Viertel die notwendige Reverenz zu erweisen: die Mundartdichterin Isolde Kerndl, das Blechbläserensemble Quintbrass und der Fotograf Georg Fessl.

Isolde Kerndl ist Waldviertlerin. Sie weiß um die Mentalität der Leute ebenso wie um die Vorzüge dieser Landschaft und deren Verletzlichkeit. Ihre Eindrücke und ihre Liebe zur Landschaft verpackt sie in heiter-nachdenkliche, besinnlich-aufrüttelnde und zurückhaltend-bissige Gschicht’n. Das Brass-Sextett Quintbrass musiziert quer durch alle Stilrichtungen und findet den richtigen Ton, wenn es um die Charakterisierung des Lebensraums Waldviertel geht. Die Künstler wissen einiges auf musikalische Weise zu erzählen, wenn sie auf traditionelle Formen aufbauen und zu neuen Melodien finden. Georg Fessl betrachtet die Schönheit des Waldes mit dem Auge eines Fotografen. Detailreiches stellt er neben Landschaftsaufnahmen und wahrt so den Blick auf das Kleine im Großen.

In einer Slideshow auf DVD, die dem Tonträger beigeschlossen ist, werden Dichtung, Musik und Bild verschmolzen – ein berührendes Gesamtkunstwerk über das Waldviertel.
(Peter Gretzel)

Hörbeispiele:

Gschicht´n aus´n Wald Overtüre

De Bam

W/4 Fanfare

Stoana lieg´n wia schwarze Weiba

Der alte Hirsch

Grenzstoana am Waldrand

Dorfkuchl Landler

De alte Föhra

Tanz der Borkenkäfer

Es gibt a Fest im Wald

Harvester Marsch

Er war im Weg

Der Tod des Kuckucks

Der Motorsagl schreit und kreischt

Autobahn Blues

I fahr auf Zwettl aussi

Jazz  Waltz

Im Wald

Invincible

´s Moor

Blumenwiesen Jodler

Da Jaga geht auf seine Pirsch

Im Wald & A Bam

 

Die CD wurde 2016 von der Volkskultur Niederösterreich herausgegeben. HeiVo CD 133 AuMe

Hier finden Sie die bisher vorgestellten CDs der Woche!

Fachkundige Rezensionen und Empfehlungen unserer Volksmusik-Experten!

Wann´s Pech zum Glück wird Lindabunner Dreigesang und Lindabrunner 3er-Musi

KW 23

Einst harte Arbeit, heute Kulturerbe

Bereits 2002 gingen der Lindabrunner Dreig´sang und die 3er-Musi ins Tonstudio, um überlieferte Lieder und Weisen aus dem südlichen Niederösterreich aufzunehmen. Besondere Zuwendung erhielt die Pecherei, also die Gewinnung von Baumharz in den Föhrenwäldern zur Herstellung von Terpentin, Kolophonium und verschiedenen Pflegemitteln. Bildete die Pecherei vor allem im 18. und 19. Jahrhundert eine wichtige Einnahmequelle, so erfolgte ab den 1960er-Jahren ein rapider Rückgang, bedingt durch synthetisch und somit günstiger hergestellte Produkte. Geblieben sind die vielen Lieder, die von der Lebenswelt der früheren Pecher erzählen und die vom Gesangstrio um Elisabeth Zottl Paulischin überzeugend und in beeindruckender Frische interpretiert werden. „Jå wann im Föhrawald då draußt die Bamerl bliahn“, dann lohnt sich heute ein Besuch von Lehrpfaden oder Museen zum Thema Pecherei, die 2011 ins Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen wurde. Mit der CD „Wånn´s Pech zum Glück wird …“ waren die Protagonisten also wieder einmal zum richtigen Zeitpunkt initiativ!
(Edgar Niemeczek)

Hörbeispiele:

s´Fensterl (instr.)

Bin i net a Pecherbua

Zuck O

Holzknechtbuama (instr.)

Koa Junge kriag i net

Diandl bist stolz oder kennst mi net

Lahnsattler Holzknecht (instr.)

Ja wann im Föhrawald da draußt die Bamerl bliahn

Übers Loaterl do steig i net aufi

In Vater seiner (instr.)

Diandl wia gfällt dir da neiche Bua

Tüpi tauni

In Franzl seiner (instr.)

Aber Koihbauernbuam samma

Föhrerwaldler

Gstanzln

Draußt in da Schottergruabm

Trattenbecker

Unterberger Gmoaschloag (instr.)

Mei Dianderl is sauber

Da drunt im Stoanagrabn

 

Klingendes Archiv 3

KW 22 2020

Die dritte CD der Reihe „Klingendes Archiv“ nimmt das Schneeberggebiet als eine hervorragende Volksmusiklandschaft in den Blick. Diese Region war schon im 19. Jahrhundert durch die Erschließung des Landes mit der Eisenbahn von Wien aus leicht erreichbar. Wiederholt beforschten daher namhafte Volksmusiksammler Sänger und Musikanten vor allem in Puchberg am Schneeberg, in Miesenbach, in Klamm am Semmering und im Schneebergdörfl. Ins Licht der Öffentlichkeit rückte die Singkultur der Region durch die Volksliedersingen, die die RAVAG 1935 und 1949 veranstaltete. Besonders aufmerksam wurden die Forscher auf die Hödl Buam, nämlich Franz Kropf und die Brüder Karl und Franz Hödl. Ihre Art zu dudeln und zu singen ist legendär und bis heute vorbildhaft. Die Aufnahmen der CD stammen aus den 1960er Jahren.

Dem Hansl Trio ist das zweite musikalische Porträt gewidmet. Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg schlossen sich Johann Ranner (Zither), Johann Krenn (Harmonika) und Johann Weninger (Gitarre) zum gemeinsamen Musizieren und Singen zusammen. Zu ihrem Repertoire gehörten nach eigenen Angaben „ländliche Musik“ und „Moderne Tänze“, mit denen sie in über 1.200 Auftritten unzählige Menschen begeisterten.

Die historischen Tondokumente beider Gruppen verdanken wir Prof. Walter Deutsch. Ein ausführliches Booklet mit vielen Hintergrundinformationen und mit einem Vorwort von Dr. Rudi Pietsch begleitet die wertvollen Aufnahmen.
(Peter Gretzel)

 

Hörbeispiele:

Feuerwehr Polka

Panzerböck Dudler

Das Landlebm hat Gott gebm

Schober Ländler

Diandl wia gfoit da da neiche Bua

Stoariegler Marsch

Schuster Hiasl Dudler

Edenhofer Ländler

Steigt da Hiasal zu da Miazal

Warum sollt i des Diandl net küssn

Auf zum Tanz

Der Schoberbäurische

Hätt i van Schüldhahn die Federn

Karwendl Ländler

Huliauf, geht´s Buama, steht´s auf

Fahr ma auffi auf die Alm

Steirer in F

Was steht da drobm am Almaspitz

Marsch der Steirer

Pfiat di God du scheana Alma

Scheiben Ländler

Tiaf am See da drunt

Oberländermarsch

Im Bakonyerwald

Hiazt gemma zan Heirign

Dem Holzer Sepp seiner

Mein Herz ist im Hochland

KW 21 2020

Die Volkslieder „I håbs a Dianderl gliabt, das war wie Edelweiß“, „Bei mein´ Diandl ihrn Fensta“ oder I håb scho drei Summa, mir´s hoamgehn vorgnumma“ gehören zu jenen insgesamt 16 Aufnahmen, die Marie-Theres Härtel und Hubert Pabi für die CD „Mein Herz ist im Hochland“ ausgesucht und eingespielt haben. Gleichermaßen harmonisch, berührend und schnörkellos klingen die Stimmen der beiden zusammen. Zudem vermittelt Hubert Pabis Harmonikaspiel den Eindruck, als wären Instrument und Musikant längst schon zusammengewachsen. Zu Hause im Übelbachgraben, einem Seitental des Mittleren Murtals im Bezirk Graz-Umgebung, wählten Marie-Theres Härtel und Hubert Pabi Lieder aus, die sofort ins Ohr gehen, zum Mitsingen animieren und im Zuge einer Almwanderung beim Einkehrschwung in eine Hütte sicher für gute Stimmung sorgen. Ihre Singweise ist ganz und gar überzeugend, denn die beiden wissen wirklich, wovon sie singen und kein gekünstelter Klangteppich deckt den Text zu. Wer es regionaltypisch mag und einen authentischen Singstil schätzt, der kommt mit diesem Tonträger sicher voll auf seine Rechnung.
(Edgar Niemeczek)

Hörbeispiele:

I hab scho drei Summa

Auf da Alm da ist es lustig

Mein Herz ist im Hochland

Walzerkoglerlied

Fahr ma´s aufi

Bei mein Diandl ihrn Fensta

Mia gfallt ja nix so guat

Blaude Fensta - greane Gatta

Wann da Schnee von da Alma weggageht

Andulko safarova

Wenn auf der Bergeshöhn die Alpenrosen blühn

Schilchertal-Lied

Die hohe Alm wird a schon grean

I habs a Dianderl gliabt

Wann i auf d´Alma geh

Hoch vom Ötscher drobm

25 Jahre D´Schlofhaumbuam

KW 20 2020

Ganz schön aufgeweckt!

Fünf Sänger, Freunde und patente Burschen, das sind die Schlofhaumbuam aus Miesenbach. Der Gruppenname leitet sich von der heimischen Tracht ab, und zwar von der einst im Winter getragenen Schlafhaube, über die dann tagsüber der Hut gesetzt wurde. Als Botschafter des Schneeberggebietes haben die Fünf vor allem Traditionelles aus der Region zwischen Puchberg und Miesenbach im Repertoire, ob nun die mündlich überlieferten typischen Dudler oder jene Lieder, die bereits vor mehr als 100 Jahren von Karl Kronfuß und den Brüdern Felix und Alexander Pöschl aufgezeichnet wurden. Dazu kommen Alm- und Liebeslieder, Scherzlieder, Jäger- und Schützenlieder sowie Kärntnerisches. Heuer feiern die Schlofhaumbuam bereits ihr 30. Bestandsjubiläum: Dazu herzliche Gratulation! Bleibt der Wunsch, noch recht lange ihren unverwechselbaren und wohligen Zusammenklang erleben zu können.
(Edgar Niemeczek)

Zwischen der Hohen und der Dürren Wand

Hiazt faungt dos schöne Frühjahr an

Zwoabossa Dudler

Foahr mas auffi auf di Oim

Siebendudler

Schwarze Kuahlan

Auf da Kuglwiesen

Die lustige Bäuerin

Wos kümmern mi die Sternlan

Oamoi foahn mas no her übern Semmering

Schmolln Holz Dudler

Mit an Luftballon do san mas

Da Aschgrabler Dudler

Schön ist dos Wildschützleben

Da Blosa Dudler

Mia sans hoit bsoff´ne Briada

Franzler Dudler

Bin is hoit a Pechabua

Bua waunst wüst Gamserl schiaßn

I bins aona, a kloana, a lebfrischa Bua

Hore

So lang mas jung san

Mc Donalds Lied

Da Summa is aus

Waht da Wind aus´n Schilf

Klingendes Archiv 2

KW 19 2020

Die zweite CD-Ausgabe der Reihe „Klingendes Archiv“ widmet sich dem Singen und Musizieren in den steirischen und niederösterreichischen Regionen Übelbachtal, Mürztal, Wechsel, Bucklige Welt, Pielachtal und Erlauftal. Die Doppel-CD bringt historische Aufnahmen von stilprägenden Persönlichkeiten, die als Vertreter der traditionellen Volksmusik unvergessen bleiben werden. Zu hören sind das Edler Trio, die Frankenfelser Buam, das Gamperl Trio, das Jägerquintett Harmannsdorf, das Hamot Trio und die Niederer Buam. In dieser Musikantentradition steht auch das Trio „Die fidelen 80er“, das Kajetan Schimek (Klarinette), Hans Draxler (Harmonika) und Hermann Handl (Posaune) nach einer jeweils langen individuellen musikalischen Vergangenheit 2013 aus Freude am Musizieren gegründet haben. Ein ausführliches Booklet mit ergiebigen Quellenangaben und dem einen oder anderen Faksimile aus dem Niederösterreichischen Volksliedarchiv bringt Sänger- und Musikantenporträts und liefert zahlreiche Hintergrundinformationen – ein wertvoller Einblick in eine lebendige Musik-Tradition!
(Peter Gretzel)

Hörbeispiele:

CD 1

Übelbacher Franzé

Landjäger Marsch

Gurktaler Walzer

Gamsjäger Marsch

Michl Polka

Buchbauer Walzer

Laternderl Franzé

Leobner Marsch

Almrausch Walzer

Jodler Lied vom Draxler Sepp

Im kalten Stoanagraben

Mein Liserl

Frühlingszauber

So geht´s zu bei uns in Wean

Hahnpfalz Walzer

Sterngucker Polka

Der Rauschige

Wildschützen Marsch

Didl-Didl-Wetzstoa Polka

Draxler Luis Polka

CD 2

Pretuler Polka

Beim Pfarrwirt

Beim Laterndl

Zum Ehrentanz

Halterbuam Marsch

In der Hinterbrühl

Der Abschied - die Hochzeit im Pielachtal

Ländler in B

I bin halt a Joager

Götschacher Jodler

Jetzt gfreut mi auf dera Welt

Hochzeitsmarsch aus Harmannsdorf

Steyrer aus Harmannsdorf

Frisch und Munter

Klarinettensepp Ländler

Jäger Polka

Konlechner Ländler

Der zum Dreinsingen

Juche der Schnee geht weg

Allweil lustig

Türnitzer Jodler

I mag net Küahhalten

Sonntag is

Da Summa is aussi

Steirische Polka

Ländler in B

Gesche Geister

Sonnberg Walzer

Gamsjäger Marsch

Mit Fiata und Saiten

KW 18 2020

Volksmusik auf Blech und Streich

Noch vor nicht allzu langer Zeit galt das Weinviertel als Region, in der Volksmusik sprichwörtlich mit der Lupe zu suchen sei. Mittlerweile änderte sich dieser Umstand vollkommen, denn ebenso wie in den alpinen Gegenden formierten sich auch im alten Viertel unter dem Manhartsberg zahlreiche Gruppen, die den Faden der Tradition wieder aufnahmen und ambitioniert weiterentwickelten. In diesem Zusammenhang spielten die Musikschulen eine große Rolle, indem die Lehrkräfte nicht nur das entsprechende Repertoire vermittelten, sondern auch selbst am Musikleben aktiv teilnahmen. Zu den wichtigsten Vertretern der Volksmusik speziell aus dem westlichen Weinviertel zählen ohne jeden Zweifel die Weinviertler Fiata-Musi und die Saitenhüpfer: Beide Ensembles stehen nicht nur für gute Töne und feine Klänge, sondern auch für eine von Selbstbewusstsein getragene Identität des Weinviertels.
(Edgar Niemeczek)

Hörbeispiele:


Pellendorfer Festtagsklänge

Stoabacher Landler

Wildschützenmarsch

Am Mühlbach

Weinviertler Schmankerl

I hab scho drei Summa

Blauer Portugieser

Erdäpfelpolka

Sonnberger Landler

Urgemütlich Schottisch

Musik und guter Wein

Willys Walzer

Fiatamusi-Polka

Gestern auf´d Nacht

A Zither und a Geign und a Ziachharmonie

Wohin Polka

Eviva Espana

Rosamunde

Taubenflug

Angeiger Tänze

Höher geht´s nimmer

Lustiger Bua

Geht´s Buama, gemma ham

Recht gemütlich

NÖ Weinhauermarsch

Klingendes Archiv 1

KW 17 2020

Sänger und Musikanten aus dem Bezirk Mödling

Auf der ersten CD der Reihe „Klingendes Archiv“ singen und musizieren der Wienerwald Viergesang, die 5-Gspån Musi, die 5-Viertler und die Sing-mit-Runde Wiener Neudorf vorwiegend aus handschriftlichen Quellen des Volksmusiksammlers Karl Liebleitner (1858-1942), die im Volksliedarchiv der Volkskultur Niederösterreich aufbewahrt werden. Diese große Musiksammlung beherbergt heute mehr als 30.000 Liedhandschriften und fast ebenso viele Instrumentalmusiknoten, die teilweise bis ins frühe 19. Jahrhundert oder fallweise noch weiter zurückreichen. „Klingendes Archiv 1“ öffnet einen Blick in die volksmusikalische Vergangenheit, zeigt aber auch, wieviel davon bis heute weiterlebt bzw. als Grundlage für neue Bearbeitungen dient.

Das Volksliedarchiv in der NÖ Landesbibliothek in St. Pölten steht übrigens allen Interessenten zur Benützung zur Verfügung, denn: Volksmusik verstaubt auch in Archivregalen nicht!
(Peter Gretzel)

Hörbeispiele:

Festlicher Marsch aus Kalksburg

Kloan bin i

Schwarzaugat

Menonet Nr. 1

Schnadahüpfln vom Fuße des Anninger

Zwa Diandln liabm

Mödlinger Dreier

Jetzt kummt scho bald Lichtmessn

Ein Schelmenlied aus Mödling Umgebung

Schöne Roserln

Wenn alle Leit schlofn

Wir eilen hin - Wallfahrtslied

Leut schauts mi recht guat an

Menonet Nr. 5

Es scheint der Mond scho schen

I han schon drei Summa

Schottischer in C

O Weinl rinn in mi

Kuhdirn steh auf

Polka in D

Zizipe Kohlmoasn

Das neue Jahr

Niederösterreichische Schnadahüpfln

Mödling Moonlight Melody

Ernst Spirk - eine musikalische Visitenkarte

KW 16 2020

Volksmusik vom Feinsten

Ist von Volksmusik in Niederösterreich die Rede, dann fällt sehr bald der Name Ernst Spirk: Musiker und Musikant, Komponist und Arrangeur, Instrumentenbauer, Forscher und Musikvermittler, all diese Kompetenzen stehen auf seiner Visitenkarte. Ein Leben mit Musik, für die Musik und voll Musik, so ließe sich der Lebensweg von Ernst Spirk beschreiben. Als Multiinstrumentalist begeistert er Volksmusikfreunde solistisch mit der Steirischen Harmonika ebenso wie mit seinen zahlreichen Ensembles. Ein genussvolles Hören der CD garantieren das ausgewählte Repertoire, die verschiedenen Besetzungen mit Streich-, Blas- und Saitenmusikinstrumenten sowie die an der Tradition orientierte, aber dennoch unverwechselbare Spielweise. Da kommt Freude auf!
(Edgar Niemeczek)

Hörbeispiele:

Schnellzug-Polka

Kirtagslandler


Záhorácka-Polka

Heligonka-Polka

Mando-Polka

Im Aeroplan-Galopp

Fetznschädl-Polka

Alter Ländler Nr. 2 aus Krumbach

Werkstatt-Polka

Böhmischer Walzer

Bezikl-Polka


Lust in der Brust

Ernstl-Boarischer

Landler aus Emmersdorf


Jedlićka-Polka

Eisenberger Landler


Blitzzug-Polka

Draßmarkter Polka

Jahrmarktwalzer


Wohin-Polka

Prölinger Hochzeitswalzer


Waschrumpl-Polka


Blondine-Mazurka

Schlawinermarsch

Lieder und Weisen zur Passion

KW 15 2020

Stationen am Weg zur Erlösung

Mitunter recht achtlos gehen wir manchmal vorbei an jenen Denkmalen, die an die Leidensgeschichte Jesu Christi erinnern: vorbei an Kreuzwegstationen, die in einem Kirchhof oder entlang besonderer Wege in der Landschaft stehen. Immer wieder sind es Kunstwerke, die das zum Ausdruck bringen, was dem rein rationalem Denken oft verborgen bleibt. Im musikalischen Schaffen denkt man zunächst an die großen Orchester- und Chorwerke, aber auch Lieder und Weisen im Volkston können tief empfundene Religiosität sowie Achtsamkeit für die Mitmenschen und die Umwelt zum Ausdruck bringen. Dies gilt für Überliefertes ebenso wie für Neuschöpfungen in der Art traditioneller Volksmusik. Ein überzeugendes Beispiel dafür geben der Rainbacher Dreig´sang aus dem Mühlviertel und die Vilsleit´nmusi aus Niederbayern: besinnlich, berührend, einfühlsam und hervorragend interpretiert!
(Edgar Niemeczek)

Die CD ist erschienen bei Bogner Records, sie können die CD in der "volkskultur - Buchhandlung der Regionen" bestellen - buchhandlung(at)volkskulturnoe.at.

 

Hörbeispiele finden Sie auf der Homepage von Bogner Records.

 

Pfiffikus

KW 14 2020

Zum A[:b:]usseln!

Mit den Aufnahmen auf dieser CD beweisen die Pfiffikusse in überzeugender Art und Weise, dass die manchmal totgesagte Volksmusik sehr intensiv lebt, und das in mehrfacher Hinsicht. Die drei jungen Geigerinnen Stephanie Neubauer, Katharina Hofbauer und Zoe Haas und Harmonikaspieler David Hofbauer interpretieren gemeinsam mit der Musikschullehrerin und Kontrabassistin Burgi Neubauer insgesamt 13 eingespielte Nummern in besonders beeindruckender Qualität: vokal und instrumental, vital und ausdrucksstark, traditionell und innovativ – Volksmusik, wie sie zu den verschiedensten Anlässen passt, ob zum Tanz, zur Geselligkeit oder einfach zum Genießen. Bravo bravissimo!
(Edgar Niemeczek)

Die CD Pfiffikus, herausgegeben von der Volkskultur Niederösterrreich im Jahr 2019, HeiVo CD 146, ist erhältlich bei der Volkskultur Niederösterreich - online "volkskultur - Buchhandlung der Regionen"

Hörbeispiele:

Aufgeiger Marsch

Auf zum Tanz

HIntn bei da Stådltür

Hannerl Steirer

Carolus Polka

Znagst hån i a Roas gmåcht

Druck lei zua

Gurktaler Walzer

A weng kurz, a weng lång

Dreissga-Franzé

Felsenberger Mazurka

Und a Waldbua bin i

Los Pottes

Kultur Niederösterreich