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Kamingespräch on tour über Bodenversieglung

Di 9. November, 2021, 21.00 Uhr, Gasthaus Kari, Brand

Beim Kamingespräch on tour diskutierte LH a.D. Dr. Erwin Pröll mit hochkarätigen Referenten über das Problem der Flächeninanspruchnahme.

 

Tiefschürfende Erkenntnisse zum Thema „Bodenverbrauch“

beim Kamingespräch der Volkskultur Niederösterreich

in Brand-Laaben

Eine erkenntnisreiche Diskussion bot sich den Gästen der Volkskultur Niederösterreich am Donnerstag, 9. November im beliebten Gasthaus Kari in Brand-Laaben.

Dorli Draxler, Geschäftsführerin der Volkskultur Niederösterreich, und Ing. Hermann Katzensteiner, Bürgermeister von Brand-Laaben, begrüßten das interessierte Publikum zu einer Diskussion über das Problem der steigenden Bodenversiegelung in Österreich.

Michael Battisti, ORF Niederösterreich, leitete die angeregte und durchaus kontroversielle Debatte, die von Dr. Erwin Pröll Landeshauptmann von Niederösterreich a. D., Aufsichtsratsvorsitzendem der Kultur.Region.Niederösterreich und Schirmherren des Masterplans für den ländlichen Raum, Univ.-Prof. Dr. Sophie Zechmeister-Boltenstern, Leiterin des Instituts für Bodenforschung an der Universität für Bodenkultur, Wien sowie Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzendem der Österreichischen Hagelversicherung, und Josef Wallenberger Geschäftsführer der Wallenberger und Linhard Regionalberatung KG, unter dem Titel „versiegelt – naturbelassen“ geführt wurde.

Landeshauptmann a. D. Erwin Pröll forderte Respekt vor Grund und Boden ein und mehr Sensibilität für das, was wir für die Zukunft brauchen. Als Bauernsohn und Absolvent der Universität für Bodenkultur war und ist für ihn der Boden eine der wichtigsten Ressourcen des Landes. Klimaschutz und Nachhaltigkeit – alle seien dafür, wenn es aber um konkrete Reduktion bei einem selber ginge, stelle sich sehr oft Doppelbödigkeit heraus.

Da Österreich bei der Flächeninanspruchnahme europaweit im Spitzenfeld läge, mahnte auch Kurt Weinberger mehrmals vor den zerstörerischen Folgen. Der Boden sei gleich zu sehen wie die Haut – wenn ein bestimmter Prozentsatz zerstört wird, sei ein Überleben nicht mehr möglich.

Eine neue Sichtweise empfahl auch Prof. Zechmeister-Boltenstern, da zu wenig zwischen fruchtbaren und unfruchtbaren Böden unterschieden werde. Besorgniserregend sei die Tatsache, dass es weltweit bereits mehr Bausubstanz als Biomasse gäbe.

 

Als Problemfeld sprach Josef Wallenberger den vom Bevölkerungswachstum entkoppelten Bodenverbrauch an. Es bedürfe eines neuen Narrativs, das vom Eigenheim und Zweitwohnsitz weg und zur Reduktion und Verdichtung hinführen müsse. Boden sei nämlich nicht vermehrbar und die Versiegelung fruchtbarer Fläche beinahe irreversibel.

Gemeinsam und mit neuen Perspektiven auf Lebensbereiche wie Wohnen, Verkehr und Konsum könnte man – in Zusammenarbeit mit Politik, Wirtschaft und Raumordnung – die Versiegelung wertvollen Bodens aber verlangsamen und unser Land als lebenswerte Heimat erhalten.

Das erkenntnisreiche Gespräch wurde am Mittwoch, 17. November 2021, ab 21.00 Uhr auf ORF Radio Niederösterreich gesendet.

Online ist die Sendung in Kürze hier nachzuhören.

 

Kultur Niederösterreich