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Herzlichen Glückwunsch!

 

Der Würdigungspreis in der Kategorie Volkskultur- und Kulturinitiativen ging 2020 an Franz Huber aus St. Valentin. Er ist langjähriger Wegbegleiter der Volkskultur Niederösterreich, Organisator von wiederaufhOHRchen in St. Valentin immer gern gesehener Tanzmeister am NÖ Trachtenball, der ehemalige Leiter des Tanzforums der Volkskultur Niederösterreich sowie ein Urgestein der Musikantenwoche.

Die traditionelle Gala, bei der die Kulturpreise des Landes Niederösterreich verliehen werden, musste leider abgesagt werden. Die herausragenden Leistungen der Künstlerinnen und Künstler verdienen aber trotz der widrigen Umstände unsere vollste Aufmerksamkeit und Anerkennung. Von fachkundigen Jury-Mitgliedern wurden auch heuer insgesamt 24 Würdigungs- und Anerkennungs-Preisträgerinnen und -Preisträger aus acht verschiedenen Sparten ausgewählt. Die Kulturpreise sind mit je 11.000 Euro (Würdigungspreis) und 4.000 Euro (Anerkennungspreis) dotiert.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gratuliert allen Preisträgerinnen und Preisträgern: „Die Kulturpreise Niederösterreichs sind für uns ein Symbol der großen Wertschätzung für die Künstlerinnen und Künstler unseres Landes. Trotz der Verschiebung der persönlichen Überreichung ist es mir ein Anliegen, die Leistungen und das Werk der Preisträgerinnen und Preisträger in das öffentliche Bewusstsein zu rücken und damit auch ein Zeichen zu setzen, welch hohen Stellenwert die Kultur für uns in Niederösterreich hat.“


Die Preisträgerinnen und Preisträger 2020:


Architektur
Würdigungspreis Franz&Sue ZT GmbH
Anerkennungspreis NMPB Architekten ZT GmbH
Anerkennungspreis Bevk Perovic arhitekti

Medienkunst (künstlerische Fotografie)
Würdigungspreis Thomas Freiler
Anerkennungspreis Elisabeth Czihak
Anerkennungspreis Claudia Rohrauer

Bildende Kunst
Würdigungspreis Daniel Spoerri
Anerkennungspreis Johanna Bruckner
Anerkennungspreis Ramesch Daha

Musik

Würdigungspreis Hans-Joachim Roedelius
Anerkennungspreis Verena Zeiner
Anerkennungspreis Johanna Doderer

Erwachsenenbildung (Volksbüchereiwesen, Heimatforschung, Verfassen heimatkundlicher Werke Arbeit für Museen)
Würdigungspreis Peter Coreth
Anerkennungspreis Johannes Kammerstätter
Anerkennungspreis Kuratorenteam: Hannes Schiel, Vanessa Staudenhirz und Benedikt Wallner

Sonderpreis 2020 - Präsentation und Vermittlung von Zeitgeschichte in Niederösterreich

Würdigungspreis Friedrich Polleroß
Anerkennungspreis Verein Museum Hohenau an der March
Anerkennungspreis Verein LAG Bucklige Welt – Wechselland

Literatur
Würdigungspreis Waltraud Haas
Anerkennungspreis Mario Wurmitzer
Anerkennungspreis Claudia Tondl

Volkskultur- und Kulturinitiativen
Würdigungspreis Franz Huber
Anerkennungspreis Verein Proberaum Scheibbs
Anerkennungspreis Förderverein Eumig Museum


Würdigungspreisträger Kulturpreise des Landes Niederösterreich
Sparte Volkskultur und Kulturinitiativen

von Dorli Draxler

FRANZ HUBER
„Des Tånzn, des is jå mei Leben, … wås kånns denn Schöneres gebn!“, so der Liedanfang eines verbreiteten Walzerlieds, das durchaus die Leidenschaft und Überzeugung eines Franz Huber auf den Punkt bringt. Jahrzehntelang befasst sich der gelernte Elektroinstallateur mit dem Volkstanz in Theorie und Praxis. Seit 45 Jahren leitet er sowohl künstlerisch als auch organisatorisch die Volkstanzgruppe St. Valentin: eine Tanzgruppe, die nicht nur vor Ort bzw. im Mostviertel Orientierung und Vorbild für viele Volkstänzerinnen und Volkstänzer liefert, sondern auch landesweit und darüber hinausgehend als Botschafter für erstklassige Tanzkultur wirkt. Für Franz Huber haben Bühne und Vermittlung gleiche Bedeutung. Die Gestaltung von Tanzfesten, Balleröffnungen oder anlassbezogene Choreografien sind in diesem Zusammenhang gleichermaßen zu erfassen wie die Mitarbeit als Fachreferent bei Volkskulturwochen, Tanzleiterausbildungen oder einschlägigen Publikationen. Die CD-Reihe „taktvoll“ mit 101 Volkstänzen aus Niederösterreich – erschienen 2006 anlässlich des 50jährigen Bestehens der Volkskultur Niederösterreich – samt Tanzbeschreibungen trägt seine Handschrift. Der so genannte Blick aufs Ganze zeigt sich mit der Zugabe „taktvoll vokal“, die den Zusammenhang von Singen, Musizieren und Tanzen nahe bringt.

Ausgehend von seiner Hingabe zum Tanz, sind dem Würdigungspreisträger die Feste und Feiern vor Ort in der Gemeinde und in der Pfarre und damit das gelebte Miteinander von Vereinen und Initiativen immerwährende Motivation für das Vornestehen und Anspornen. Viele haben sich im Laufe der Jahrzehnte von ihm begeistern und ermutigen lassen, sich musisch einzubringen. 1999 ging das fünfte niederösterreichische Volksmusikfestival aufhOHRchen in St. Valentin über die Bühne. Seither – und das ist niederösterreichweit einzigartig – motivieren Franz Huber und die Volkstanzgruppe St. Valentin regelmäßig die Wirtsleute, Sänger- und Musikanten aus der Region zum wieder aufhOHRchen.
Das Interesse und die Freude für Tanz und Musik haben Franz und Karoline Huber mit ihren Kindern und Enkelkindern stets geteilt: durch gelebte Bräuche im eigenen All- und Festtag.

Lange Zeit hindurch haderte die Volkstanzszene mit Nachwuchsproblemen genau so wie mit dem zeitgemäßen Anspruch an das Können und die Präsentation. Im Privaten oder als Ausdruck von Lebensfreude sind Standards nicht das Ausschlaggebende. Bühnensituationen allerdings brauchen Maßstäbe. Dass es beim Volkstanz gleichermaßen wie bei der Chormusik oder bei der Volksmusik, Ausbildung und theoretische Kenntnis der Vermittler bedarf, erforderte jahrelange Überzeugungsarbeit. Franz Huber stand der Volkskultur Niederösterreich, ganz konkret Mastermind Edgar Niemeczek, für diese Aufgabe unbeirrt und beharrlich zur Seite. So konnte im Jahr 2006 die Volkstanz-Serviceplattform Tanzforum Niederösterreich gegründet werden, die heute unverzichtbar und qualitativ anspruchsvoll allen Volkstanzgruppen innerhalb der Volkskultur und der Landjugend Niederösterreich entsprechende Aus- und Weiterbildung garantiert. Einer meiner persönlichen Höhepunkte in der lebenslangen Zusammenarbeit mit Franz Huber lag in der Vorbereitung der festlichen Eröffnung des „FestSpielHauses“ der Landeshauptstadt St. Pölten im März 1997. Mit dem Grundgedanken „LandSchaf(f)t Musik“ wurde gemeinsam an einem künstlerischen Dialog zwischen Chören, Volksmusik, Ausdruckstanz und Volkstanz, Niederösterreichischem Tonkünstlerorchester, Franz Schubert und Ludwig van Beethoven gebaut. Mit letzterem schließt sich der Kreis zu 2020 und dem berühmten 250. Geburtstag. Volksmusik und Kunstmusik haben einander immer wieder beeinflusst und bereichert. Das Interesse für Anderes und die Offenheit für Neues zeichnen den heute 66jährigen Franz Huber als besondere Persönlichkeit im Bereich der Laienkultur nach wie vor und ungebrochen aus. Zu seinen menschlichen Vorzügen zählen der ausgeprägte Familiensinn und die Pflege von Freundschaften mit Bestand.
„… und wånn ma si draht im Wålzerschritt, Leutln, des geht hålt ins Gmiat“. Wir gratulieren sehr herzlich!

 

Kultur Niederösterreich