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Kamingespräche on tour

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Kamingespräch: Zukunft braucht „Vereinsmeier und kein Biedermeier“

Wertschätzung, Unterstützung und positive Stimmung für Ehrenamt und Freiwillige

Mi 21.4.2021, 21.00 Uhr auf Radio Niederösterreich

Es diskutierten:

Landeshauptmann a.D. Erwin Pröll, Aufsichtsratsvorsitzender der Kultur.Region.Niederösterreich
Cecily Corti, Gründerin des Vereins Vinzenzgemeinschaft St. Stephan
Dietmar Fahrafellner, NÖ Landesfeuerwehrkommandant, und
Stefan Grubhofer, Generalsekretär der Sportunion Österreich

Unter der Leitung von Michael Battisti, ORF NÖ.

Die Situation für Vereine und Freiwillige durch Covid-19 sei sehr unterschiedlich. Viele Vereine, vor allem im Sport- und Kulturbereich, seien zum Nichtstun verurteilt. Andere, insbesondere Sozial- und Blaulichtorganisationen, wären gefragt, gefordert und gingen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Vielfach führt die Pandemie zu Sorgen um den Nachwuchs sowie um die Motivation und Bindung der Mitglieder an die Vereine. Positiv sei, dass viele neue Wege, vor allem im digitalen Bereich, eingeschlagen wurden. Dennoch lebe – so der Tenor – das Ehrenamt von direkten sozialen Kontakten, die nunmehr seit über einem Jahr deutlich eingeschränkt sind. Jedenfalls würden viele Freiwillige in den Startlöchern scharren, um ihre Vereinsarbeit wieder aufzunehmen.

Diese Phase, wo das Vereinsleben wieder in den Alltag zurückkehrt, müsse man nützen, um Schwung und positive Stimmung für das Ehrenamt zu schaffen, so Erwin Pröll, der den Bereich der Regionalkultur vertrat. „Im Pandemie-Jahr haben die Menschen ein Freizeitleben ohne Vereinsarbeit und Ehrenamt kennengelernt. Das könnte viele dazu verleiten, sich weiter zurückzuziehen und ihrem bisherigen Verein und damit dem Freiwilligenwesen den Rücken zu kehren. Das darf nicht passieren, denn unsere Gesellschaft braucht Vereinsmeier und kein Biedermeier“, so Pröll. Daher müsse die Bereitschaft, sich für die Gesellschaft zu engagieren, stets gefördert und die Wertschätzung in diesem Bereich auch von der Politik deutlich aufgezeigt werden, damit die Motivation, sich für andere einzusetzen, nicht verlorenginge.

Cecily Corti, Gründerin der sogenannten „Vinzirast“, dem Verein Vinzenzgesellschaft St. Stefan, zeigte sich in Sachen freiwilliges Engagement zuversichtlich, da sie im sozialen Bereich große Bereitschaft sehe, anderen weiterhin zu helfen. Außerdem sei „der Mensch grundsätzlich bereit zu geben“, so Corti. Diese Haltung gelte es zu stärken und den Wert der Freiwilligenarbeit durch Wertschätzung und positives Feedback zu steigern.

Ähnliches betonte Stefan Grubhofer, Generalsekretär der Sportunion Österreich, der davon sprach, wie wichtig eine gezielte und breite „Anerkennungskultur für die Ehrenamtlichen und Freiwilligen“ sei. Ganz unbestritten bestehe die Gefahr, junge Menschen nach den Lockdowns nicht wieder für den Sport begeistern zu können. Dennoch bleibe er optimistisch, da es viele Initiativen gäbe, bei denen Eltern, Kinder und Trainer gemeinsam versuchen, Begegnungen aufrecht zu erhalten und Alternativangebote zu generieren. Unter dem Motto „Wir bewegen Menschen“ möchte man Kollateralschäden – im sozialen und gesundheitlichen Bereich – weitgehend verhindern – und das verstärkt mit ehrenamtlichem Engagement. 

Eine andere Perspektive tut sich im Alltag der sogenannten „Blaulichtorganisationen“ auf, wie NÖ Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner erwähnte. Denn die rund 1.700 Freiwilligen Feuerwehren Niederösterreichs nehmen überdies staatliche Hoheitsaufgaben wahr. Die permanente Einsatzbereitschaft sieht Fahrafellner nicht gefährdet, auch wenn die Freiwilligen Feuerwehren durch die Pandemie ebenfalls extremen Einschränkungen und Herausforderungen gegenüberstehen. Das Vertrauen, das die Bevölkerung in die Feuerwehr und ihre Ausführenden hat, ist unverändert stark. Aber nicht stattfindende Wettbewerbe und Feuerwehrfeste sind als großes Defizit im Sozialleben der Mitglieder spürbar und schwächen das Zusammengehörigkeitsgefühl, das für das freiwillige Engagement von zentraler Bedeutung ist. Die Freiwillige Feuerwehr investiert viel Kraft und Aufwand, vor allem junge Menschen für den „Dienst an der Gesellschaft“ zu begeistern und für das Geben und Nehmen im Ehrenamt zu gewinnen: mit Rechten und Pflichten.

Diese Begeisterung für das freiwillige Engagement an die jüngere Generation weiterzugeben, ist generell ein entscheidender Punkt am Weg in die Zukunft. Bereits in zwei Online-Ehrenamtsgipfeln zollte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner den Ehrenamtlichen Anerkennung in dieser schwierigen Zeit und diese virtuellen Zusammenkünfte gaben durchaus Anlass zur Hoffnung auf ein Konjunktur-Hoch der Vereine nach der Krise.

„Nicht, was ich von der Gesellschaft erwarten kann, sondern, was ich für die Gemeinschaft leisten kann, zählt! Wenn diese Triebfeder im Zentrum steht, dann ist das Freiwilligenwesen, auf dem viele Bereiche des öffentlichen Lebens aufbauen, zukunftsfit,“ fasst Erwin Pröll, der als Landeshauptmann 25 Jahre lang viele Initiativen in diese Richtung gefördert hat, die Chancen des Ehrenamts zusammen.

Die Diskussion wurde ohne Publikum und unter Einhaltung strenger Vorsichtsmaßnahmen wie Abstand und Testungen im NÖ Feuerwehr- und Sicherheitszentrum Tulln aufgenommen. Es war dies das vierte Gespräch unter dem Jahresthema „Zukunft ist jetzt“.

Zum Nachhören hier klicken!

Alt und Jung in Stadt und Land, Mo 7. Oktober 2019, 19.00 Uhr, AHS Korneuburg

5. Kremser Kamingespräch Spezial zu Gast in Korneuburg
Alt und Jung in Stadt und Land. Demographische Herausforderungen im Fokus

Dorli Draxler, Geschäftsführerin der Volkskultur Niederösterreich, begrüßte gemeinsam mit Mag. Hartwin Eichberger, Direktor AHS Korneuburg, die interessierten Zuhörer des fünften Kremser Kamingesprächs Spezial in der AHS Korneuburg. Erstmals als Publikumsdikutanten miteingebunden: 100 Schülerinnen und Schüler.

Am Podium diskutierten unter der Leitung von Michael Battisti, ORF Niederösterreich, Landeshauptmann a.D. Erwin Pröll, Aufsichtsratsvorsitzender der Kultur.Region.Niederösterreich, Josef Wallenberger, Geschäftsführer Wallenberger & Linhard Regionalberatung, Julia Zehetbauer, Landjugend Niederösterreich und Klimaaktivist Johannes Stangl.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand das Spannungsfeld Alt und Jung in Stadt und Land. Keynote Speaker Erwin Pröll (72), der sich intensiv mit dem Thema „ländlicher Raum“ beschäftigt legte dar, dass in vier von zehn niederösterreichischen Gemeinden die Einwohnerzahl in den vergangen zehn Jahren gesunken ist. Um diesen Trend zu stoppen sieht Pröll den Bedarf darin die Rückkehrer-Quote – Menschen, die wieder zurück aufs Land ziehen – weiter zu erhöhen. Vor allem in ländlichen Gebieten, die sich im Nahbereich um Städte befinden seien die Rückkehrer bereits bemerkbar.

Für Regionalberater Josef Wallenberger (58) ist der Wunsch nach dem Leben auf dem Land vor allem bei den 28 bis 35-jährigen, die eine Familie gründen möchten, gut erkennbar. Besonders das „Land“ rund um die Ballungszentren sei besonders beliebt, da es die Vorzüge der Stadt wie Mobilität und gute Infrastruktur, mit den familiären Strukturen des Landlebens verbinde.

Sandra Zehetbauer (31), die aus Schönau an der Donau (Bezirk Gänserndorf) stammt, sieht vor allem das „Wir“-Gefühl und die Dorfgemeinschaft als Vorteil des Landlebens. Aufholbedarf gebe es vor allem im Bereich Infrastruktur. Dafür würden am Land, laut Zehetbauer, Bräuche und Traditionen und der Erfahrungsaustausch der Generationen lebendig gehalten.

Johannes Stangl (24), der in Wien lebt, betonte die Vorzüge des Stadtlebens. Besonders die Vielfalt an sozialen und kulturellen Angeboten, aber auch die Vielzahl an unterschiedlichen Kulturen spreche für die Stadt. Die Möglichkeit als Einzelner sich einzubringen und etwas zu bewegen, wie etwa in der „Fridays for future“-Klimabewegung sei in der Großstadt deutlich größer.

Dass vor allem Mobilität und qualifizierte Arbeitsplätze entscheidend sind um der Landflucht gegen zu wirken, betonten alle Diskussionsteilnehmer.

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Gesundheit im ländlichen Raum, Mo 13. Mai 2019, 18.00 Uhr, Campus Horn

Kremser Kamingespräch Spezial zu Gast in Horn
Gesundheit im ländlichen Raum, ein brandaktuelles Thema mit vielen Facetten.

Dorli Draxler, Geschäftsführerin der Volkskultur Niederösterreich, begrüßte gemeinsam mit Jürgen Maier, Bürgermeister der Stadtgemeinde Horn, die interessierten Zuhörer des vierten Kremser Kamingesprächs Spezial im Campus Horn.

Am Podium diskutierten unter der Leitung von Michael Battisti, ORF Niederösterreich, Landeshauptmann a.D. Erwin Pröll, Aufsichtsratsvorsitzender der Kultur.Region.Niederösterreich, Josef Wallenberger, Geschäftsführer Wallenberger & Linhard Regionalberatung, Karin Weißenböck, Geschäftsführerin Moorheilbad Harbach und Allgemeinmedizinerin Monika Steinkellner.

Im Gespräch stand die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum im Mittelpunkt. Keynote Speaker Erwin Pröll zufolge bestünde innerhalb der städtischen Bevölkerung eine Sehnsucht nach einem Leben auf dem Land, neben der besseren Lebensqualität seien besonders auch die günstigeren Wohnkosten ausschlaggebend.

Um diese positive Entwicklung für die Gemeinden vorantreiben zu können, sei vor allem eine gute Grundversorgung notwendig.

Aufgrund der demografischen Bevölkerungsentwicklung, die Menschen werden zunehmend älter, würde der Bedarf an medizinischer Betreuung generell steigen. Karin Weißenböck sieht die derzeitig gute Versorgung im Waldviertel als nicht selbstverständlich. Um den derzeitigen Standard halten zu können, sei es besonders wichtig, dass sich weiterhin junge, gut ausgebildete Arbeitskräfte in der Region ansiedeln.

Monika Steinkellner, die seit 1992 als Allgemeinmedizinerin in Niedernondorf (Bezirk Zwettl) tätig ist, sieht für die Zukunft einen Engpass bei der Besetzung von Hausarztstellen im ländlichen Raum. Lösungsmöglichkeiten bestünden ihrer Meinung nach in der Schaffung von Gruppenpraxen sowie in einer verbesserten und praxisnäheren Ausbildung.

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer beim Thema Digitalisierung: Moderne Technologien würden viele Abläufe vereinfachen, den persönlichen Kontakt könnten sie aber nicht ersetzen.

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Am Fuße des Ötschers – Chancen einer alpinen Region, Mo 1. Oktober 2018

Die Chancen einer ganzen Region im Blickpunkt

Kremser Kamingespräch Spezial zu Gast in Wienerbruck am 1. Oktober 2018

Dorli Draxler, Geschäftsführerin der Volkskultur Niederösterreich, begrüßte gemeinsam mit Petra Zeh, der Bürgermeisterin der Gemeinde Annaberg, die interessierten Zuhörer des dritten Kremser Kamingesprächs Spezial im Naturparkzentrum Ötscherbasis in Wienerbruck.

Am Podium diskutierten unter der fachkundigen Moderation von Michael Battisti, ORF Niederösterreich, Landeshauptmann a.D. Erwin Pröll, Aufsichtsratsvorsitzender der Kultur.Region.Niederösterreich und Schirmherr des Masterplans „Ländlicher Raum“, Josef Wallenberger, Geschäftsführer Wallenberger & Linhard Regionalberatung, Jasmine Bachmann, Geschäftsführerin Verein Naturparke Niederösterreich und Alpenforscher Werner Bätzing.

Nach dem profunden Diskurs am Podium über eine Region, die in Zeiten von Landflucht, Globalisierung, drastischen Umweltveränderungen und demographischen Verschiebungen einen eigenen erfolgreichen Weg in die Zukunft sucht, entspann sich eine angeregte Diskussion mit dem Publikum.

Einig waren sich die Anwesenden, dass über die Identifikation der Menschen mit ihrer Region, vor allem über die Kultur und entsprechende Angebote der Natur- und Kulturvermittlung, ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung des ländlichen Raums gesetzt werden kann.

Zu den hochkarätigen Gästen zählten Nationalratsabg. Bürgermeister Friedrich Ofenauer, der in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gekommen war, Martin Lammerhuber, Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich, Maria Forstner, Obfrau der NÖ Dorf- und Stadterneuerung, Kurt Farasin, wissenschaftlicher Leiter der NÖ Landesausstellungen und der Schallaburg, sowie zahlreiche Bürgermeister und Mandatare der Region.

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Ländlicher Raum.Bewegt - 14. Mai 2018, Retz

Auf Einladung von Volkskultur Niederösterreich-Geschäftsführerin Dorli Draxler und Club Niederösterreich-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer fand das zweite Kremser Kamingespräch Spezial über die Dynamik des ländlichen Raums am Montag, 14. Mai 2018 im Alten Rathaus in Retz statt. Landtagspräsident Karl Wilfing überbrachte die Grüße von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Am Podium diskutierten LH a.D. Erwin Pröll, Aufsichtsratsvorsitzender der Kultur.Region.Niederösterreich, Josef Wallenberger, Geschäftsführer Wallenberger & Linhard Regionalberatung, Johanna Doderer, Komponistin, Obfrau der Kulturinitiative Sitzendorf an der Schmida und Reinhold Griebler, Tourismusexperte und Vorstandsmitglied im Verein Retzer Land über erreichte Ziele, neue Chancen, Zukunftsbilder und Herausforderungen, aber auch über die Gefahr einer Stagnation im Wachstum des ländlichen Raums anhand der Entwicklung der Region Retzer Land. Die spannende Diskussion wurde von Michael Battisti, ORF NÖ geleitet.

Das Kamingespräch Spezial wurde am 23. Mai 2018, 21.00 Uhr auf Radio Niederösterreich gesendet.

Online ist die Sendung nachzuhören.

 

Dialog zwischen Stadt und Land - 2. Oktober 2017, Wiener Neustadt

Der Dialog zwischen Stadt und Land - ein Mehrwert für alle stand im Mittelpunkt einer hochkarätig besetzten Diskussion am Montag, 2. Oktober 2017, in der Skyline in Wiener Neustadt

Auf Einladung von Kultur.Region.NÖ-Geschäftsführer Edgar Niemeczek diskutierten Landeshauptmann a.D. Erwin Pröll in seiner Funktion als Schirmherr des Masterplans Ländlicher Raum, Bürgermeister Klaus Schneeberger, die bekannte Ärztin Martina Leibovici-Mühlberger und Wallenberger & Linhard Regionalberatung-Geschäftsführer Josef Wallenberger über die Bedeutung des ländlichen Raums.

Längst ist die Entwicklung des ländlichen Raums heute keineswegs mehr ausschließlich auf die Landwirtschaft fokussiert. Der Begriff ist wesentlich weiter gefasst und es geht um die Frage der Maßnahmen und welche Richtung eingeschlagen wird. Die praktische Kulturarbeit zeigt, dass Kunst, Kultur und Kreativität wesentliche Faktoren für die Lebensqualität nicht nur in der Stadt, sondern auch am Land sind und Perspektiven garantieren können. Denn Industrie und Dienstleitung sind sehr oft in den Städten konzentriert. Es ist daher naheliegend, dass es den vernünftigen Austausch zwischen Stadt und Land in wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Hinsicht braucht, um einen Mehrwert für alle zu erreichen.

Durch den Abend führte Michael Battisti, ORF Niederösterreich. Eine Zusammenfassung des Gesprächs wurde am 25. Oktober 2017, 21.00 Uhr auf Radio Niederösterreich gesendet. Online ist die Sendung hier nachzuhören:

Gesamte Sendung nachhören!

Kultur Niederösterreich